Bauvorlageberechtigung als Qualitätssiegel

Was ist eine Bauvorlageberechtigung?

Sie möch­ten einen Bau­an­trag stel­len und suchen einen geeig­ne­ten Part­ner. Ent­ge­gen der vor­herr­schen­den Mei­nung vie­ler Akteu­re kön­nen, müs­sen Sie recht­lich gese­hen sich nicht zwin­gend an einen Archi­tek­ten wen­den. In den Bau­ord­nun­gen wird viel­mehr von einem Bau­vor­la­ge­be­rech­tig­ten gespro­chen. Wir möch­ten Ihnen erklä­ren, was man unter einer Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung ver­ste­hen muss und an wen Sie sich in der Pra­xis wen­den können.

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Was ist eine Bauvorlageberechtigung?

Eine Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung benö­ti­gen die­je­ni­gen, die gemein­sam mit Ihnen einen Bau­an­trag stel­len. Ein Bau­an­trag wird für die Bau­ge­neh­mi­gung Ihres Bau­vor­ha­bens benö­tigt. Die Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung soll sicher­stel­len, dass ihr Ansprech­part­ner aus­rei­chend Fach­wis­sen und Erfah­rung nach­wei­sen kann, um ein Gebäu­de in Ihrem und im Inter­es­se der Öffent­lich­keit zu planen.

Wer ist bauvorlageberechtigt?

Bau­vor­la­ge­be­rech­tigt sind in der Regel Archi­tek­ten und (Bau-)Ingenieure, die in der Ingenieurs‑, bzw. Archi­tek­ten­kam­mer in eine spe­zi­el­le Lis­te ein­ge­tra­gen sind. Für die Ein­tra­gung ist je nach Bun­des­land, eine Mit­glied­schaft, sowie Berufs­er­fah­rung in meh­re­ren Pha­sen eines Bau­pro­jek­tes not­wen­dig. Es kön­nen auch Erfah­run­gen in der Ent­wurfs­pla­nung in unter­schied­li­chen Detail­stu­fen, sowie die Über­nah­me von Bau­lei­tungs­auf­ga­ben dazu gehö­ren. In eini­gen Bun­des­län­dern gibt es für weni­ger kom­ple­xe Bau­pro­jek­te Aus­nah­men für nicht ein­ge­tra­ge­ne Inge­nieu­re, sowie für Hand­werks­meis­ter und Bau­tech­ni­ker. Auch Innen­ar­chi­tek­ten wer­den als bau­vor­la­ge­be­rech­tigt angesehen.

Welche Kritik wird am Berechtigungsverfahren geübt?

Unter Prak­ti­kern wird das Berech­ti­gungs­ver­fah­ren kri­ti­siert, weil eine am Markt immer stär­ke­re Spe­zia­li­sie­rung dazu geführt hat, dass Archi­tek­ten den Bau­her­ren in der Pra­xis gar nicht mehr über den gesam­ten Bau­ab­lauf beglei­ten. Dies führt dazu, dass vie­le Archi­tek­ten gar nicht mehr in der Bau­lei­tung arbei­ten. Man mun­kelt, dass die not­wen­di­gen Refe­renz­nach­wei­se von Fir­men­chefs unter­schrie­ben und bei der Kam­mer ein­ge­reicht wer­den. Aus Bau­her­ren­sicht ist die feh­len­de Erfah­rung auf der Bau­stel­le als kri­tisch zu bewer­ten. Eine geson­der­te Prü­fung über die tat­säch­li­chen Kennt­nis­se der Archi­tek­ten, bei­spiels­wei­se über wirt­schaft­li­che und bau­kon­struk­ti­ve Inhal­te fin­det bei der Auf­nah­me in die Archi­tek­ten­kam­mer nicht statt.

Wo arbeiten Bauvorlageberechtigte?

Bau­vor­la­ge­be­rech­tig­te arbei­ten klas­sisch in Architektur‑, oder Inge­nieur­bü­ros, bei Gene­ral­pla­ner, Gene­ral­über­neh­mer und bei Bau­trä­gern. Als Bau­herr haben Sie somit viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, einen geeig­ne­ten Ansprech­part­ner für Ihr Bau­vor­ha­ben zu finden.

Gilt eine Bauvorlageberechtigung bundesweit?

Die Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung wird in den Archi­tek­ten- und Inge­nieur­kam­mern der ein­zel­nen Bun­des­län­der erteilt. In den meis­ten Bun­des­län­dern wird die Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung gegen­sei­tig akzep­tiert. Im Zwei­fel soll­ten Sie als Bau­herr Ihren Ansprech­part­ner über einen ent­spre­chen­den Nach­weis bit­ten. Im digi­ta­len Zeit­al­ter soll­te dies kei­ne Her­aus­for­de­rung mehr darstellen.

Fazit: Bauvorlageberechtigung als Qualitätssiegel

Die Beauf­tra­gung eines Bau­vor­la­ge­be­rech­tig­ten wird von Bau­her­ren zum Teil als unver­meid­li­ches Übel im Bau­pro­zess wahr­ge­nom­men. Die Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung gilt, trotz aller Kri­tik am Ver­fah­ren, wei­ter­hin als wich­tigs­tes Qua­li­täts­sie­gel und Nach­weis der fach­li­chen Eig­nung und Erfah­rung. Der Qua­li­täts­ge­dan­ken ist nach jet­zi­gem Stand der Din­ge also best­mög­lich geschützt, wohin­ge­gen aus Bau­her­ren­sicht jedoch mehr Trans­pa­renz hin­sicht­lich der Preis­vor­stel­lun­gen vor­herr­schen könn­te. Nur so kön­nen unse­rer Mei­nung nach Bau­her­ren auch ein­schät­zen, ob es sich um ein teu­res, oder güns­ti­ges Ange­bot han­delt. In der Theo­rie lie­fert die HOAI Ver­gleichs­wer­te (ist jedoch für uner­fah­ren­de Bau­herrn schwer zu ver­ste­hen), in der Pra­xis schafft ein Ange­bots­ver­gleich abhilfe.

  • Verfasst am 28. Januar 2021. Die obigen Informationen können veraltet/fehlerhaft sein und stellen keine Beratung dar. Fragen Sie uns für verbindliche Auskünfte hier an:

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