Eine Dach­log­gia pla­nen – Pra­xis­tipps für Bauherren

dachloggia

Als Dach­log­gia wird ein Ein­schnitt in die Dach­flä­che bezeich­net, der im Wohn­be­reich als wind­ge­schütz­te Außen­flä­che für gemüt­li­che Som­mer­aben­de, oder als Abstell­flä­che im Win­ter genutzt wer­den kann. Eine Dach­log­gia kann auch nach­träg­lich in bestehen­den Dach­flä­chen “ein­ge­schnit­ten“ wer­den. In die­sem Arti­kel fas­sen wir häu­fig gestell­te Fra­gen zum The­ma Dach­log­gia für inter­es­sier­te Bau­her­ren zusam­men. Dabei han­delt es sich im Kern um pla­nungs­recht­li­che und bau­kon­struk­ti­ve Fra­ge­stel­lun­gen beim Bau­en im Bestand.

Dach­log­gia, Bal­kon, Dach­ter­ras­se – Was ist denn der Unterschied?

Es han­delt sich um unter­schied­li­che Bau­kon­struk­tio­nen. Bal­ko­ne wer­den an der äuße­ren Trag­schicht einer Wand, bzw. in der Decke ver­an­kert. Eine Dach­ter­ras­se fin­det man bei Häu­sern mit Flach­dach und bei Staf­fel­ge­schos­sen. Die Dach­log­gia ist ein Dach­ein­schnitt in ein Steil­dach. Allen Begrif­fen gemein ist, dass sie nicht voll­stän­dig gegen Wind und Wet­ter schützen. 

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Anga­ben zur Projektart

Was ist beim nach­träg­li­chen Ein­bau einer Dach­log­gia zu beachten?

Der Dach­ein­schnitt ist ein Ein­griff in das äuße­re Erschei­nungs­bild des Gebäu­des. Das heißt, eine Rück­spra­che mit den zustän­di­gen Bau­be­hör­den ist not­wen­dig. Bei erfor­der­li­cher Bau­ge­neh­mi­gung ist ein Bau­an­trag ein­zu­rei­chen (auch Bau­ge­such genannt). Bei Umnut­zun­gen wer­den wei­ter­hin Brand­schutz­nach­wei­se (u. a. Abstand zum Nach­bar­ge­bäu­de, ggf. Ret­tungs­we­ge) für die Antrags­stel­lung benö­tigt. Aus (Ver-)Mietersicht, sowie (Ver-)Käufersicht ist zu beach­ten, dass die Wohn­flä­che neu berech­net wer­den muss. Bau­tech­nisch sind beson­ders die Anschlüs­se an die bestehen­den Struk­tu­ren am Dach, an Wän­den und Böden rele­vant (z. B. Ent­wäs­se­rung, Abdich­tung am Fens­ter, Däm­mung im Boden­be­reich). Die Umbau­maß­nah­men wol­len gut orga­ni­siert sein: Bau­lärm, Zugäng­lich­keit, Gerüs­te, Stell­plät­ze, sowie die Siche­rung der Ver­kehrs­we­ge sind zu beach­ten. Wei­ter­hin erge­ben sich für den Bau­her­ren ver­schie­de­ne gestal­te­ri­sche Mög­lich­kei­ten, die eine ent­spre­chen­de Ent­schei­dungs­freu­dig­keit erfor­dern (Ver­klei­dun­gen im Dach­be­reich, Boden­be­lag, Art des Gelän­ders, Wand­ver­klei­dun­gen, Fens­ter­flä­chen­an­teil, etc.).

Mit wel­chen Kos­ten kann man bei einer Dach­log­gia rechnen?

Die Bau­kos­ten pau­schal zu bestim­men ist nur bedingt mög­lich. Seriö­se Hand­wer­ker füh­ren in der Regel eine Orts­be­sich­ti­gung durch. Sehr moder­ne Unter­neh­men set­zen neue digi­ta­le Mög­lich­kei­ten wie Live­streams, Cloud-Lösun­gen, o. Ä. ein. Ver­ges­sen Sie neben den Bau­kos­ten nicht die Pla­nungs­kos­ten mit­ein­zu­rech­nen. Die Bau­kos­ten kön­nen je nach Lage, Grö­ße und Aus­stat­tungs­stand stark unter­schied­lich sein. Bei Bau­kos­ten­an­ga­ben im Inter­net sind die Rah­men­be­din­gun­gen häu­fig unklar. Die tat­säch­lich bezahl­ten Prei­se wer­den dort im Regel­fall nicht ange­ge­ben. Die Her­stel­lung einer Dach­log­gia bewer­ten wir auf­wen­di­ger als eine Dach­gau­be (Abdich­tun­gen Sockel­be­reich, grö­ße­re Fens­ter, etc.). Wir emp­feh­len Ihnen daher bei einem Fach­ex­per­ten vor­stel­lig zu wer­den. Archi­tek­ten, Inge­nieu­re, als auch Hand­wer­ker wer­den Sie im Regel­fall nach wei­ter­füh­ren­den Infor­ma­tio­nen fra­gen. Bei ein­zel­nen Hand­wer­kern ist bei Kos­ten­an­ga­ben zu berück­sich­ti­gen, dass Sie nicht nur Anga­ben zu ein­zel­nen Arbei­ten (z. B. Zim­me­rei­ar­bei­ten) bekom­men. Gerüst­kos­ten, Ver­kehrs­si­che­rung, Pla­nungs­kos­ten, ggf. Miet­min­de­run­gen wäh­rend der Bau­zeit, sowie wei­te­re Klein­ge­wer­ke (z. B. Rück­bau von Gas‑,Wasser‑,oder Strom­lei­tun­gen) sind zu berück­sich­ti­gen. Ent­spre­chen­de Leis­tun­gen sind vor der eigent­li­chen Mon­ta­ge (Zim­me­rei­ar­bei­ten) zu klä­ren. Ansons­ten besteht die Gefahr, dass der Zim­me­rer kommt und nicht arbei­ten kann oder eine halb­fer­ti­ge Bau­stel­le hinterlässt.

Was schät­zen Sie – Wie teu­er wird es?

Wir emp­feh­len Ihnen, ent­we­der beim Zim­mer­mann eine Kos­ten­schät­zung anzu­fra­gen, alter­na­tiv Archi­tek­ten und Inge­nieu­re anzu­spre­chen. Eine gro­be Kos­ten­ein­schät­zung kann teil­wei­se auf Basis ver­gan­ge­ner Pro­jek­te oder sta­tis­ti­scher Daten (Pro­jek­te Drit­ter) vor­ge­nom­men werden.

Fazit – Die Dach­log­gia als Sommernachtstraum

<p>Der Grill­abend war­tet! Aber bit­te eins nach dem ande­ren: Vor­ab sind bau­recht­li­che, finan­zi­el­le und tech­ni­sche Rah­men­be­din­gun­gen mit den zustän­di­gen Behör­den, Fach­pla­nern und Hand­wer­kern zu klä­ren. Damit Sie auch lan­ge Spaß an Ihrer Dach­log­gia haben emp­feh­len wir Ihnen anschlie­ßend bei der Aus­füh­rung auf erfah­re­ne Hand­wer­ker zurück­zu­grei­fen. Abge­se­hen von der ober­flä­chi­gen Gestal­tung sind vor allem die Anschluss­be­rei­che am Fens­ter­so­ckel, sowie die Ent­wäs­se­rung wich­ti­ge und oft kri­ti­sche bau­tech­ni­sche Details, die gut geplant und aus­ge­führt sein soll­ten. Gera­de im Gebäu­de­be­stand ist dies nicht immer ein­fach umsetzbar.