Dach­aus­bau: Mit oder ohne Sta­ti­ker?

Dachausbau mit dem Statiker

Vie­le Bau­her­ren stel­len sich die Fra­ge: »Ich möch­te mein Dach­ge­schoss aus­bau­en. Ist es not­wen­dig einen Sta­ti­ker zu beauf­tra­gen?«. Bau­li­che Abän­de­run­gen an Gebäu­den (wie ein Dach­aus­bau), ob pri­vat oder öffent­lich, sind viel­fach an Geneh­mi­gun­gen gebun­den. Gesetz­li­che Vor­schrif­ten sind zu beach­ten.

Unter Umstän­den ist sogar eine Bau­ge­neh­mi­gung erfor­der­lich. Aus­kunft dar­über ertei­len die Lan­des­bau­äm­ter und das Bau­amt. Unab­hän­gig davon ist die Bei­zie­hung eines bau­tech­ni­schen Exper­ten uner­läss­lich. In wel­chen Fäl­len dies not­wen­dig ist, ist The­ma die­ses Arti­kels.

Gesetz­li­che Vor­schrif­ten, die beim Dach­aus­bau zu berück­sich­ti­gen sind

Es gibt kei­ne lan­des­wei­te Richt­li­nie, die Vor­schrif­ten sind von Bun­des­land zu Bun­des­land unter­schied­lich. Grund­sätz­lich ist der nach­träg­li­che Aus­bau des Dach­bo­dens zur Wohn­flä­che eine geneh­mi­gungs­pflich­ti­ge Nut­zungs­än­de­rung. Eine Bau­ge­neh­mi­gung oder ein Ver­fah­ren zur Frei­stel­lung ist erfor­der­lich. Aus­ge­nom­men sind Reno­vie­run­gen und Instand­set­zun­gen, die den bau­li­chen Cha­rak­ter des Hau­ses nicht ver­än­dern.

Die Behör­de wird dem Bau­vor­ha­ben zustim­men, wenn:

  • die bau­ord­nungs­recht­li­chen Bestim­mun­gen nicht dage­gen spre­chen
  • das Dach den Anfor­de­run­gen der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung ent­spricht
  • die Vor­schrif­ten des Brand­schut­zes (Brand­schutz­klas­se, Feu­er­wi­der­stands­klas­se) erfüllt sind.

Hier fin­den Sie For­mu­la­re des Bau­amts Müns­ter als Bei­spiel …

Ab wann ist ein Sta­ti­ker bei­zu­zie­hen?

Selbst wenn Ihr Bau­vor­ha­ben nicht geneh­mi­gungs­pflich­tig ist, ist die Bei­zie­hung eines Fach­man­nes anzu­ra­ten. Die zu erwar­ten­den Flä­chen­las­ten auf den Boden, die Decke und die Dach­kon­struk­ti­on wird ein Sta­ti­ker als Trag­werks­pla­ner am bes­ten beur­tei­len.

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In sta­ti­scher Hin­sicht sind rei­ne Stau­räu­me eher unbe­denk­lich. Schwe­re Möbel, Sani­tär­räu­me, Küchen, bedin­gen grö­ße­re Flä­chen­las­ten und beein­flus­sen die Sta­tik des Hau­ses. Der Sta­ti­ker wird die Eig­nung im Vor­hin­ein prü­fen, bei Bedarf ein Gut­ach­ten erstel­len und die wei­te­re Vor­gangs­wei­se abklä­ren.

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Wel­che sta­ti­schen Anfor­de­run­gen sind zu berück­sich­ti­gen

Es hängt nicht allein von den künf­tig ein­ge­brach­ten Gegen­stän­den und Möbeln ab, wenn man die sta­ti­schen Aus­wir­kun­gen betrach­tet. Bau­li­che Ver­än­de­run­gen (Ent­fer­nen oder Ein­zie­hen von Wän­den, neue Tür­durch­brü­che und Fens­ter, etc.) ändern das Gesamt­ge­fü­ge des Bau­werks.

Über­dies ist das Eigen­ge­wicht der Mate­ria­li­en zu berück­sich­ti­gen, das auf die bestehen­de Kon­struk­ti­on drückt und eine zusätz­li­che Last dar­stellt. Neben dem zu erwar­ten­den Gewicht, das die Decke künf­tig tra­gen wird, prüft der Sta­ti­ker, ob eine Ver­stär­kung der Dach­bal­ken und ‑trä­ger erfor­der­lich ist. Ein Aus­bau bedingt meist eine zusätz­li­che oder neue Däm­mung und Innen­ver­klei­dung der Dach­kon­struk­ti­on. Las­ten bis zu 50 kg pro m² sind kei­ne Sel­ten­heit.

Wel­che Bau­vor­ha­ben sind geneh­mi­gungs­pflich­tig?

Kla­rer­wei­se ist so eine Fra­ge, immer mit der Ant­wort ver­bun­den, dass es Län­der­sa­che ist, wel­che Bau­vor­ha­ben eines Rechts­ak­tes bedür­fen. Eine sol­che Geneh­mi­gung ist dem Grun­de nach eine »bau­recht­li­che Unbe­denk­lich­keits­er­klä­rung« und bestä­tigt, dass das Bau­vor­ha­ben nicht in Wider­spruch zu gel­ten­den Vor­schrif­ten steht. Der Bau­wer­ber hat einen Rechts­an­spruch auf eine Bau­ge­neh­mi­gung.

Die Grund­la­ge des Ver­fah­rens ist ein, von einem Pla­ner erstell­ter, Bau­an­trag, der bei der Bau­auf­sichts­be­hör­de ein­zu­rei­chen ist. Neben den erfor­der­li­chen Unter­la­gen sind tech­ni­sche Nach­wei­se zur Stand­si­cher­heit (Sta­tik) und zum Wär­me- und Schall­schutz bei­zu­brin­gen.

Bau­ge­neh­mi­gun­gen sind vor­ge­schrie­ben, wenn:

  • die Dach­nei­gung oder die Grund­flä­che ver­än­dert wird
  • eine Dach­ter­ras­se oder Dach­gau­ben geplant sind
  • der Cha­rak­ter des Hau­ses sich grund­sätz­lich ändert.
  • zusätz­li­che Wohn­flä­che geschaf­fen wird (Nut­zungs­än­de­rung)

Zusam­men­fas­sung und Fazit: Sta­ti­ker beim Dach­aus­bau

Bei allen Bau­maß­nah­men, die sich auf die Stand­si­cher­heit eines Gebäu­des oder Tei­le davon aus­wir­ken, ist ein Sta­ti­ker bei­zu­zie­hen. Und zwar unab­hän­gig von einer erfor­der­li­chen Bau­ge­neh­mi­gung. Einen sol­chen Exper­ten früh­zei­tig bei der Hand zu haben, schützt nicht nur vor spä­te­ren teu­ren Scha­den­er­satz­ver­fah­ren, wenn etwas pas­siert ist, son­dern spart Kos­ten.

Einer­seits ist es die gestal­te­ri­sche Kom­pe­tenz des Fach­man­nes, die zum Gelin­gen bei­trägt, ander­seits sind Kos­ten­ein­spa­run­gen rea­lis­tisch. So haben bspw. schon klei­ne Ver­än­de­run­gen an den Trag­werks­kon­struk­tio­nen eine erheb­li­che Aus­wir­kung auf die Mate­ri­al­kos­ten.

Laut den Lan­des­bau­ord­nun­gen erstel­len Bau­sta­ti­ker die rech­ne­ri­schen Nach­wei­se zum Schall‑, Brand- und Wär­me­schutz. Die Kos­ten sind in der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re (HOAI) ver­bind­lich gere­gelt.

Refe­ren­zen im Alt­bau

Anbau in Cas­­trop-Rau­­xel (NRW)

Von uns wur­den die sta­ti­schen Berech­nun­gen für die­sen Anbau im öst­li­chen Ruhr­ge­biet – zwi­schen Dort­mund und Reck­ling­hau­sen – vor­ge­nom­men.