Stand­si­cher­heit im Neu­bau

Neubau und dessen Standsicherheit

Auf den Bau­her­ren eines Neu­baus kom­men jede Men­ge Vor­pla­nun­gen zu, bevor der ers­te Spa­ten­stich getan ist. Neben dem pla­nen­den Archi­tek­ten ist der Trag­werks­pla­ner einer der Schlüs­sel­ex­per­ten, da er für die Stand­si­cher­heit im Neu­bau zustän­dig ist.

Sta­ti­ker füh­ren, neben den Berech­nun­gen für die Stand­si­cher­heit des Hau­ses, die Pla­nung des Brand- und Lärm­schut­zes durch. Außer­dem küm­mern sie sich um die Berech­nung des Ener­gie­be­darfs laut den Richt­li­ni­en der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung. Hier­bei sind durch die punkt­ge­naue Pla­nung beim Neu­bau nicht unbe­trächt­li­che Kos­ten ein­zu­spa­ren.


Bau­phy­si­ka­li­sche Nach­wei­se benö­tigt? In 2 Minu­ten zum kos­ten­lo­sen Ange­bot!

Schritt 1 von 3
SSL gesicherte Übertragung

Wie ist die Stand­si­cher­heit im Neu­bau nach­zu­wei­sen?

Jeder Neu­bau erfor­dert einen rech­ne­ri­schen Nach­weis der Sta­bi­li­tät, der mit Metho­den der Bau­sta­tik (hof­fent­lich zügig) erstellt wird. Das wird als Stand­si­cher­heits­nach­weis bezeich­net.

Mit dem Nach­weis wird belegt, dass das Gebäu­de bestimm­ten Belas­tun­gen (Span­nun­gen, Kräf­te) wider­steht. Auf­tre­ten­de Las­ten wer­den in die­sem Fal­le in die Stand­flä­che abge­lei­tet. Die Erstel­lung wird von Sta­ti­kern, Trag­werks­pla­nern, Bau­in­ge­nieu­ren vor­ge­nom­men und ist Teil der Unter­la­gen des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens. Im Nor­mal­fall betrifft dies Gebäu­de der Gebäu­de­klas­sen 1 bis 3 nach der Mus­ter­bau­ord­nung (MBO):

  • 1a) Gebäu­de, frei­ste­hend und die Höhe von 7 m nicht über­schrei­tend; maxi­mal zwei Nut­zungs­ein­hei­ten; maxi­mal 400 m² Nut­zungs­flä­che
  • 1b) Land- oder forst­wirt­schaft­li­che Gebäu­de, die frei­ste­hen
  • 2) Gebäu­de, die die Höhe von 7 m nicht über­schrei­ten; mit max. 2 Nut­zungs­ein­hei­ten; maxi­mal 400 m² Nut­zungs­flä­che
  • 3) Sons­ti­ge Gebäu­de mit einer Höhe bis zu 7 m

Ein Sta­ti­ker ermit­telt also die Trag­fä­hig­keit des Bodens und damit die Stand­si­cher­heit. Im Zusam­men­hang mit der Trag­werks­pla­nung unter­stützt er den Bau­herrn maß­geb­lich zur Her­stel­lung der Gebrauchs­taug­lich­keit sei­nes Hau­ses. Das Boden­gut­ach­ten ist bspw. auch eine wert­vol­le Ent­schei­dungs­hil­fe für eine Unter­kel­le­rung.

Sta­ti­ker und Trag­werks­pla­ner sind außer­dem im Regel­fall für die Grund­la­gen des Brand- und Lärm­schut­zes zustän­dig. Die Erbrin­gung der Nach­wei­se wird in den ein­zel­nen Lan­des­bau­ord­nun­gen, im Abschnitt über bau­tech­ni­sche Nach­wei­se gere­gelt. Zusätz­lich ist die Erfül­lung der Anfor­de­run­gen an die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung zu bele­gen.

Die Stand­si­cher­heit im Neu­bau in den ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern

In 3 Bun­des­län­dern, muss die Stand­si­cher­heit durch einen eigens beauf­trag­ten Sta­ti­ker über­prüft wer­den.

Ber­lin: Bau­ord­nung Ber­lin (BauO Bln § 66 – Bau­tech­ni­sche Nach­wei­se)

Von der Bau­auf­sichts­be­hör­de wird, bei nicht ver­fah­rens­frei­en Bau­an­la­gen, in Ber­lin ein Nach­weis der Stand­si­cher­heit, des Brand‑, Schall- und Erschüt­te­rungs­schut­zes ver­langt. Zusätz­lich ist hier in den Nach­wei­sen auf die Ener­gie­ein­spa­rung ein­zu­ge­hen.

Die dazu berech­tig­ten Exper­ten müs­sen in der Lis­te der Bau­vor­la­gens­be­rech­tig­ten Ber­lin ein­ge­tra­gen sein und über die vor­aus­ge­setz­ten Aus­bil­dun­gen und Berufs­er­fah­rung ver­fü­gen:

  • Stu­di­um der Archi­tek­tur, Hoch­bau, Bau­in­ge­nieurs­we­sen
  • Min­des­ten drei­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung in der Trag­werks­pla­nung

Bran­den­burg; Bran­den­bur­gi­sche Bau­ord­nung (BgbBO § 66, Abs. 4)

In Bran­den­burg ist bei den Gebäu­de­klas­sen 1 bis 3 und sons­ti­gen Anla­gen, die kei­ne Gebäu­de sind, ein Stand­si­cher­heits­nach­weis zu erstel­len. Dazu berech­tig­te Per­so­nen benö­ti­gen die fol­gen­den Qua­li­fi­ka­tio­nen:

  • Stu­di­um /​ Hoch­schul­ab­schluss in Archi­tek­tur, Bau­in­ge­nieur, Hoch­bau
  • Min­des­tens 3‑jährige Berufs­er­fah­rung in der Trag­werks­pla­nung (in Lis­te ein­ge­tra­gen)
  • Die Ein­tra­gung in die gleich­ran­gi­ge Lis­te eines ande­ren Bun­des­lan­des
  • Oder Prüf­in­ge­nieur für Stand­si­cher­heit

Hes­sen: Hes­si­sche Bau­ord­nung (HBO 2018 § 66 – Bau­tech­ni­sche Nach­wei­se)

Von den hier­zu berech­tig­ten Per­so­nen (Prüf­sach­ver­stän­di­ge) sind Nach­wei­se für die Stand­si­cher­heit zu erbrin­gen. Feu­er­wi­der­stands­dau­er, tra­gen­de Bau­tei­le, vor­beu­gen­der Brand­schutz, der Schall- und Wär­me­schutz und Ener­gie­er­zeu­gungs­an­la­gen sind in den Nach­wei­sen u. U. ein­ge­schlos­sen.

Bau­vor­la­gens­be­rech­tigt sind Per­so­nen, die, unter ande­rem, in die Lis­te bau­vor­la­gens­be­rech­tig­ter Inge­nieu­rin­nen und Inge­nieu­re ein­ge­tra­gen (§ 8 Abs. 1 Satz 2 Hes­si­sches Inge­nieurs­ge­setz) sind. Gleich­be­rech­tigt gilt der Ein­trag in eine ver­gleich­ba­re Lis­te eines ande­ren Lan­des.


Wir sind ein­ge­tra­ge­ne Bau­in­ge­nieu­re in der Inge­nieurs­kam­mer in Nie­der­sa­chen und in Hes­sen mit über 15 Jah­ren Berufs­er­fah­rung. Somit kön­nen wir in jedem Bun­des­land, also bun­des­weit, agie­ren. Bau­phy­si­ka­li­sche Nach­wei­se wie der Wär­me- oder Schall­schutz gehö­ren eben­falls zu unse­rem Leis­tungs­port­fo­lio. Falls bau­recht­lich gefor­dert in Koope­ra­ti­on mit unse­ren Part­nern als staat­lich aner­kann­ten Sach­ver­stän­di­gen bzw. Ent­wurfs­ver­fas­ser.



Was sind ver­fah­rens­freie Bau­vor­ha­ben ?

Alle oben genann­ten Vor­schrif­ten bezie­hen sich auf Bau­vor­ha­ben, die als »nicht ver­fah­rens­frei« ein­ge­stuft wer­den. Wel­che Bau­wer­ke »ver­fah­rens­frei« sind, ist in den jewei­li­gen Lan­des­bau­ord­nun­gen der Bun­des­län­der im Abschnitt »Geneh­mi­gungs­frei­es Bau­en« nach­zu­le­sen.


Refe­ren­zen – ESTATIKA