Wie fin­de ich den rich­ti­gen Architekten?

einen architekten

Sie über­le­gen ein eige­nes Haus zu bau­en, oder ein bestehen­des Haus umzu­bau­en? Sie stel­len sich die Fra­ge, wel­cher Archi­tekt für Sie das Haus ent­wer­fen soll? Sie suchen einen Künst­ler, eine güns­ti­ge Lösung, einen Lokal­ma­ta­dor, einen Inno­va­tor, oder am bes­ten einen All­roun­der? In die­sem Arti­kel möch­ten wir Ihnen hel­fen den pas­sen­den Ansprech­part­ner für Ihr Bau­vor­ha­ben zu fin­den. Wir erklä­ren Ihnen dabei, wann und wofür Sie spe­zi­ell einen Archi­tek­ten benö­ti­gen und wer für Sie der rich­ti­ge Ansprech­part­ner sein kann.

Wofür benö­ti­ge ich einen Architekten?

Der Archi­tekt ist eine geschütz­te Berufs­be­zeich­nung. Archi­tek­ten wur­den ursprüng­lich als Bau­meis­ter aus­ge­bil­det. Die Rea­li­tät zeigt aus unse­rer Sicht jedoch, dass sich ent­ge­gen dem ursprüng­li­chen Bau­meis­ter­ge­dan­ken die Archi­tek­tur­bü­ros der heu­ti­gen Zeit sich immer stär­ker auf ein­zel­ne Leis­tun­gen und Gebäu­de­ar­ten spe­zia­li­siert haben. Der Markt ist für Lai­en daher sehr undurch­sich­tig gewor­den. Theo­re­tisch kön­nen Sie auch ohne Archi­tek­ten bei Ihrem Bau­vor­ha­ben aus­kom­men. Dann müss­te jedoch ein Bau­in­ge­nieur feder­füh­rend (z.B. gemein­sam mit einem Bau­zeich­ner) die Gestal­tung des Gebäu­des über­neh­men. Erfah­rungs­ge­mäß sind jedoch immer noch Archi­tek­ten am häu­figs­ten in die Pro­zes­se der Bau­an­trags­stel­lung invol­viert.

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Anga­ben zur Projektart

Was unter­schei­det den Archi­tek­ten vom Bauingenieur?

Das Stu­di­um der Archi­tek­ten im Hoch­bau kon­zen­triert sich im Gegen­satz zum Bau­in­ge­nieur­stu­di­um stär­ker auf die gestal­te­ri­schen Aspek­te des Ent­wurfs. Das Stu­di­um der Bau­in­ge­nieu­re (Hoch­bau) fokus­siert sich dage­gen stär­ker auf die Kon­struk­ti­on, den Bau­ab­läu­fen und der Bemes­sung ein­zel­ner Bau­tei­le („bleibt das Haus sicher ste­hen?“). Wei­ter­hin steht für den Archi­tek­ten das öffent­li­che Bau­recht (wo darf ich wie bau­en?) stär­ker im Fokus als bei Bau­in­ge­nieu­ren, die sich in der Regel mehr mit dem pri­va­ten Bau­recht (Pla­ner- und Bau­ver­trä­ge) beschäf­ti­gen. Wei­te­re The­men in bei­den Stu­di­en­gän­gen sind die Wirt­schaft­lich­keit, sowie die Ablauf­or­ga­ni­sa­ti­on eines Bau­vor­ha­bens. Jede Uni­ver­si­tät legt im Detail jedoch unter­schied­li­che Schwer­punk­te fest. Eine ein­deu­ti­ge Klas­si­fi­zie­rung ist auf­grund des brei­ten Stu­di­en­an­ge­bo­tes nicht mög­lich. Etwas kli­schee­haft wer­den Archi­tek­ten eher als Künst­ler und Bau­in­ge­nieu­re als wirt­schaft­lich und tech­nisch gepräg­te Kon­struk­teu­re angesehen.

Mar­ke Eigen­ent­wurf – Benö­ti­ge ich einen Architekten?

Die Viel­zahl an Bau­her­ren­fo­ren zeigt, dass bei weni­ger kom­ple­xen Bau­maß­nah­men die Gestal­tung und Rau­di­men­sio­nie­rung häu­fig auch in Eigen­leis­tung von Bau­her­ren selbst erbracht wird. Das Pro­blem bei der Umset­zung ist die bau­recht­li­cher Ein­schät­zung. Ein Bau­an­trag wird von Bau­her­ren und einem bau­vor­la­ge­be­rech­tig­ten Ent­wurfs­ver­fas­ser, Objekt­pla­ner, bzw. Plan­fer­ti­ger (Bezeich­nung, je nach Lan­des­bau­ord­nung) gestellt. Dabei han­delt es sich im Regel­fall um einen Inge­nieur oder Archi­tek­ten.

Die Alter­na­ti­ve– Einen Bau­in­ge­nieur fragen?

Bei einem Ent­wurf sind grund­sätz­lich gestal­te­ri­sche, kon­struk­ti­ve, bau­ab­lauf­spe­zi­fi­sche und bau­recht­li­che Anfor­de­run­gen im Vor­feld einer Bau­maß­nah­me zu berück­sich­ti­gen. Ein Kunst­werk auf dem Blatt Papier nützt schließ­lich wenig, wenn es sich nicht, oder nur nicht bezahl­ba­ren Umstän­den umset­zen lässt. Grund­sätz­lich kön­nen sie natür­lich auch einen Bau­in­ge­nieur für den Ent­wurf fra­gen. Sol­len sie aller­dings höhe­re gestal­te­ri­sche Anfor­de­run­gen mit­brin­gen, benö­ti­gen Sie für den Ent­wurf gewis­se Grund­kennt­nis­se bei der Anord­nung ein­zel­ner Bau­tei­le, der Raum­di­men­sio­nie­rung und der Funk­ti­ons­be­ur­tei­lung. Die Wahr­schein­lich­keit, dass ein Archi­tekt die Grund­kennt­nis­se und die not­wen­di­ge Krea­ti­vi­tät mit­bringt ist auf­grund des Stu­di­ums höher als bei einem bau­vor­la­ge­be­rech­tig­ten Bau­in­ge­nieur, Bau­tech­ni­ker oder Handwerksmeister.

Einen guten All­round-Ansatz lie­fern Archi­tek­tur- und Inge­nieur­bü­ros die als Gene­ral­pla­ner auf­tre­ten. Bei Gene­ral­pla­nern wird ein Gesamt­ko­or­di­na­tor ein­ge­setzt, mit des­sen Hil­fe die Gestal­tung, Bau­phy­sik, Wirt­schaft­lich­keit und tech­ni­scher Umsetz­bar­keit unter Berück­sich­ti­gung der Bau­her­ren­in­ter­es­sen gesamt­heit­lich betrach­tet wird. Alle Leis­tun­gen kom­men dann aus einem Haus.

Benö­ti­ge ich einen Archi­tek­ten aus mei­nem Ort/​Bundesland?

Es ist bau­ord­nungs­recht­lich betrach­tet nicht zwin­gend erfor­der­lich sich an einem lokal ansäs­si­gen Archi­tek­ten oder Inge­nieur zu wen­den. Durch eine gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung wird eine Bau­vor­la­ge­be­rech­ti­gung aus ande­ren Bun­des­län­dern in Deutsch­land akzep­tiert. Auch aus­län­di­sche Archi­tek­ten und Inge­nieu­re kön­nen bau­vor­la­ge­be­rech­tigt sein. Bei Hand­werks­meis­tern und Bau­tech­ni­kern gibt es unter­schied­li­che Regelungen. 

Aus Bau­her­ren­sicht dür­fen recht­lich gese­hen im Zuge der Bau­an­trags­stel­lung, oder einem Bau­vor­be­scheid kei­ne Vor- oder Nach­tei­le ent­ste­hen. Am Ende des Tages steht die Qua­li­tät des Pla­nungs­kon­zep­tes im Vordergrund.

Fazit: Der rich­ti­ge Ansprech­part­ner lautet…?

Die Wahl des rich­ti­gen Ansprech­part­ners ist eine indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung. Sie basiert im Kern dar­auf, was Ihnen wich­tig erscheint. Wir haben zur Unter­stüt­zung ein paar Leit­fra­gen vor­be­rei­tet, damit Sie die Suche nach dem rich­ti­gen Archi­tek­ten für sich beant­wor­ten können:

  • Benö­ti­gen Sie einen reprä­sen­ta­ti­ven Ent­wurf eines Künst­lers? Gehen Sie zu einem aner­kann­ten Archi­tek­tur­bü­ro; durch­stö­bern Sie die ver­schie­de­nen Referenzen.
  • Bevor­zu­gen Sie den per­sön­li­chen Kon­takt? Gehen Sie zu einem Lokal­ma­ta­dor in Ihrem Ort. Viel­leicht ken­nen Sie jeman­dem im Sport­ver­ein mit dem Sie auch unab­hän­gig vom Bau­vor­ha­ben ger­ne einen Kaf­fee trin­ken gehen.
  • Suchen Sie einen beson­ders güns­ti­gen Anbie­ter? Recher­chie­ren Sie im Inter­net nach Prei­sen. Sie sind im digi­ta­len Zeit­al­ter nicht mehr an einen Lokal­ma­ta­dor gebun­den. Auch Bera­tungs­ge­sprä­che las­sen sich mitt­ler­wei­le sehr gut digi­tal abwickeln.
  • Suchen Sie einen All­roun­der und Stress­frei­heit? Gehen Sie zu einem Gene­ral­pla­ner. Gene­ral­pla­ner erleich­tern Ihnen wei­ter­hin die Suche nach einem geeig­ne­ten Sta­ti­ker, oder Bau­phy­si­ker für Wärme‑, Schall­schutz- und Brand­schutz­nach­wei­sen. Mög­li­cher­wei­se fin­den Sie sogar jeman­den, der auch noch digi­tal und preis­güns­tig anbie­ten kann.

Unab­hän­gig von den Leit­fra­gen emp­feh­len wir Ihnen Pla­nungs­part­ner auf­zu­su­chen, die sich auf Ihre Bedürf­nis­se spe­zia­li­siert haben. Die pla­ne­ri­schen Anfor­de­run­gen bei reprä­sen­ta­ti­ven Büro­bau­ten, Hotels, oder Kli­ni­ken wei­chen teils stark vom pri­va­ten Wohn­bau ab. Beach­ten Sie bei der Kal­ku­la­ti­on der Bau­neben­kos­ten und Dau­er Ihres Vor­ha­bens wei­ter­hin, dass zusätz­li­che Auf­wen­dun­gen für Bau­grund­gut­ach­ten, oder Beweis­si­che­run­gen bei Nach­bar­be­bau­ung anfal­len kön­nen. Ihr Pla­nungs­part­ner beim Bau­an­trag hat dahin­ge­hend einer gewis­sen Bera­tungs­pflicht nachzukommen.