Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Archi­tekt und Sta­ti­ker beim Neu­bau

Zusammenarbeit von Architekt und Statiker

Eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen Archi­tekt und Sta­ti­ker ist wich­tig und erfor­dert von bei­den Par­tei­en eine rei­bungs­lo­se Koope­ra­ti­on. Am Ende soll das Traum­haus des Kun­den jeden Belas­tun­gen stand­hal­ten und genau sei­nen Wün­schen ent­spre­chen. Doch nicht immer las­sen sich die Visio­nen eines Archi­tek­ten und die Sicher­heits­an­sprü­che des Sta­ti­kers mit­ein­an­der ver­ei­nen. Dann gilt es den best­mög­li­chen Kom­pro­miss zu fin­den.

Die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben von Archi­tekt und Sta­ti­ker

Eine kla­re Abgren­zung der Auf­ga­ben­be­rei­che ist zu Beginn des Bau­vor­ha­bens sinn­voll und ver­mei­det unnö­ti­ge Dif­fe­ren­zen.

Die Auf­ga­ben und Tätig­kei­ten des Archi­tek­ten

Nach ein­ge­hen­den Gesprä­chen mit dem Kun­den weiß der Archi­tekt genau wie der Neu­bau aus­zu­se­hen hat. Anschlie­ßend ent­wirft er die ers­ten Plä­ne, prüft sämt­li­che rele­van­ten Bedin­gun­gen und fügt alle Details in den Ein­ga­be­plan. Wenn der Bau­herr es wünscht, über­nimmt der Archi­tekt die Bau­über­wa­chung des Neu­baus. Das beinhal­tet den rei­bungs­lo­sen Bau­ab­lauf und die Absi­che­rung der Per­so­nen, die am Objekt arbei­ten.


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Die Auf­ga­ben des Sta­ti­kers

Der Trag­werks­pla­ner ist in ers­ter Linie für die Stand­si­cher­heit des Neu­baus zustän­dig. Die tra­gen­den Kon­struk­tio­nen müs­sen sta­tisch berech­net wer­den. Aber auch Gelän­der, Fas­sa­den und Vor­dä­cher flie­ßen in die sta­ti­schen Berech­nun­gen mit ein. Dazu muss im Vor­feld der Bau­grund als geeig­net beur­teilt wer­den.

Der Sta­ti­ker ist vom Bau­herrn frei wähl­bar. Häu­fig unter­stützt jedoch der Archi­tekt bei der Aus­wahl.

Die ein­zel­nen Leis­tungs­pha­sen beim Neu­bau

Bis mit dem Neu­bau begon­nen wer­den kann, gel­ten für Archi­tekt und Sta­ti­ker nach­fol­gen­de Bau­pha­sen, bei denen der Pla­ner das gro­ße Gan­ze in Auge behält und der Trag­werks­pla­ner sich um die Details küm­mert:

Grund­la­gen­er­mitt­lung

Eine fach­ge­rech­te Grund­la­gen­er­mitt­lung ist die Basis für einen Neu­bau. Zuerst wird der Archi­tekt mit dem Bau­herrn das Bau­grund­stück besich­ti­gen, soweit es bereits vor­han­den ist. Vor Ort kön­nen auch sofort die Räu­me visu­ell den ein­zel­nen Him­mels­rich­tun­gen zuge­ord­net wer­den, bei­spiels­wei­se das Wohn­zim­mer mit angren­zen­der Ter­ras­se nach Süden und den Vor­rats­raum im Nor­den. Die Lage des Grund­stücks wird eben­falls in die Pla­nung mit ein­be­zo­gen. Eben­falls ein wich­ti­ger Punkt – liegt das Bau­ge­län­de an einem Hang oder ist es ein Eck­grund­stück?

Mit­hil­fe eines pro­vi­so­ri­schen Grund­ris­ses ent­steht bereits eine ers­te Ansicht, die einem Lai­en pro­vi­so­risch das Bau­pro­jekt zeigt. Zur Grund­la­gen­er­mitt­lung gehört eben­falls eine Pla­nungs- und Arbeits­über­sicht in tabel­la­ri­scher Form. Sie ver­mit­telt einen ers­ten Über­blick, ob sich die Vor­stel­lun­gen des Bau­herrn mit sei­nen finan­zi­el­len Mit­teln ver­ein­ba­ren las­sen.

Bereits in die­ser Bau­pha­se arbei­ten Archi­tekt und Sta­ti­ker eng zusam­men. Wich­ti­ge Daten wie die Nut­zungs­an­for­de­rung wer­den hier bereits erör­tert. Soll es ein Dop­pel­haus, ein Ein­fa­mi­li­en­haus oder ein Büro­ge­bäu­de wer­den und sind bereits Nutz­las­ten vor­han­den? Eben­falls muss die Belas­tungs­si­tua­ti­on geprüft wer­den. Wie sind die ört­li­chen Gege­ben­hei­ten? Ist mit Stür­men, Erd­be­ben oder hef­ti­gen Schnee­fäl­len zu rech­nen und muss vor­ab ein Boden­gut­ach­ten erstellt wer­den? Auch die Dich­tig­keit beim Kel­ler­bau und die Grund­was­ser­tie­fe sind The­men für Archi­tekt und Sta­ti­ker.

Vor­pla­nung

Die Ergeb­nis­se der Grund­la­gen­er­mitt­lung lie­fern die Daten für die Vor­pla­nung. Nun zeich­net der Archi­tekt die ver­schie­de­nen Ansichts‑, Grund­riss- und Schnitt­skiz­zen. Vie­le Archi­tek­tur­bü­ros sind mit CAD-Pro­gram­men aus­ge­stat­tet, die eine 3‑D-Ansicht erstel­len und so dem Bau­herrn das Bau­pro­jekt visu­ell ver­deut­li­chen kön­nen.

Aus die­sen Skiz­zen sind für den Sta­ti­ker die Bedin­gun­gen ersicht­lich, die für eine fun­dier­te Trag­werks­pla­nung wich­tig sind. Eine oder meh­re­re Lösun­gen für ein über­ge­ord­ne­tes Trag­werk­sys­tem wer­den nun erstellt. Dafür arbei­tet der Sta­ti­ker mit dem Archi­tek­ten und dem Bau­herrn eng zusam­men.

Ent­wurfs­pla­nung

In die­ser drit­ten Leis­tungs­pha­se wird ein kon­kre­tes und stim­mi­ges Pla­nungs­kon­zept erar­bei­tet. Nun wer­den die Fein­hei­ten in den Bau­plan gezeich­net, bei­spiels­wei­se die Lage der Fens­ter, das Kon­zept der sani­tä­ren Ein­rich­tun­gen und die Art der Hei­zungs­an­la­ge. Mit wel­chen Bau­stof­fen der Neu­bau erstellt wer­den soll, wird eben­falls fest­ge­legt. Städ­te­bau­li­che Aspek­te wie die Geschoss­hö­he und die Form des Daches müs­sen berück­sich­tigt wer­den. Eben­so flie­ßen in die Ent­wurfs­pla­nung bau­phy­si­ka­li­sche Punk­te wie Wär­me- und Schall­schutz mit ein. Bei der Gestal­tung des Daches ist wie­der die Zusam­men­ar­beit von Archi­tekt und Sta­ti­ker gefragt. Damit der Dach­stuhl den ver­schie­dens­ten Las­ten stand­hält, müs­sen die Berech­nun­gen von einem Trag­werks­pla­ner vor­ge­nom­men wer­den. Wird eine Gau­be oder ein Dach­fens­ter geneh­migt oder ist das über­haupt mög­lich? Die­se Fra­gen klä­ren Sta­ti­ker und Archi­tekt mit dem Bau­herrn gemein­sam. Soll­te spä­ter eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach instal­liert wer­den, berech­net der Sta­ti­ker eine siche­re Dach­kon­struk­ti­on.

Geneh­mi­gungs­pla­nung

Bei der Geneh­mi­gungs­pla­nung fügt der Archi­tekt alle gefor­der­ten Unter­la­gen (je nach Lan­des­bau­ord­nung) dem Bau­an­trag bei. Dabei müs­sen alle recht­li­chen Vor­ga­ben erfüllt wer­den. Nur bau­vor­la­ge­be­rech­tig­te Per­so­nen kön­nen die Geneh­mi­gungs­pla­nung erle­di­gen. Bei Strei­tig­kei­ten mit den Nach­barn oder der Bau­be­hör­de unter­stützt der Archi­tekt den Bau­herrn.

Zu den gefor­der­ten Unter­la­gen für die Geneh­mi­gungs­pla­nung gehört eben­falls der sta­ti­sche Nach­weis zur Stand­si­cher­heit. Aller­dings ist eine Sta­tik für ein Ein­fa­mi­li­en­haus nicht in jedem Bun­des­land von der Bau­be­hör­de gefor­dert. In der jewei­li­gen Lan­des­bau­ord­nung ist dies fest­ge­legt.

Aus­füh­rungs­pla­nung

Bei der Aus­füh­rungs­pla­nung wer­den Plä­ne erstellt, die den Hand­wer­kern am Neu­bau detail­lier­te Anga­ben lie­fern. Die Konstruktions‑, Detail- und Aus­füh­rungs­zeich­nun­gen sor­gen für einen rei­bungs­lo­sen Ablauf auf der Bau­stel­le. Dar­in sehen die Hand­wer­ker Details wie die Posi­ti­on der Steck­do­sen, die Stär­ke der Mau­er, die Fens­ter­aus­spa­run­gen und vie­les mehr.

In die­sem Pla­nungs­pro­zess erstellt der Sta­ti­ker die Schal- und Beweh­rungs­plä­ne für Beton­bau­er und Mau­rer. Als Grund­la­ge für die Abrech­nung und Bestel­lung gel­ten die Beton­stahl­lis­ten. Detail­zeich­nun­gen für Holz­kon­struk­tio­nen und even­tu­ell für Stahl­kon­struk­tio­nen wer­den eben­falls ange­fer­tigt. Auch hier ist die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Sta­ti­ker und Archi­tekt gefragt.

Vor­be­rei­tung für die Ver­ga­be

In der Bau­pha­se der Ver­ga­be­vor­be­rei­tung erstellt der Archi­tekt Leis­tungs­be­schrei­bun­gen und holt von den ein­zel­nen Hand­wer­ker­fir­men Ange­bo­te ein. Ange­sichts der Kos­ten will der eine oder ande­re Bau­herr bestimm­te Arbei­ten viel­leicht selbst erle­di­gen. Aus recht­li­chen Grün­den kön­nen aber bei­spiels­wei­se die Heizungs‑, Sani­tär- und Elek­tro­ar­bei­ten von einem Lai­en nicht durch­ge­führt wer­den. Der Archi­tekt berät den Bau­herrn über Eigen­leis­tun­gen, die er selbst erle­di­gen kann. Die­se Leis­tun­gen vom Bau­herrn wer­den bei der Ver­ga­be berück­sich­tigt.

Für die Ver­ga­be der Dach­kon­struk­ti­on arbei­tet der Archi­tekt mit dem Sta­ti­ker zusam­men. Die ein­zel­nen Zim­me­rer­un­ter­neh­men erhal­ten detail­lier­te Über­sichts- und Detail­zeich­nun­gen des Dach­stuhls und kön­nen anhand die­ser Plä­ne das Ange­bot abge­ben. Nur der Sta­ti­ker kann die Rich­tig­keit des Ange­bots prü­fen, da er genau weiß wel­che Mate­ria­li­en in wel­cher Men­ge benö­tigt wer­den.


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Fazit der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Archi­tekt und Sta­ti­ker beim Neu­bau

Die enge Zusam­men­ar­beit zwi­schen Archi­tekt und Sta­ti­ker ist bei einem Neu­bau enorm wich­tig. Nur wenn sie rei­bungs­los funk­tio­niert, ist ein lücken­lo­ser Ablauf des Bau­vor­ha­bens gewähr­leis­tet. Sie ergän­zen sich auf eine ein­fa­che Wei­se. Der Archi­tekt will sei­ne Visio­nen rea­li­sie­ren und der Sta­ti­ker erkennt sofort even­tu­el­le Pro­ble­me. Stand­si­che­re und genia­le Häu­ser sind meist eine Koope­ra­ti­on von Sta­ti­ker und Archi­tekt.


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