Whirl­pool – Ist ein Sta­ti­ker erforderlich?

Whirlpool ist für die Statik relevant

An hei­ßen und schwü­len Som­mer­ta­gen wün­schen Sie sich gewiss eine küh­le Erfri­schung. Der Weg zum Schwimm­bad oder See ist meist mit einer unan­ge­neh­men Fahrt­zeit im sti­cki­gen Auto ver­bun­den. Wie wäre es mit einem Plansch­be­cken oder einem Whirl­pool auf Ihrer Ter­ras­se oder Ihrem Bal­kon? Die­sen Luxus auf klei­nem Raum leis­ten sich immer mehr Menschen.

Doch so ein­fach ist es nicht. Ver­schie­de­ne Aspek­te müs­sen berück­sich­tigt werden:

  • Wie sieht es mit der Sta­tik aus?
  • Ist eine Geneh­mi­gung erforderlich?
  • Was steht im Mietvertrag?
  • Wie sieht es mit den Nach­barn aus?

Whirl­pool auf der Terasse

Der Platz für einen Whirl­pool oder ein Plansch­be­cken im eige­nen Gar­ten oder auf der eben­erdi­gen Ter­ras­se ist leicht gefun­den. Den­noch kön­nen Sie das Was­ser­be­cken nicht ein­fach auf­stel­len. Die Grö­ße des Behäl­ters ist zu beach­ten, folg­lich auch das Gewicht, das bei einem voll­ge­füll­ten Whirl­pool ent­steht. Ein Liter Was­ser ist ein Kilo­gramm schwer. Der Unter­grund soll daher auch trag­fä­hig sein. Selbst eine Ter­ras­se und ein Rasen kön­nen sich durch das hohe Gewicht absen­ken. Als trag­fä­hi­ger Unter­grund gel­ten eine Boden­plat­te aus Beton, eine trag­fä­hi­ge Ter­ras­sen­kon­struk­ti­on oder ein stark ver­dich­te­ter Kies. Ein Sta­ti­ker kann Ihnen genau sagen, wie hoch Ihre Ter­ras­se belast­bar ist und wel­chen Was­ser­be­häl­ter Sie unbe­denk­lich auf­stel­len dürfen. 


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Dach­ter­ras­se mit Whirlpool

Pla­nen Sie einen Whirl­pool oder grö­ße­res Plansch­be­cken auf einer Dach­ter­ras­se, sieht die Sache schon etwas anders aus. Die Traglast der Dach­ter­ras­se ent­schei­det, ob und wel­ches Modell eines Whirl­pools auf­ge­baut wer­den kann. Ent­schei­dend ist, wie hoch ein Qua­drat­me­ter mit wie viel Kilo­gramm belas­tet wer­den darf. Dafür brau­chen Sie einen Sta­ti­ker. Oft­mals steht die Traglast der Dach­ter­ras­se im Kauf­ver­trag oder im Miet­ver­trag. Da es sich in der Regel um einen Richt­wert han­delt, soll­ten Sie den Rat eines Exper­ten ein­ho­len. Bei der Berech­nung der Traglast wer­den das Gewicht des mit Was­ser gefüll­ten Whirl­pools und das Gewicht der maxi­ma­len Per­so­nen­an­zahl berück­sich­tigt. Bei einem Gewicht von bei­spiels­wei­se 1.362 kg ergibt sich eine Boden­be­las­tung von 476 kg/​m².

Soll­te Ihr Wunsch­mo­dell eines Whirl­pools zu schwer sein, ist die­ser Traum den­noch rea­li­sier­bar. Bei einer groß­zü­gi­gen Dach­ter­ras­se kann die Last­flä­che ver­grö­ßert wer­den. Dies geschieht durch eine Stahl­rah­men­kon­struk­ti­on oder Last­ver­tei­lungs­plat­ten. Die­se Lösung ist nicht nur intel­li­gent, son­dern besitzt auch gestal­te­ri­schen Charme. Bau­li­che Ver­än­de­run­gen soll­ten Sie in jedem Fall mit dem Sta­ti­ker absprechen.


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Plansch­be­cken auf dem Balkon

Selbst ein Plansch­be­cken für Ihre Kin­der auf dem Bal­kon, kann unge­ahn­te Fol­gen nach sich zie­hen. Auch hier ist die Ver­kehrs­last eines Bal­kons zu beach­ten. Je nach­dem wie groß das Plansch­be­cken ist und wie viel Per­so­nen dar­in Platz neh­men, kann ein Bal­kon durch­aus ein­stür­zen. Seit dem Jah­re 2010 gel­ten laut Euro­code fol­gen­de Werte:

  • Für Gebäu­de ab Bau­jahr 2010: 400 kg/​m²
  • Für Gebäu­de vor Bau­jahr 2010: 500 kg/​m²

Die Ver­kehrs­last gilt für Bal­ko­ne aus Beton, Stahl und Holz. Aller­dings kann ein Holz­bal­kon im Lau­fe der Zeit fau­len. Eine gele­gent­li­che Kon­trol­le auf die Trag­fä­hig­keit durch einen Sta­ti­ker scha­det kei­nes­falls. In der Regel soll­ten Holz­bal­ko­ne nach 20 Jah­ren erneu­ert wer­den. Aber wenn Sie einen Beton­bal­kon haben, kann nach etli­chen Jah­ren die übli­che Traglast unter Umstän­den nicht mehr vor­han­den sein. Wenn Sie Aus­blü­hun­gen an Ihrem Beton­bal­kon ent­de­cken, soll­ten Sie einen Sta­ti­ker zu Rate zie­hen. Wenn Stü­cke aus dem Beton aus­bre­chen, kann das ein Zei­chen sein, dass der innen­lie­gen­de Stahl zu ros­ten beginnt. Bei Stahl­bal­ko­nen sind Ris­se und Rost­fle­cken ein Zei­chen für begin­nen­de Instabilität.

Die recht­li­chen Aspekte

Geneh­mi­gung

Wenn Sie zur Mie­te leben und einen Whirl­pool oder ein Plansch­be­cken auf dem Bal­kon stel­len möch­ten, soll­ten Sie zuerst den Miet­ver­trag lesen. Ist das Auf­stel­len nicht expli­zit ver­bo­ten, soll­ten Sie den­noch den Ver­mie­ter kon­tak­tie­ren. Spä­te­re Schwie­rig­kei­ten erge­ben sich somit nicht. Dies gilt auch, wenn Sie eine Eigen­tums­woh­nung besit­zen. Bei der nächs­ten Eigen­tü­mer­ver­samm­lung wird dann dar­über abge­stimmt, ob Sie ein Plansch­be­cken oder einen Whirl­pool auf dem Bal­kon auf­stel­len dür­fen. Auch im gemein­sam genutz­ten Gar­ten kön­nen Sie nicht ohne Zustim­mung der Mit­ei­gen­tü­mer so eine Well­ness-Oase aufstellen. 

Lärm­be­läs­ti­gung

Ein Plansch­be­cken auf dem Bal­kon bedeu­tet Spaß und in Ver­bin­dung mit Kin­dern meist Lärm. Wenn Sie gleich an das Immis­si­ons­schutz­ge­setz den­ken – hier gibt es Ent­war­nung. Laut Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs von 2003 gilt nach § 22 Abs. 1a Kin­der­lärm nicht mehr als schäd­li­che Umwelt­ein­wir­kung. Um das gute nach­bar­schaft­li­che Ver­hält­nis zu erhal­ten, soll­te der Bade­tag jedoch nicht zu laut sein. Zudem müs­sen Sie als Mie­ter die Ruhe­zei­ten ein­hal­ten. Von 13.00 bis 15.00 Uhr sowie von 22.00 Uhr abends bis 7.00 Uhr mor­gens darf kein ruhe­stö­ren­der Lärm ver­ur­sacht wer­den. Bei einem Whirl­pool kom­men noch even­tu­ell läs­ti­ge Vibra­tio­nen dazu, die even­tu­ell zu einer Beschwer­de der Nach­barn füh­ren können. 

Schä­den

Damit die Trag­fä­hig­keit Ihres Bal­kons nicht über­schrit­ten wird, soll­ten Sie einen Sta­ti­ker beauf­tra­gen. Es kann durch­aus sein, dass die vor­ge­schrie­be­ne Ver­kehrs­last über­schrit­ten wird, wobei der Bal­kon ein­stürzt. Nicht sel­ten wird das Gewicht des mit Was­ser gefüll­ten Pools unter­schätzt. Das Gewicht der Per­so­nen müs­sen Sie noch dazu­rech­nen. Ein Plansch­be­cken oder Whirl­pool mit einem Inhalt von 800 l Was­ser und zwei Per­so­nen kann schnell das Gewicht einer Ton­ne errei­chen. Bei die­ser Belas­tung kann durch­aus ein Bal­kon ein­stür­zen. Die Haf­tungs­pflicht liegt bei Miet­häu­sern in der Regel beim Eigen­tü­mer. Stel­len Sie als Mie­ter ohne Ein­wil­li­gung des Eigen­tü­mers ein Plansch­be­cken oder einen Whirl­pool auf den Bal­kon, wer­den Sie meist als Mie­ter für den Scha­den haft­bar gemacht.

Was­ser, das über den Bal­kon fließt und auf den Nach­bar­bal­kon her­un­ter rie­selt, ist zwar kein groß­ar­ti­ger Scha­den, aber den­noch ärger­lich. Auch bei klei­ne­ren Was­ser­schä­den haf­ten Sie in die­sem Fall als Mie­ter, da Sie das Plansch­be­cken auf­ge­stellt haben. Mit einer Pla­ne unter dem Plansch­be­cken scho­nen Sie den eige­nen Bal­kon und den des Nach­barn. Aus­flie­ßen­des Was­ser sorgt öfter für Schä­den, die erst spä­ter sicht­bar sind. Bahnt es sich sei­nen Weg durch die Rit­zen im Mau­er­werk, kann auf Dau­er die Bau­sub­stanz gefähr­det werden.

Muss ein Sta­ti­ker beim Auf­stel­len eines Whirl­pools hin­zu­ge­zo­gen werden?

Für das Auf­stel­len eines Plansch­be­ckens oder Whirl­pools auf einer Ter­ras­se oder einem Bal­kon ist kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung erfor­der­lich. Also brau­chen Sie kei­nen Sta­ti­ker? Die Beauf­tra­gung eines Trag­werks­pla­ners ist in der Regel zwar kei­ne zwin­gen­de For­de­rung, aber den­noch sinn­voll.

Beson­ders wenn das Volu­men des Was­ser­be­häl­ters grö­ßer ist, kann Ihnen ein Sta­ti­ker wert­vol­le Hin­wei­se geben und grö­ße­re Schä­den ver­hin­dern. Der Ein­sturz eines Bal­kons oder gra­vie­ren­de Schä­den an Ter­ras­se oder auf der Dach­ter­ras­se kos­ten viel mehr. Als Laie unter­schätzt man oft die Kräf­te, die von einem prall gefüll­ten Plansch­be­cken oder Whirl­pool ausgehen.

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