Wärmeschutznachweis für den Bauantrag

Wärmeschutznachweis für den Bauantrag

Der Wär­me­schutz­nach­weis, der im Übri­gen nicht mit dem Ener­gie­aus­weis zu ver­wech­seln ist, ist ein Nach­weis über die Ein­hal­tung gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ner ener­gie­tech­ni­scher (ener­ge­ti­scher) Refe­renz­wer­te bei Bau­vor­ha­ben. Auf Basis der Bau­pla­nung erstellt, ist die­ser Nach­weis für die Bean­tra­gung der Bau­ge­neh­mi­gung erfor­der­lich.

Auf welchen gesetzlichen Grundlagen basiert der Wärmeschutznachweis?

Die Basis ist die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) in der jeweils gel­ten­den Fas­sung (aktu­ell 2016). Mit ihr wur­den, gegen­über der Vor­gän­ger­ver­si­on 2014, neue und höhe­re Ener­gie-Effi­zi­enz­wer­te vor­ge­schrie­ben. Die Län­der haben dazu ent­spre­chen­de Durch­füh­rungs-Ver­ord­nun­gen erlas­sen.

Ab 2016 ist laut Ver­ord­nung der ener­ge­ti­sche Stan­dard für Neu­bau­ten, Wohn- und Nicht­wohn­ge­bäu­den erhöht. Ein Wär­me­schutz­nach­weis hat in fol­gen­den Fäl­len auf den Wer­ten der EnEV 2016 zu basie­ren:

  • Bau­an­trag geht 2016 oder spä­ter bei der zustän­di­gen Behör­de ein
  • Bau­an­zei­ge wird 2016 oder spä­ter beim zustän­di­gen Amt ein­ge­bracht
  • Geneh­mi­gungs­freie Bau­vor­ha­ben, die 2016 oder spä­ter aus­ge­führt wer­den (z. B. Win­ter­gär­ten)
  • Bau­be­hör­de hat über Bau­an­zei­ge /​ Bau­an­trag noch nicht bescheid­mä­ßig ent­schie­den

Grund­sätz­lich ent­hält die EnEV Anfor­de­run­gen an den Wär­me­schutz unter Berück­sich­ti­gung des Tem­pe­ra­tur­ni­veaus, mit dem das Gebäu­de zu behei­zen ist. Für Gebäu­de mit nor­ma­len Innen­tem­pe­ra­tu­ren sind das 19 Grad, für ande­re Gebäu­de beträgt die Band­brei­te zwi­schen 12 und 19 Grad.

Welche Anforderungen stellt die EnEV 2016 an den Bauherren oder Planer

Der Wär­me­schutz­nach­weis behan­delt im Rah­men des ener­ge­ti­schen Gesamt­kon­zep­tes die Beson­der­hei­ten des Gebäu­des (DIN 4108) und hat nach­zu­wei­sen, dass die zuläs­si­gen Grenz­wer­te für den Jah­res­pri­mär­ener­gie­be­darf und den Trans­mis­si­ons­wär­me­ver­lust nicht über­schrit­ten wer­den. Durch die Ver­ord­nun­gen sind Ener­gie­ein­spar­zie­le vor­wie­gend mit die­sen Punk­ten zu errei­chen:

  • Min­de­rung des Pri­mär­ener­gie­be­darfs um 25 %. Der Pla­ner mul­ti­pli­ziert den errech­ne­ten Jah­res­pri­mär­ener­gie­be­darf mit 0,75 und min­dert damit den erlaub­ten Höchst­wert.
  • Ver­bes­se­rung des Wär­me­schut­zes der Gebäu­de­hül­le um ca. 20 %. Aus­ge­hend vom Trans­mis­si­ons­ver­lust der wär­me­über­tra­gen­den Gesamt­flä­che des Refe­renz­hau­ses und vor­ge­ge­be­nen Höchst­wer­ten der EnEV 2016, in Bezug auf die ver­schie­de­nen Haus­ty­pen (ange­baut, ein­sei­tig ange­baut, frei­ste­hend).

Hin­weis: Ergän­zend ist bei Neu­bau­ten das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Wär­me-Gesetz (EEWär­meG) bei der Pla­nung für die Bau­ge­neh­mi­gung zu berück­sich­ti­gen. Die EnEV und das EEWär­meG sol­len zukünf­tig zwecks Ver­ein­fa­chung zu einem Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) zusam­men­ge­führt wer­den.

Die Anwen­dung der EnEV beschränkt den Pri­mär­ener­gie­be­darf in Gebäu­den und der Wärm­schutz­nach­weis ist der Beleg dafür. Damit wird Ener­gie ver­stan­den, die zum

  • Hei­zen
  • Be- und Ent­lüf­ten
  • Was­ser­wär­men
  • Beleuch­ten (Nicht­wohn-Gebäu­den) gebraucht wird.

Zusätz­lich wird der Wär­me­ver­lust (Trans­mis­sons­wär­me­ver­lust) berück­sich­tigt. Den Vor­schrif­ten des EEWär­meG (Gesetz zur För­de­rung Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en im Wär­me­be­reich) fol­gend, ist ein Teil des Ver­lus­tes durch erneu­er­ba­re Ener­gi­en oder behörd­lich aner­kann­te Ersatz­maß­nah­men zu decken.

Muss auch bei Sanierungen und baulichen Änderungen ein Nachweis erstellt werden?

Die EnEV ist nicht anzu­wen­den, wenn es sich um rei­ne Nut­zungs­än­de­run­gen ohne bau­li­che Ver­än­de­run­gen han­delt oder die beheiz­te Nutz­flä­che nicht grö­ßer wird. Erst wenn mehr als 10 % der Gesamt­flä­che der Gebäu­de­hül­le (außen­lie­gen­der Bau­teil) ver­än­dert wer­den, for­dert die EnEV wie­der die Erstel­lung des Nach­wei­ses.

Bau­li­che Maß­nah­men im Bestand, bei denen ein Nach­weis erfor­der­lich wer­den kann (Aus­zug):

  • Bau­tei­le, die ersetzt oder das ers­te Mal ein­ge­baut wer­den
  • Erneue­run­gen oder Mon­ta­ge von Däm­mun­gen, Ver­klei­dun­gen
  • Neu­ver­putz von Außen­wän­den und Fas­sa­den
  • Dach­haut, die erneu­ert wird
  • Ver­klei­dun­gen im Dachin­ne­ren

Dem Anwen­dungs­be­reich der EnEV unter­lie­gen nicht:

  • Stäl­le
  • Gewächs­häu­ser
  • Unter­ir­di­sche Gebäu­de
  • Zel­te
  • Kir­chen
  • Wochen­end- und Feri­en­häu­ser, bei nur zeit­wei­li­ger Nut­zung
  • Gebäu­de, die aus Grün­den der Nut­zung nied­rig tem­pe­riert sind (unter 12 Grad)
  • Gebäu­de, die nicht regel­mä­ßig beheizt sind

Wer erstellt einen Wärmeschutznachweis und welche Inhalte hat er?

Grund­sätz­lich ist für die Erstel­lung ein Sach­ver­stän­di­ger für Schall- und Wär­me­schutz befugt. Er ermit­telt rech­ne­risch die Nach­wei­se über den Wär­me­be­darf und über­mit­telt die­se vor Bau­be­ginn der Bau­auf­sicht. Häu­fig erstellt ein Sta­ti­ker oder Archi­tekt den Nach­weis. Die kon­kre­ten Bestim­mun­gen über berech­tig­te Ver­fas­ser sind in den Lan­des­bau­ord­nun­gen gere­gelt und kön­nen gering­fü­gig abwei­chen. Die Ver­ant­wor­tung bleibt jedoch immer beim Bau­herrn oder Plan­ver­fas­ser.

Die kon­kre­te Umset­zung der Wär­me­schutz­maß­nah­men ist nach Abschluss des Bau­vor­ha­bens wie­der­um durch stich­pro­ben­ar­ti­ge Kon­trol­len eines Sach­ver­stän­di­gen zu über­prü­fen.

Der Wär­me­schutz­nach­weis hat fol­gen­den Auf­bau und Inhalt:

  • Erklä­rung des Erstel­lers.
  • Als Nach­weis, den Ver­gleich mit Gebäu­de­kenn­wer­ten und vor­ge­schrie­be­nen Grenz­wer­ten, hin­sicht­lich Pri­mär­be­darf und Trans­mis­si­ons­ver­lust, bezo­gen auf den Feuch­te- und Wär­me­schutz.
  • Den Ener­gie­aus­weis, der zur Doku­men­ta­ti­on der wesent­li­chen Wer­te dient.
  • Eine Bestä­ti­gung der stich­pro­ben­ar­ti­gen Über­prü­fun­gen der Bau­aus­füh­rung

Der Wär­me­schutz­nach­weis hat dem­ge­mäß bei Wohn­ge­bäu­den fol­gen­de Anfor­de­rungs­struk­tur:

  • Jah­res­pri­mär­ener­gie­be­darf (Ver­gleich mit Refe­renz­ge­bäu­de)
  • Trans­mis­si­ons-Wär­me­ver­lust
  • Som­mer­li­cher Wär­me­schutz
  • Min­dest­wär­me­schutz nach DIN 4108 (Schim­mel­ver­mei­dung)

Bei Nicht-Wohn­ge­bäu­den:

  • Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­ent (Mit­tel­wer­te)
  • Wär­me­über­tra­gen­de Umfas­sungs­flä­che (Höchst­wert)
  • Außen­an­bau­tei­le (Fas­sa­den, Glas­dä­cher, Licht­kup­peln)

Fazit und Vorteile Wärmeschutznachweis

Der Wär­me­schutz­nach­weis ist kei­ne Will­kür der Behör­den, son­dern ist ein Instru­ment, um die Kli­ma­zie­le zu errei­chen. Für den Bau­herrn ent­ste­hen zwar Kos­ten, doch sind die Vor­tei­le auch nicht von der Hand zu wei­sen:

  • Aus­wahl der rich­ti­gen Bau­stof­fe
  • Grund­la­ge für die För­de­rung eines Effi­zi­enz­hau­ses
  • Dämm­stof­fe wer­den gezielt ein­ge­setzt
  • Das Wohl­fühl-Kli­ma und die Behag­lich­keit wer­den erhöht
  • Für den Bau­an­trag ist der Nach­weis zwin­gend erfor­der­lich

Ins­ge­samt erreicht der Bau, mit den im Wär­me­schutz­nach­weis vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men, den opti­ma­len Wär­me­schutz im Win­ter, als auch im Som­mer. Alle Vor­schlä­ge, die der Nach­weis beinhal­tet, zie­len auf Kos­ten­sen­kung bei der Heiz­ener­gie ab, in dem der Wär­me­be­darf gering gehal­ten wird.

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