Ver­trag über die Erstel­lung einer Sta­tik

Vertrag mit Statiker

Der Ver­trag mit einem Inge­nieur für die Trag­werks­pla­nung bezieht sich immer auf die HOAI (Hono­rar­ord­nung für Inge­nieu­re und Archi­tek­ten). Er ist in ver­schie­de­ne Para­gra­phen unter­teilt, die die wich­tigs­ten Rege­lun­gen für die Arbeit des Sta­ti­kers ent­hal­ten. Was ein Mus­ter­ver­trag mit dem Inge­nieur genau beinhal­tet, soll im Fol­gen­den dar­ge­legt wer­den. Die Auf­füh­run­gen erhe­ben dabei kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit. Nur die wich­tigs­ten Bestand­tei­le des Ver­trags wer­den hier genannt. Man­che Ver­trä­ge ent­hal­ten auch eini­ge Rege­lun­gen, die nur objekt­spe­zi­fisch anwend­bar sind. Gemein­sam sind den Ver­trä­gen in der Regel aber die fol­gen­den 8 Para­gra­phen (wobei auch die Rei­hen­fol­ge vari­iert).


In der Pra­xis wer­den Ver­trä­ge zwi­schen Bau­herrn und Sta­ti­ker unkom­pli­ziert durch Ange­bot und Annah­me gemäß §§ 145 ff. BGB geschlos­sen. Die fol­gen­den Aus­füh­run­gen sind eher für grö­ße­re Bau­pro­jek­te ange­dacht.


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1. Gegen­stand des Ver­trags

In Para­graph 1 wird ver­trag­lich ver­ein­bart, auf wel­che Bau­maß­nah­me und wel­che bau­li­chen Anla­gen sich der Ver­trag zwi­schen dem Sta­ti­ker und dem Auf­trag­ge­ber über­haupt bezieht. Der räum­li­che Umfang des Bau­vor­ha­bens wird beschrie­ben. Zudem wird ein­ge­tra­gen, um wel­che Art von Auf­trag es sich han­delt, also ob es sich um einen Neu­bau, Wie­der­auf­bau, Umbau, Erwei­te­rungs­bau oder eine Moder­ni­sie­rung, Instand­hal­tung oder Instand­set­zung han­delt. Auch die Anfor­de­run­gen an bau­grund­tech­ni­sche, kon­struk­ti­ve, sta­ti­sche und wei­te­re indi­vi­du­el­le bau­li­che Gege­ben­hei­ten wer­den hier in eini­gen Fäl­len bereits abge­schätzt.

2. Grund­la­gen vom Ver­trag

In die­sem Para­gra­phen eini­gen sich die Ver­trags­part­ner dar­auf, wel­che Grund­la­gen für den vor­lie­gen­den Ver­trag gel­ten. Bezug genom­men wird hier auf die aktu­ell gül­ti­ge Fas­sung der HOAI, sowie auf wei­te­re Ver­trags­be­stim­mun­gen wie bei­spiels­wei­se all­ge­mei­ne Ver­trags­be­stim­mun­gen, Vor­pla­nungs- und Bau­pla­nungs­un­ter­la­gen oder Ver­trä­ge über das bau­auf­sicht­li­che Ver­fah­ren.

3. Leis­tun­gen des Auf­trag­neh­mers

An die­ser Stel­le legt der Ver­trag fest, mit wel­chen Auf­ga­ben der Trag­werks­pla­ner betraut wer­den soll. Die­se Auf­ga­ben las­sen sich nach HOAI in 6 Leis­tungs­pha­sen unter­tei­len:

Die genau­en Leis­tun­gen des Sta­ti­kers sind in der HOAI zu jeder Leis­tungs­pha­se gere­gelt. Der Trag­werks­pla­ner kann mit allen sechs oder nur mit ein­zel­nen Leis­tun­gen beauf­tragt wer­den. Wei­te­re beson­de­re Leis­tun­gen wer­den auch geson­dert im Ver­trag auf­ge­führt.

4. Leis­tun­gen des Auf­trag­ge­bers

In eini­gen Ver­trä­gen wer­den des Wei­te­ren die Leis­tun­gen des Auf­trag­ge­bers dar­ge­legt. Die­se kön­nen zum Bei­spiel das Ein­ho­len eines Bau­grund­gut­ach­tens, das Ver­mes­sen des Grund­stücks, die Bereit­stel­lung bestimm­ter Unter­la­gen oder die Pro­jekt­steue­rung sein.

5. Ver­gü­tung und Neben­kos­ten

Ein rela­tiv gro­ßer Teil des Ver­trags beschäf­tigt sich mit der Bezah­lung des beauf­trag­ten Sta­ti­kers.

Hono­rar­grund­la­ge ist zum einen der Min­dest­satz der Hono­rar­ta­fel, der in der HAOI nach­zu­le­sen ist. Dar­über hin­aus sind die soge­nann­ten anre­chen­ba­ren Kos­ten Grund­la­ge des Hono­rars, die sich aus den Bau­kon­struk­ti­ons­kos­ten (u. a. Kos­ten für Bau­gru­be, Grün­dung Außen- und Innen­wän­de) und den Kos­ten der tech­ni­schen Anla­gen (u. a. Abwasser/​Wasser/​Gasanlagen, elek­tri­sche Anla­gen) errech­nen las­sen. Dar­über hin­aus wer­den die bau­li­chen Anla­gen im Ver­trag Hono­rar­zo­nen zuge­ord­net, die dar­über Aus­kunft geben, wie kom­plex das Bau­vor­ha­ben ist. Jede ein­zel­ne Leis­tungs­pha­se, mit denen der Inge­nieur betraut ist, wird dar­über hin­aus bewer­tet.

Ins­ge­samt wird also für jede Leis­tungs­pha­se fest­ge­legt, wie hoch die anre­chen­ba­ren Kos­ten für sie sind, wel­che Hono­rar­zo­ne fest­ge­legt wur­de, wie die Leis­tungs­pha­se bewer­tet wird und wie hoch der Min­dest­satz aus der Hono­rar­ta­fel ist. Hier­aus ergibt sich dann das Hono­rar.

Auch wird unter dem Punkt »Ver­gü­tung« aus­führ­lich behan­delt, wel­che Neben­kos­ten für den Trag­werks­pla­ner erstat­tet wer­den (z. B. Kos­ten für ein Bau­stel­len­bü­ro, das Ver­viel­fäl­ti­gen von Zeich­nun­gen usw.).

6. Ver­trags­fris­ten

Der Punkt »Ter­mi­ne und Fris­ten« hält fest, bis zu wel­chem Zeit­punkt der Sta­ti­ker sei­ne Leis­tun­gen zu erbrin­gen hat. Auch bis wann bestimm­te fest­ge­leg­te Teil­zie­le erfüllt wer­den müs­sen, ist in eini­gen Ver­trä­gen gere­gelt.

7. Fach­li­che Betei­lig­te

Para­graph 7 führt wei­te­re fach­li­che Betei­lig­te des Baus auf. Es wird bei­spiels­wei­se dar­ge­legt, wer für die Objekt­pla­nung zustän­dig ist, wer das Pro­jekt steu­ert, oder wer die Trag­werks­pla­nung zu prü­fen hat.

8. Haft­pflicht­ver­si­che­rung

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt im Ver­trag des Sta­ti­kers ist die Rege­lung über die Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Die­ser Para­graph legt fest, wie hoch die Deckungs­sum­me der Berufs­haft­pflicht des Trag­werk­pla­ners für Per­so­nen­schä­den und für sons­ti­ge Schä­den sein muss.


Wir füh­len uns bei der ERGO mit unse­rer Berufs­haft­pflicht gut ver­si­chert. Ger­ne stel­len wir unse­ren Kun­den die Deckungs­sum­men und wei­te­re Unter­la­gen auf Anfra­ge zur Ver­fü­gung.


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