Sta­tik-Ver­trag auf­set­zen, oder nicht?

Statik-Vertrag aufsetzen

Von Geset­zes wegen muss jedes Bau­vor­ha­ben stand­si­cher und dau­er­haft sein. Die­se Vor­schrift bezieht Gebäu­de auf Neben­grund­stü­cken mit ein, deren Sicher­heit eben­falls nicht gefähr­det sein darf. Die Berech­nun­gen wer­den von Trag­werks­pla­nern, Bau­sta­ti­kern und Archi­tek­ten mit dem Bau­herrn ver­ein­bart. Die­ser Arti­kel beschäf­tigt sich mit den Inhal­ten und dem Auf­bau sol­cher Ver­ein­ba­run­gen – dem »Sta­tik-Ver­trag«.

Gesetz­li­che Rege­lun­gen zum Statik-Vertrag

Sta­ti­sche Vor­schrif­ten sind im Bau­ord­nungs­recht ange­sie­delt. Die gesetz­li­chen Rege­lun­gen dazu fin­det man in den Lan­des­bau­ord­nun­gen. Das Hin­zu­zie­hen eines Sta­ti­kers ist nicht in allen Bun­des­län­dern Pflicht. Im Sin­ne der Sicher­heit gibt es aller­dings die ein­deu­ti­ge Emp­feh­lung der Bau­be­hör­den einen Exper­ten hinzuzuziehen.

Die Hono­ra­re und kon­kre­ten Sta­tik-Leis­tun­gen sind in der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re (§§ 6–10 und 50–52 HOAI) gere­gelt.

Was sind die Haupt­auf­ga­ben eines Statikers?

Unab­hän­gig davon, ob Neu- oder Umbau über­nimmt der Sta­ti­ker neben sei­nen Auf­ga­ben eine hohe Ver­ant­wor­tung für die Unver­sehrt­heit von Men­schen und Bau­wer­ken. Sei­ne Ermitt­lun­gen und Berech­nun­gen lie­fern die Grund­la­gen für die stand­si­che­re und nach­hal­ti­ge Errich­tung von Bau­wer­ken:

• Trag­fä­hig­keits­pa­ra­me­ter unter Berück­sich­ti­gung bestehen­der Kon­struk­tio­nen und ver­wen­de­ter Mate­ria­li­en ermit­teln
• Ermitt­lung der Trag­fä­hig­keit des Bodens, der Decken, der Dach­kon­struk­ti­on
Bau­schä­den, die die Trag­fä­hig­keit bestehen­der Gebäu­de beein­flus­sen kön­nen, begut­ach­ten
Aus­füh­rungs­zeich­nung (z. B. Fun­da­ment) und Brand­schutz­aus­füh­rungs­zeich­nun­gen überprüfen


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Wie kommt ein Sta­tik-Ver­trag in der Pra­xis zustande

Ein Sta­tik-Ver­trag bezieht sich immer auf die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on und unter­liegt kei­ner gesetz­li­chen Norm. Die ver­trag­li­che Beauf­tra­gung eines Sta­ti­kers ord­net sich somit, wie alle Ver­trä­ge, den Bestim­mun­gen des BGB, §§ 145 ff., unter.

In der Pra­xis – vor allem bei klei­ne­ren Pro­jek­ten wie einem Ein­fa­mi­li­en­haus – wer­den Sta­tik-Ver­trä­ge zwi­schen Trag­werks­pla­nern und Bau­her­ren durch ein­fa­che Abga­be eines ver­bind­li­chen Ange­bots des Inge­nieurs und des­sen Annah­me durch den Bau­herrn geschlos­sen. Sowohl Ange­bot als auch die Annah­me als Auf­trags­er­tei­lung sind häu­fig nicht län­ger als eine DIN-A4-Sei­te – wenn über­haupt. Dis­kus­si­ons­wür­di­ge Punk­te wer­den in der Regel tele­fo­nisch vor­ab abge­klärt, so dass die­se nicht schrift­lich fest­ge­hal­ten wer­den müssen. 

Im digi­ta­lem Zeit­al­ter kommt die­se Ver­trags­schlie­ßung sogar über­wie­gend »post­los« durch E‑Mail (und Inter­net­for­mu­la­re) oder ande­re Fern­kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel zustan­de. Damit wird eine zügi­ge und effi­zi­en­te Bear­bei­tung sicher gestellt. Zeitgemäß.

Wir arbei­ten digi­tal. Sie bekom­men auf Ihre Anfra­ge ein ver­bind­li­ches Ange­bot per E‑Mail von uns zuge­sen­det. Bei Inter­es­se kön­nen Sie die­ses dann ein­fach kurz form­los bestä­ti­gen. Dann geht es auch schon los. Kei­ne Zeit, Ener­gie und Geld wird bei uns mit »Papier­kram« ver­schwen­det.

Hier mal noch­mal ganz for­mell: Ein Ange­bot, das auf einen Ver­trag gerich­tet ist, ist grund­sätz­lich »emp­fangs­be­dürf­tig«, das bedeu­tet, es muss dem Emp­fän­ger »zuge­hen« (§§ 130 ff. BGB). Ist das Ange­bot zuge­stellt, bedarf es der Annah­me. Ab dem Zeit­punkt ist der Anbie­ter an sein Ange­bot gebun­den (§ 145 BGB). Wer­den aus­schließ­lich Tele­fon und E‑Mail oder ande­re Fern­kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel ein­ge­setzt, muss dem Ver­brau­cher ein 14-Tägi­ges Wider­rufs­recht wegen Fern­ab­satz­ge­schäft gestat­tet wer­den.

Fra­gen Sie uns ger­ne mit dem obi­gen For­mu­lar oder hier direkt an:


Bei grö­ße­ren und kom­ple­xe­ren Bau­vor­ha­ben, spe­zi­ell im B2B-Bereich, ist ein Sta­tik-Ver­trag natür­lich sinn­voll. Die­ser regelt im Vor­hin­ein vie­le Even­tua­li­tä­ten, so dass es in den Leis­tungs­pha­sen kla­re Rege­lun­gen gibt. Wich­ti­ge Punk­te wer­den im Fol­gen­den kurz angerissen.

Wie ist der Sta­tik-Ver­trag aufgebaut? 

Die Erfah­rung zeigt, dass eine Unter­tei­lung in all­ge­mei­ne Bedin­gun­gen (Teil A) und detail­lier­te Rege­lun­gen (Teil B) Sinn macht. Das fol­gen­de Gerüst beschäf­tigt sich mehr mit dem Auf­bau, weni­ger den Inhal­ten. Es kann Grund­la­ge für das Ange­bot und den Sta­tik-Ver­trag sein. 

Teil A: Inhal­te der All­ge­mei­nen Bedin­gun­gen mit Erklärungen

Ver­trags­ge­gen­stand, Beauftragung

  • Auf­trag­ge­ber (AG), Auf­trag­neh­mer (AN)

Pro­jekt­art

  • Neu- oder Umbau, Moder­ni­sie­rung, Erwei­te­rung, Renovierung

Pro­jekt­be­zeich­nung

  • Bezeich­nung des Pro­jekts, kur­ze Beschrei­bung der Pla­nungs­zie­le, Qua­li­täts­stan­dards, Nut­zung, Ziel­vor­ga­ben des Auf­trag­ge­bers, etc. 

Leis­tungs­be­rei­che

  • Trag­werks­pla­nung, Sta­tik, Bauphysik, …

Ver­trags­form (Optio­nal)

  • Stu­fen­los: Beauf­tra­gung der Gesamt­leis­tung durch Unterzeichnung
  • Stu­fen­ver­trag mit ver­bind­li­cher Beauf­tra­gung wei­te­rer Leis­tun­gen, wenn der AG das Pro­jekt realisiert
  • Stu­fen­ver­trag mit Opti­on der Leis­tungs­er­wei­te­rung mit geson­der­ter Vereinbarung

Leis­tun­gen /​ Pflich­ten des Auftragnehmers

  • Leis­tungs­er­brin­gung der ver­ein­bar­ten Leis­tungs­be­rei­che in Abstim­mung mit den Zie­len des Auftraggebers
  • Ver­pflich­ten­der Hin­weis des AN an AG, wenn wei­te­re Pro­fes­sio­nis­ten zur Errei­chung des Pro­jekt­zie­les erfor­der­lich sind
  • Abstim­mung der Leis­tun­gen des AN mit dem AG und ande­ren an der Pla­nung betei­lig­ten Per­so­nen und Unternehmen

Leis­tun­gen /​ Pflich­ten des Auftraggebers

  • Leis­tun­gen der ver­ein­bar­ten Zah­lun­gen nach Projektfortschritt
  • Der AG wirkt umfas­send und recht­zei­tig an der Pla­nung mit: nöti­ge Auf­trä­ge an Bau­be­tei­lig­te, zeit­na­he Ent­schei­dun­gen über Fra­gen zur Pla­nung und zum Bau­fort­schritt, Erbrin­gung ver­ein­bar­ter Eigen­leis­tun­gen, etc.)
  • Über­ga­be aller erfor­der­li­chen Unter­la­gen /​ Nach­wei­se, die zu Berech­nung der Kos­ten erfor­der­lich sind (§ 2, Abs. 11 HOAI)

Grund­la­gen zu Hono­rar und Honorarverrechnung

  • Hin­weis, dass die Hono­ra­r­er­mitt­lung auf Basis der Rege­lun­gen der HOAI erfolgt und die Stel­le im Ver­trag, an der die Ein­zel­hei­ten gere­gelt sind (bspw. Teil B)
  • Fle­xi­bi­li­tät des Hono­rars, wenn sich Leis­tungs­än­de­run­gen erge­ben, nach Ver­trags­schluss ange­ord­net oder neu zu erbrin­gen sind, und: 
  • Beauf­tra­gung beson­de­rer Leis­tun­gen durch AG
  • bei Ein­tritt zeit­li­cher Verzögerungen
  • bei stu­fen­wei­ser Beauf­tra­gung, wenn sich Tech­nik und gesetz­li­che Rege­lun­gen so geän­dert haben, dass ein Mehr­auf­wand damit ver­bun­den ist.
  • Auf­lis­tung der ein­zel­nen Stun­den­sät­ze (Auf­trag­neh­mer, Pro­jekt­lei­ter, Inge­nieur, Tech­ni­ker, usw.)
  • Berech­nung der ent­ste­hen­den Neben­kos­ten (pau­schal, gegen Einzelnachweis)
  • Hin­weis, dass die ver­rech­ne­ten Beträ­ge die Umsatz­steu­er ent­hal­ten, die vom AG zu bezah­len ist
  • Bestim­mun­gen über die Auf­rech­nung von For­de­run­gen, die sich aus Män­geln des kon­kre­ten Ver­trags­ver­hält­nis­ses erge­ben (Scha­den­er­satz, Mehr­kos­ten, etc.)
  • Rege­lung der Hono­ra­rän­de­rung bei Ver­län­ge­rung /​ Über­schrei­tung der Pla­nungs- und/​oder Bauzeit

Rege­lun­gen zum Nut­zungs- und Urheberrecht

Leis­tungs­ab­nah­me, Haftung 

  • Auf­trag­neh­mer haf­tet nach den gesetz­li­chen Vorschriften
  • Rege­lun­gen zur Scha­dens­be­sei­ti­gung und Kostentragung
  • Rege­lun­gen zur förm­li­chen (schrift­li­chen Abnahme)
  • Anga­ben zur Haft­pflicht­ver­si­che­rung des AN

Wir füh­len uns bei der ERGO mit unse­rer Berufs­haft­pflicht gut ver­si­chert. Ger­ne stel­len wir unse­ren Kun­den die Deckungs­sum­men und wei­te­re Unter­la­gen auf Anfra­ge zur Verfügung.


Vor­zei­ti­ge Vertragsbeendigung

  • Rege­lun­gen für das bei­der­sei­ti­ge Kün­di­gungs­recht (AG/​AN) und die Fol­gen für Hono­rar- und Leistungserbringung

Außer­ge­wöhn­li­che Streitbeilegung

  • Maß­nah­men zur außer­ge­richt­li­chen Eini­gung im Streit­fal­le, bspw. Mediation

Zusätz­li­che Vereinbarungen

Unter­schrif­ten und Bestätigung 


Teil B: Inhal­te für detail­lier­te Rege­lun­gen am Bei­spiel Tragwerksplanung

Ergän­zen­de Ver­ein­ba­run­gen zu den im Teil A ver­ein­bar­ten All­ge­mei­nen Rege­lun­gen zwi­schen AN und AG

Leis­tun­gen des Auftragnehmers

  • Grund­leis­tun­gen nach § 51 HOAI (Leis­tungs­bild Trag­werks­pla­nung) unter Anfüh­rung der ein­zel­nen Leis­tungs­pha­sen (1 bis 6), inklu­si­ve Bewer­tung gemäß HOAI. Falls die Bewer­tun­gen abwei­chen, ist dies zu begründen. 
  • Beson­de­re Leis­tun­gen das AN § 51 HOAI, Anla­ge 14 auf Basis Stun­den- oder Pauschalsätze

Hono­rar des Auftragnehmers

  • Hono­rar­grund­la­gen ana­log zu den Grund­leis­tun­gen mit Ver­weis auf §§ 51,52 HOAI.
  • Hono­rar­grund­la­gen für beson­de­re Leis­tun­gen lt. Punkt 1

Anre­chen­ba­re Kos­ten und deren Vergütung

  • Dar­un­ter sind Kos­ten zu ver­ste­hen, die außer­halb der in der HOAI gere­gel­ten Wer­te liegen

Fort­schrei­bung der Kos­ten, geän­der­te Honorarzonen

  • Der AN wird bei Ände­rung der Pla­nungs- und Hono­rar­grund­la­gen, die Kos­ten­be­rech­nung ent­spre­chend fortschreiben
  • Der AG wird den AN recht­zei­tig über Umstän­de infor­mie­ren, die für eine fort­ge­schrie­be­ne Kos­ten­be­rech­nung von Bedeu­tung sind. 

Pla­nung auf Basis vor­läu­fi­ger Objektplanung

  • Ver­ein­ba­rung, dass sich die Kos­ten und das Hono­rar ändern, wenn sich die vor­läu­fi­gen Plä­ne ändern, die Grund­la­ge für die Leis­tungs­er­stel­lung des AN sind.

Koor­di­nie­rung von meh­re­ren Auftragnehmern

  • Der AG ver­pflich­tet sich zur Abstim­mung und Koor­di­nie­rung, wenn meh­re­re Trag­werks­pla­ner am glei­chen Objekt tätig werden
  • Der AG wird die betei­lig­ten Trag­werks­pla­ner über die Bei­zie­hung wei­te­rer Pla­ner informieren
  • Bestim­mun­gen über den koor­di­nie­ren­den Trag­werks­pla­ner (Name, Funktion)

Zu berück­sich­ti­gen­de /​ mit­gel­ten­de Unterlagen

Unter­schrif­ten und Bestätigung

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