Sta­tik ohne Orts­ter­min – Bei vie­len Bau­vor­ha­ben sinnvoll

Ortstermin

Der Sta­ti­ker plant das Haus mit Blei­stift und Line­al auf Papier bzw. heut­zu­ta­ge natür­lich per EDVist da ein Orts­ter­min über­haupt nötig? Reicht es nicht aus, alle Berech­nun­gen theo­re­tisch aus­zu­füh­ren? Die­se Fra­gen stel­len sich Bau­her­ren immer wie­der. Der Grund: Eine Sta­tik ohne Orts­be­ge­hung ist güns­ti­ger, da die Anfahrts­zeit und der Anfahrts­weg weg­fällt. Wann die­ses Vor­ge­hen mög­lich ist, wird in den fol­gen­den Absät­zen erörtert.

Was macht der Sta­ti­ker beim Ortstermin?

Beim Orts­ter­min für die Sta­tik prüft der Bau­in­ge­nieur die Gege­ben­hei­ten auf der Bau­stel­le. So kann er zum Bei­spiel Beson­der­hei­ten des Bodens, der bau­li­chen Umge­bung oder der bau­li­chen Aus­füh­rung berück­sich­ti­gen. Für ver­gleichs­wei­se ein­fa­che Bau­pro­jek­te wie EFH, DHH oder ähn­li­che Gebäu­de pri­va­ter Bau­her­ren ist dies jedoch nicht immer von­nö­ten. Vie­le Inge­nieur­bü­ros sind in der Lage, die Sta­tik auch ohne Orts­ter­min zu erstel­len. Die­ses Vor­ge­hen hat sich eta­bliert, da es erheb­lich Kos­ten spart und mitt­ler­wei­le mit Hil­fe von digi­ta­len Medi­en ein­fach umzu­set­zen ist.

Sta­tik ohne Orts­ter­min: die Voraussetzungen

Um die Sta­tik ohne Bege­hung zu berech­nen, benö­tigt der Trag­werks­pla­ner ver­läss­li­che Anga­ben. Die­se erhält er meist vom Archi­tek­ten, oder auch direkt vom Bau­her­ren. Hilf­rei­che Unter­la­gen für die Sta­tik ohne Orts­ter­min sind unter anderem:

  • Aus­sa­ge­kräf­ti­ge Bil­der
  • Ein kor­rek­tes Auf­maß
  • Wei­te­re schrift­li­che Infor­ma­tio­nen über Besonderheiten
  • Wenn vor­han­den, bestehen­de Plä­ne
  • Boden­gut­ach­ten bei Neubauten

Lie­gen die­se Daten vor, kann der Sta­ti­ker sei­ne Berech­nun­gen erstel­len, ohne das Bau­grund­stück per­sön­lich in Augen­schein zu nehmen.

Sta­tik ohne Orts­ter­min ist bei Stan­dard-Bau­vor­ha­ben gän­gi­ge Praxis

Wann kann mein Sta­ti­ker auf einen Orts­ter­min ver­zich­ten? Wie im vor­an­ge­gan­ge­nen Absatz ange­deu­tet, ist die­se Fra­ge lei­der nicht pau­schal zu beant­wor­ten. Als gro­be Richt­schnur gilt: Wenn es sich um einen Stan­dard-Auf­trag han­delt, ist der Orts­ter­min ver­zicht­bar. Stan­dard-Auf­trag meint, dass kei­ne beson­de­ren Leis­tun­gen nötig sind und die Sta­tik über­schau­bar ist. Für Ein­fa­mi­li­en­häu­ser und vie­le Anbau­ten sind sta­ti­sche Berech­nun­gen ohne Orts­be­sich­ti­gung daher üblich. Umge­kehrt gilt: Je auf­wen­di­ger und kom­pli­zier­ter das Trag­werk, umso eher ist eine Vor-Ort-Bege­hung nötig. Häu­fig sogar von einem Prüf­sta­ti­ker.

Vor­tei­le einer Sta­tik ohne Besichtigung

Wenn es mög­lich ist, die Trag­werks­pla­nung ohne Orts­ter­min durch­zu­füh­ren, hat das eini­ge Vor­tei­le für den Bau­herrn. Zunächst spart er einen gewis­sen Betrag, weil der Sta­ti­ker kei­ne Anfahrt und kei­ne Arbeits­zeit vor Ort inves­tie­ren muss. Die resul­tie­ren­den Vor­tei­le sind jedoch noch weit­rei­chen­der. So ist die Pla­nung ohne Besich­ti­gung in der Regel schnel­ler abge­schlos­sen. Zudem ergibt sich noch ein Vor­zug: Wenn kein Orts­ter­min ansteht, kann die Sta­tik auch von einem wei­ter ent­fern­ten Büro durch­ge­führt wer­den. Der Bau­herr hat dann im Prin­zip die Mög­lich­keit, aus allen Anbie­tern im Bun­des­ge­biet zu wäh­len.

Bau­recht ist Län­der­sa­che. Es ist emp­feh­lens­wert, einen Sta­ti­ker hin­zu­zu­zie­hen, der in die­sem Bun­des­land Refe­ren­zen vor­zu­wei­sen hat. Unse­re Referenzen …

Orts­ter­mi­ne mit dem Sta­ti­ker: Wozu sind sie gut?

Im Stan­dard-Fall kann der Bau­herr auf eine Bege­hung durch den Sta­ti­ker ver­zich­ten. Es gibt jedoch auch Situa­tio­nen, in denen die Anwe­sen­heit des Bau­in­ge­nieurs unver­zicht­bar ist. Das ist zum Bei­spiel der Fall, wenn der Zustand des Trag­werks nicht ein­deu­tig zu klä­ren ist. Das kommt häu­fig bei der Umge­stal­tung von Alt­bau­ten vor. Ob bestimm­te Wän­de tat­säch­lich tra­gend sind und ob sich die vor­han­de­nen Decken für einen Dach­aus­bau eig­nen, kann der Exper­te in der Regel nur vor Ort ermit­teln. Glei­ches gilt für die Erstel­lung eines Boden­gut­ach­tens. Das ist wich­tig, wenn ein bau­tech­nisch kom­pli­zier­ter Unter­grund ver­mu­tet wird. Häu­fig gebuch­te Leis­tun­gen sind außer­dem die Abnah­me der Beweh­rung oder die Prü­fung der Instal­la­tio­nen und des Innen­aus­baus. Hier­mit ver­ge­wis­sern sich die Auf­trag­ge­ber, dass alle Arbei­ten am Haus plan­ge­mäß durch­ge­führt wer­den. Der Sta­ti­ker über­nimmt hier­bei die Funk­ti­on des Prü­fers. Die genann­ten Maß­nah­men sind jedoch optional.

Tipps für die Sta­tik ohne Ortstermin

Wer sein Ein­fa­mi­li­en­haus oder die Dop­pel­haus­hälf­te ohne Orts­ter­min des Sta­ti­kers bau­en möch­te, soll­te eini­ge Tipps beher­zi­gen. Unver­zicht­bar ist, die Plä­ne und die Ist-Situa­ti­on vor Ort aus­führ­lich zu doku­men­tie­ren. Hier­zu emp­fiehlt es sich, den Archi­tek­ten zu Rate zu zie­hen. Er weiß, wel­che Unter­la­gen und Infor­ma­tio­nen der Sta­ti­ker braucht, um sei­ne Berech­nun­gen zu erstel­len. Selbst­ver­ständ­lich soll­ten die Bau­her­ren ihre Wün­sche direkt im Vor­feld mit dem Pla­nungs­bü­ro erör­tern, damit es zu kei­nen Miss­ver­ständ­nis­sen kommt.

Digi­ta­le Besich­ti­gung statt Ter­min vor Ort

Dank der moder­nen Mög­lich­kei­ten der Bild­über­tra­gung gibt es mitt­ler­wei­le auch inter­es­san­te digi­ta­le Optio­nen, die einen Orts­ter­min erset­zen. So bie­ten eini­ge Sta­ti­ker zum Bei­spiel die vir­tu­el­le Objekt­be­treu­ung via Live-Video­schal­tung an. Auf die­se Wei­se ist es dem Bau­in­ge­nieur mög­lich, in der Bau­pha­se mit den Fach­ar­bei­tern vor Ort zu spre­chen und den Fort­schritt vom Büro aus zu begut­ach­ten. Häu­fig reicht aber auch eine ein­fa­che Foto­do­ku­men­ta­ti­on.