Standsicherheits­nachweis nach § 51 HOAI – Damit das Haus sicher steht

Standsicherheitsnachweis

Ein Haus soll sta­bil und sicher gebaut sein. Die Garan­tie dafür ist der Stand­si­cher­heits­nach­weis. Dafür sind genaue Berech­nun­gen erfor­der­lich, die sich aus der Geo­tech­nik, der Bau­sta­tik und der tech­ni­schen Mecha­nik ablei­ten. Das Gebäu­de muss allen Belas­tun­gen stand­hal­ten, ohne dass ein Scha­den auf­tritt. Die­se Belas­tun­gen kön­nen sehr viel­fäl­tig sein und rich­ten sich auch nach den ört­li­chen und regio­na­len Gegebenheiten.

So setzt sich die Stand­si­cher­heit zusammen

Um die Stand­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, muss der Sta­ti­ker etli­che vor­han­de­ne Fak­to­ren beach­ten. Es ist genau­so wich­tig auf wel­chem Bau­grund das Gebäu­de errich­tet wer­den soll oder ob ein nahe­lie­gen­der Fluss eine Hoch­was­ser­ge­fahr dar­stellt und ob regel­mä­ßig Stür­me in die­ser Regi­on zu erwar­ten sind. Hier nun ein kur­zer Über­blick über die 3 Fak­to­ren der Standsicherheit

  • Mit­tels der Geo­tech­nik prüft der Sta­ti­ker auf wel­chem Bau­grund das Gebäu­de errich­tet wer­den soll (Boden­gut­ach­ten). Dabei müs­sen ver­schie­de­ne geo­tech­ni­sche Kate­go­rien beach­tet wer­den. Bei der Kate­go­rie eins gibt es ein­fa­che und über­sicht­li­che Bau­grund­ver­hält­nis­se und ver­läss­li­che Erfah­rungs­wer­te. Bei der Kate­go­rie zwei muss die Stand­si­cher­heit auf­grund von geo­tech­ni­schen Erkennt­nis­sen mit einem Ent­wurfs­be­richt erstellt wer­den. Die Kate­go­rie 3 umfasst einen hohen Schwie­rig­keits­grad und erfor­dert zusätz­li­che Unter­su­chun­gen des Bau­grunds. Even­tu­ell ist ein Büro für Geo­tech­nik zu beauf­tra­gen. Vor der Pla­nung des Bau­vor­ha­bens muss das Bau­grund­stück einer geo­tech­ni­schen Kate­go­rie zuge­ord­net werden.
  • Bei der Sta­tik muss der Trag­werks­pla­ner die dyna­mi­schen und sta­ti­schen Belas­tun­gen eines Gebäu­des berück­sich­ti­gen. Er geht Fra­gen nach, ob Span­nun­gen auf­tre­ten und ob sich Bau­tei­le bei bestimm­ten Bedin­gun­gen ver­än­dern. Danach legt der Sta­ti­ker die Bedin­gun­gen fest, die das Gebäu­de stand­si­cher machen und es im Gleich­ge­wicht halten.
  • Die Tech­ni­sche Mecha­nik ist eine uner­läss­li­che Grund­la­ge für die Ent­wick­lung und Pla­nung von Gebäu­den. Die fach­li­che Theo­rie der Tech­ni­schen Mecha­nik und Ver­fah­ren wie sich Bewe­gun­gen und Kräf­te auf ein Bau­werk aus­wir­ken, bestim­men die not­wen­di­gen Berech­nun­gen. Ermit­telt wer­den dabei die Fes­tig­keit, Kon­struk­ti­on, Lebens­dau­er und die Zuver­läs­sig­keit von Bau­tei­len. Zu den gro­ßen The­men der Tech­ni­schen Mecha­nik gehö­ren Elas­to­sta­tik, Dyna­mik und Statik.

Wann ist ein Stand­si­cher­heits­nach­weis erfor­der­lich und wer stellt ihn aus?

Wenn Sie ein Haus bau­en wol­len, müs­sen Sie zuerst den Bau­an­trag bei der zustän­di­gen Behör­de ein­rei­chen. Dazu gehö­ren etli­che Unter­la­gen sowie tech­ni­sche Nach­wei­se wie bspw. der Stand­si­cher­heits­nach­weis. Die erfor­der­li­chen Unter­la­gen für den Bau­an­trag kön­nen je nach Bun­des­land vari­ie­ren. Für die geplan­ten Bau­maß­nah­men sind die Län­der zustän­dig und alle wich­ti­gen Daten für den Bau­an­trag sind in der Lan­des­bau­ord­nung fest­ge­legt. Auf der Web­site der zustän­di­gen Stadt sind alle Vor­aus­set­zun­gen für den Bau­an­trag ein­seh­bar oder Sie fra­gen Ihren beauf­trag­ten Sta­ti­ker oder Architekten.

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Per­so­nen, die einen Stand­si­cher­heits­nach­weis aus­stel­len dürfen

Nicht jeder kann einen Stand­si­cher­heits­nach­weis aus­stel­len. Schließ­lich han­delt es sich um einen wich­ti­gen Teil der Bau­pla­nung. Mit die­sem Nach­weis kön­nen Sie sicher in Ihrem Eigen­heim leben und das Gebäu­de stellt auch für Ihre Nach­barn kei­ne Gefahr dar. Des­we­gen dür­fen in der Regel nur Per­so­nen mit einer ver­sier­ten Aus­bil­dung einen Stand­si­cher­heits­nach­weis erstel­len. Die Vor­aus­set­zun­gen hän­gen von der Gebäu­de­klas­se und der jewei­li­gen Lan­des­bau­ord­nung ab. Häu­fig wird hier ein Bau­in­ge­nieu­re mit min­des­tens 3 Jah­re Berufs­er­fah­rung genannt. 

Gebäu­de mit Standsicherheitsnachweis

Wie bereits erwähnt, wird die Vor­la­ge eines Stand­si­cher­heits­nach­wei­ses von der jewei­li­gen Lan­des­bau­ord­nung bestimmt. In aller Regel brau­chen aber nach­ste­hen­de Gebäu­de­klas­sen den tech­ni­schen Nach­weis zur Standsicherheit:

Ver­bind­li­che Aus­sa­gen ob Ihr Bau­vor­ha­ben einen Stand­si­cher­heits­nach­weis benö­tigt, erfeh­ren Sie von Ihrem Bau­amt. Ein­fach dort nachfragen.

Gebäu­de­klas­se 1

  • frei­ste­hen­de Gebäu­de – Höhe bis zu 7 Meter, nicht mehr als 400 Qua­drat­me­ter und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten
  • Gebäu­de, die land- oder forst­wirt­schaft­lich genutzt werden

Gebäu­de­klas­se 2

  • Gebäu­de – Höhe bis zu sie­ben Meter, nicht mehr als 400 Qua­drat­me­ter und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten

Gebäu­de­klas­se 3

  • sons­ti­ge Gebäu­de – Höhe bis zu sie­ben Meter

Gebäu­de­klas­se 4

  • Gebäu­de – Höhe bis zu 13 Meter, nicht mehr als 400 Qua­drat­me­ter je Nutzungseinheit

Gebäu­de­klas­se 5

  • sons­ti­ge Gebäu­de und unter­ir­di­sche Gebäude

Rege­lun­gen (DIN-Nor­men) für Standsicherheitsnachweise

In Deutsch­land gibt es unter­schied­li­che DIN-Nor­men für die jewei­li­gen Stand­si­cher­heits­nach­wei­se. Die­se DIN-Nor­men gel­ten für Deutsch­land und die Euro­päi­sche Uni­on. Hier die wich­tigs­ten DIN-Nor­men für Gebäude:

  • DIN EN 1996 – Nor­men für die Stand­si­cher­heit des Mau­er­werks, Bemes­sung und Kon­struk­ti­on von Mau­er­werks­bau­ten (z. B. Art der Mau­er­stei­ne, Mör­tel­ar­ten, Ring­bal­ken, Ringanker)
  • DIN EN 1995 – Nor­men für die Stand­si­cher­heit von Holz­bau­wer­ken, Bemes­sung und Kon­struk­ti­on von Holz­bau­wer­ken (z. B. Pro­dukt­re­geln für Voll­holz, Fur­nier­schicht­holz oder Brettschichtholz)
  • DIN EN 1992 – Nor­men für die Stand­si­cher­heit von Stahl­be­ton­bau­wer­ken, Bemes­sung und Kon­struk­ti­on von Stahl­be­ton- und Spann­be­ton­trag­wer­ken (z. B. Anfor­de­run­gen der Beweh­rung einer Betondecke)

Die Kos­ten für einen Standsicherheitsnachweis

Was kos­tet eigent­lich ein Stand­si­cher­heits­nach­weis? Dazu kon­tak­tie­ren Sie Ihren Sta­ti­ker. Grund­sätz­lich wer­den die Leis­tun­gen für die­se Berufs­grup­pe nach der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re abge­rech­net. Bei einem Stand­si­cher­heits­nach­weis wird der § 51 HOAI ange­wandt. Dabei kommt es auch auf den Zeit­ho­ri­zont der Erstel­lung an.

Aller­dings sind die Gebüh­ren­sät­ze, die in der HOAI nach­zu­le­sen sind, eine äußerst kom­ple­xe Ange­le­gen­heit und für einen Lai­en oft­mals nicht zu durch­schau­en. Nicht jedes Bau­pro­jekt weist die glei­chen Gege­ben­hei­ten auf und somit unter­schei­den sich folg­lich auch die jewei­li­gen Kos­ten. Obwohl die Berufs­grup­pe der Sta­ti­ker einen gewis­sen Spiel­raum bei der Abrech­nung besitzt, gel­ten den­noch in ein­zel­nen Berei­chen Min­dest- und Maxi­mal­ho­no­ra­re. Genaue Aus­kunft kann Ihnen der beauf­trag­te Archi­tekt oder Sta­ti­ker erteilen.

Die­ser Arti­kel wur­de vor dem EuGH-Urteil zur HOAI geschrie­ben. Die Hono­ra­re für Sta­ti­ker sind inzwi­schen nicht mehr an das Min­dest­ho­no­rar der HOAI gebun­den, kön­nen sich aber wei­ter­hin an die­sen ori­en­tie­ren. Durch das Urteil sind Fest­prei­se unter dem Min­dest­satz der HOAI mög­lich. Die EuGH-Vor­ga­ben sind mit dem in Kraft tre­ten der HOAI-Novel­le zum 01.01.2021 in natio­na­les Recht umge­setzt wor­den.

Unse­re Dipl.-Bauingenieure (FH) mit mehr als 15 Jah­ren Berufs­er­fah­rung und jähr­lich über 700 Pro­jek­ten erstel­len einen geneh­mi­gungs­fä­hi­gen Stand­si­cher­heits­nach­weis inkl. Beweh­rungs­plä­ne für ein Ein­fa­mi­li­en­haus, ein Rei­hen­haus oder eine Dop­pel­haus­hälf­te bun­des­weit ab 2.350 Euro (inkl. MwSt.) – auf Wunsch per »Express«. Den Wär­me­schutz­nach­weis gibt es ab 695 Euro (inkl. MwSt.), den Brand­schutz­nach­weis ab 1.150 Euro (inkl. MwSt.) und den Schall­schutz­nach­weis ab 750 Euro (inkl. MwSt.). Wei­te­re Prei­se fin­den Sie in unse­rer Preis­lis­te. Fra­gen Sie uns kos­ten­los mit unse­rem Online-For­mu­lar oder direkt an:


Pla­nungs­kos­ten wie Gebüh­ren für Sta­ti­ker und Archi­tek­ten sowie die Gebüh­ren für den Bau­an­trag sind laut Gesetz­ge­ber ein Teil der Her­stel­lungs­kos­ten und kön­nen daher nicht von der Steu­er abge­setzt wer­den. Eine Aus­nah­me gibt es aller­dings. Wenn spä­ter ein Gebäu­de errich­tet wird, das nicht den vor­he­ri­gen Plä­nen ent­spricht, kön­nen die vor­her ent­stan­de­nen Kos­ten für Sta­ti­ker und Archi­tek­ten als Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht werden.

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Sta­ti­ker sind für vie­le Bau­her­ren ein wich­ti­ger Bestand­teil der Kos­ten­pla­nung beim Haus­bau. Sta­ti­ker Prei­se hän­gen viel­fach von den Gege­ben­hei­ten und dem Bau­vor­ha­ben ab.