Neu­bau MFH mit Tief­ga­ra­ge in Nie­der­sa­chen

Wir haben die Bau­lei­tung für ein Mehr­fa­mi­li­en­haus mit 10 Wohn­ein­hei­ten und Tief­ga­ra­ge nach KfW55-Stan­dard in Osna­brück über­nom­men. Dar­über hin­aus war unse­re Bau­phy­si­ke­rin beim Wär­me­schutz unter­stüt­zend tätig. Glei­ches gilt für die För­der­mit­tel­be­ra­tung bei der KfW im 153 Pro­gramm.

Das Bau­vor­ha­ben soll Mit­te 2021 nach zwei Jah­ren Bau­zeit fer­tig gestellt wer­den. Stand Sep­tem­ber 2020 sind gut ein Drit­tel geschafft. Hier der bis­he­ri­ge Bau­fort­schritt in Bil­dern:

Jetzt in 2 Minu­ten kos­ten­lo­ses MFH-Sta­tik-Ange­bot vom Exper­ten ein­ho­len!

Schritt 1 von 3
Zur Ent­schei­dung, ob das Gebäu­de in einem Erd­be­ben­ge­biet liegt
SSL gesicherte Übertragung

Exkurs: War­um soll­te man eine exter­ne Bau­lei­tung beauf­tra­gen?

Zuerst die Elek­tro­in­stal­la­ti­on oder die Was­ser­roh­re? Zuerst die Sta­tik oder der Antrag beim zustän­di­gen Bau­amt? Wer ein Haus baut, muss vie­le Fra­gen klä­ren. Die meis­ten Bau­her­ren ent­schei­den sich des­halb für einen erfah­re­nen Bau­lei­ter, der die Orga­ni­sa­ti­on über­nimmt. Wie koor­di­niert der Exper­te die Gewer­ke und wel­che Unter­la­gen braucht er dafür vom Sta­ti­ker?

Das sind die Auf­ga­ben der Bau­lei­tung

Jeder Haus­bau ist ein kom­ple­xes Pro­jekt. Ent­spre­chend vie­le Auf­ga­ben kom­men auf die Bau­lei­tung zu. Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • Vor­aus­schau­en­de Pla­nung der Bau­pha­se
  • Aus­schrei­bung
  • Ein­ho­len von Geneh­mi­gun­gen
  • Koor­di­na­ti­on der Gewer­ke
  • Über­wa­chung des Fort­schritts auf der Bau­stel­le
  • Qua­li­täts­si­che­rung
  • Und jeder­zeit: Rück­spra­che mit dem Bau­herrn

Die­se viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben zei­gen, dass ein Bau­lei­ter eine Men­ge Fach­wis­sen braucht. So muss der Spe­zia­list unter ande­rem Bau­män­gel erken­nen und Kos­ten sehr gut ein­schät­zen kön­nen. Auf der ande­ren Sei­te ist es nahe­lie­gend, dass die meis­ten Bau­her­ren die­se ver­ant­wor­tungs­vol­le Tätig­keit dele­gie­ren – egal ob es sich um den Neu­bau eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses oder die Alt­bau­sa­nie­rung han­delt.

Wer kommt als Bau­lei­ter in Fra­ge?

Bau­lei­ter sind in aller Regel Archi­tek­ten oder Bau­in­ge­nieu­re. Es gibt jedoch auch Bau­un­ter­neh­mer und Hand­werks­meis­ter, die die­se Funk­ti­on aus­füh­ren. An wen der Bau­herr die Bau­lei­tung abgibt, hängt meist vom Vor­ha­ben ab. Für den Anbau eines Win­ter­gar­tens oder die Sanie­rung des Bade­zim­mers sind oft­mals Hand­werks­be­trie­be die ers­te Wahl. Wer hin­ge­gen ein Mehr­fa­mi­li­en­haus bau­en möch­te, wen­det sich in aller Regel an einen Archi­tek­ten oder einen Inge­nieur. Es gibt sogar spe­zia­li­sier­te Büros, die eine Betreu­ung ins­be­son­de­re für gro­ße Bau­pro­jek­te anbie­ten.

Nicht jeder Archi­tekt über­nimmt die Bau­lei­tung, man­che beschrän­ken sich auf den Ent­wurf. Auch Bau­in­ge­nieu­re spe­zia­li­sie­ren sich meist ent­we­der auf die Bau­lei­tung oder die Sta­tik. Daher ist es üblich, anfal­len­de Auf­ga­ben wie die Trag­werks­pla­nung und die Bau­über­wa­chung getrennt von­ein­an­der zu ver­ge­ben.


So koor­di­niert die Bau­lei­tung die Gewer­ke

Eine beson­de­re Stel­lung unter den Auf­ga­ben der Bau­lei­tung nimmt die Koor­di­na­ti­on der Gewer­ke ein. Dabei geht es um ver­schie­de­ne Aspek­te:

  • Ter­mi­nie­rung des Ablaufs
  • Koor­di­na­ti­on der ver­schie­de­nen Hand­wer­ker
  • Ver­mei­dung von Leer­lauf-Pha­sen
  • Prü­fung des Bau­fort­schritts
  • Abstim­mung mit dem Bau­herrn

Zur Ver­deut­li­chung: Der Bau­lei­ter muss zum Bei­spiel sicher­stel­len, dass alle Ver­sor­gungs­lei­tun­gen gelegt sind, bevor der Innen­aus­bau beginnt. Im ungüns­tigs­ten Fall müss­te ein Hand­wer­ker auf sei­nen Ein­satz war­ten, weil ent­schei­den­de Vor­ar­bei­ten nicht abge­schlos­sen sind. Das kos­tet unnö­tig Geld und ver­zö­gert die Fer­tig­stel­lung. In der Pra­xis ver­lässt sich der Bau­lei­ter selbst­ver­ständ­lich nicht nur auf sei­ne Erfah­rung, auch wenn die­se unver­zicht­bar ist. Mitt­ler­wei­le gibt es Kal­ku­la­ti­ons­pro­gram­me und Tabel­len, um mög­lichst effi­zi­ent zu pla­nen.

So arbei­ten Bau­lei­ter und Sta­ti­ker zusam­men

In der Vor­stel­lung der meis­ten Bau­her­ren ist der Bau­lei­ter vor allem mit klas­si­schem gel­bem Schutz­helm und schwar­zem Klemm­brett auf der Bau­stel­le unter­wegs. Zwar gehört das durch­aus zur Tätig­keit, macht jedoch nur einen klei­nen Teil davon aus. Sehr viel mehr Zeit ver­bringt der Bau­lei­ter mit der Pla­nung am Schreib­tisch. In die­sen Bereich fällt die Beglei­tung des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens. Wäh­rend die­ser Pha­se arbei­tet der Bau­lei­ter eng mit dem Sta­ti­ker zusam­men, denn zum Bau­an­trag gehört der Stand­si­cher­heits­nach­weis. Die Unter­la­gen des Trag­werks­pla­ners müs­sen der Bau­lei­tung daher mög­lichst früh­zei­tig vor­lie­gen. Wenn der Archi­tekt die Bau­lei­tung über­nimmt, sieht der typi­sche Ablauf fol­gen­der­ma­ßen aus: Das Archi­tek­tur­bü­ro lie­fert einen Ent­wurf an den Sta­ti­ker. Die­ser führt die nöti­gen Berech­nun­gen aus und über­mit­telt die Unter­la­gen zurück an den Archi­tek­ten.

In Zei­ten von Inter­net und Com­pu­tern ist es kei­nes­falls not­wen­dig, dass Bauleiter/​Architekt und Sta­ti­ker im sel­ben Ort sit­zen. Auf Grund­la­ge der Plä­ne kann der Bau­in­ge­nieur die sta­ti­schen Berech­nun­gen im Grun­de von jedem Ort aus vor­neh­men. Die­se Arbeits­tei­lung sorgt oft für eine ver­bes­ser­te Kos­ten­ef­fi­zi­enz. Fra­gen Sie uns kos­ten­los dazu an:



Kos­ten für die Bau­lei­tung

In Bezug auf die Pla­nung fra­gen sich vie­le Bau­her­ren: Was kos­tet die Bau­lei­tung? Wie teu­er ist der Sta­ti­ker? Grund­sätz­lich sind die Hono­ra­re in der HOAI gere­gelt. Das heißt, dass es kei­ne über­ra­schend hohen End­kos­ten geben kann, da die Ent­loh­nung gede­ckelt ist. Tat­säch­lich macht die Bau­lei­tung fast ein Drit­tel des Archi­tek­ten- und Bau­in­ge­nieur­ho­no­rars aus. Aller­dings ist die­se Leis­tung auch beson­ders umfang­reich. Zudem ist ein erfah­re­ner Bau­lei­ter in der Lage, Geld ein­zu­spa­ren: Mit der Aus­schrei­bung und der Rech­nungs­prü­fung sorgt er dafür, dass die Prei­se der Hand­wer­ker nicht zu hoch aus­fal­len. Eine prä­zi­se Ter­min­pla­nung stellt dar­über hin­aus sicher, dass kei­ne Kos­ten durch unnö­ti­ge Ver­zö­ge­run­gen ent­ste­hen. Wie erwähnt, kann es in Bezug auf den End­preis güns­tig sein, die Auf­ga­ben zu dele­gie­ren.

Die­ser Arti­kel wur­de vor dem EuGH-Urteil zur HOAI geschrie­ben. Die Hono­ra­re für Sta­ti­ker sind inzwi­schen nicht mehr an das Min­dest­ho­no­rar der HOAI gebun­den, kön­nen sich aber wei­ter­hin dar­an ori­en­tie­ren. Es sind somit aber ab jetzt auch Fest­prei­se unter dem Min­dest­satz der HOAI mög­lich.


Bau­lei­tung in Eigen­re­gie: Ist das sinn­voll?

Man­che Bau­her­ren ent­schei­den sich dazu, mög­lichst viel in Eigen­leis­tung zu erbrin­gen. Das aus einem Grund: Wer selbst mau­ert, Flie­sen ver­legt oder ver­putzt, kann Geld spa­ren. Daher stel­len sich eini­ge die Fra­ge: Darf ich die Bau­lei­tung selbst über­neh­men? Hier­auf gibt es eine recht­li­che und eine fach­li­che Ant­wort. Rein bau­recht­lich ist es in eini­gen Bun­des­län­dern mög­lich, die Bau­lei­tung zu über­neh­men (zumin­dest für bestimm­te Bau­vor­ha­ben). Fach­lich ist es aller­dings nur sel­ten zu emp­feh­len, hier selbst tätig zu wer­den. Die Koor­di­na­ti­on der Gewer­ke, die Pla­nung und die Über­wa­chung des Bau­fort­schritts gel­ten als zu kom­pli­ziert. Zudem sind Feh­ler oft kost­spie­lig.

Wei­te­re Vor­tei­le einer pro­fes­sio­nel­len Bau­lei­tung

Eine pro­fes­sio­nel­le Bau­lei­tung ist nicht nur in Bezug auf die Kos­ten­ef­fi­zi­enz, den Kom­fort und die Rechts­si­cher­heit vor­teil­haft. Der Archi­tekt oder Bau­in­ge­nieur über­nimmt zudem die Gesamt­haf­tung. Wenn spä­ter Schä­den auf­tre­ten, die in irgend­ei­ner Art auf die Bau­lei­tung zurück­zu­füh­ren sind, hat der Bau­herr bzw. der Haus­ei­gen­tü­mer Anspruch auf Ent­schä­di­gung. Nicht zuletzt ist ein Bau­lei­ter ein pro­fes­sio­nel­ler Hel­fer, der im Lauf der Pla­nungs- und Bau­pha­se nütz­li­che Tipps und Anrei­ze gibt.

… und um die Ein­gangs­fra­ge zu beant­wor­ten: Elek­tro- und Sani­tär­in­stal­la­tio­nen kön­nen oft par­al­lel durch­ge­führt wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum MFH

Schallschutz beim Hausbau

Schall­schutz ist beim Haus­bau ver­pflich­tend

Für den Bau eines Hau­ses spielt der Schall­schutz eine bedeu­ten­de Rol­le. Stra­ßen- und Ver­kehrs­lärm sowie die Geräusch­ku­lis­se, die Nach­barn ver­ur­sa­chen, sind wich­ti­ge Fak­to­ren im Eigen­heim.
Prüfingenieur haftet auch

Wofür haf­tet der Prüf­in­ge­nieur?

Ein Prüf­in­ge­nieur, auch Prüf­sta­ti­ker genannt, befasst sich mit der Prü­fung der Stand­si­cher­heit eines Bau­vor­ha­bens. Ob die Sta­tik geprüft wer­den muss, erfah­ren Sie von Ihrem Trag­werks­pla­ner.