Ein­fa­mi­li­en­haus bei Ibbenbüren

Bau­vor­ha­ben: Neu­bau EFH

Stand­ort: Ibben­bü­ren, NRW

Jahr: 2018

Leis­tun­gen:
Stand­si­cher­heits­nach­weis (Sta­tik)
Aus­füh­rungs­pla­nung zur Statik

Foto: Gar­ten­an­sicht

Kurz­be­schrei­bung

Die­ses neu erbau­te EFH hat zwei Voll­ge­schos­se mit einem Zelt­dach, Ter­ras­sen­über­da­chung und einer Gara­ge, ist aber ohne Kel­ler geplant wor­den. Im obers­ten Geschoss ist eine Holz­bal­ken­de­cke ver­baut. Ein Vor­dach zum Schutz vor Regen und ande­ren Wit­te­run­gen wur­de beim Haus­ein­gang, als auch bei der Gara­ge, berücksichtigt.

Wei­te­re Eck­punk­te die­ses Ein­fa­mi­li­en­hau­ses sind – vor allem aus sta­ti­scher Sicht – die tra­gen­de Boden­plat­te mit Frost­schür­ze, die Eck­fens­ter mit einer schlan­ken Stüt­ze (die­se ver­schwin­den somit in der Fens­ter­ver­klei­dung), der Spitz­bo­den zu Lager­zwe­cken und die Fili­gran­de­cken. Wäh­rend bei der Boden­plat­te des Hauses/​der Gara­ge die Beweh­rungs­plä­ne mit einer obe­ren und unte­ren Lage erstellt wor­den sind, wur­den bei den Decken nur die obe­re Lage gezeich­net, da die unte­re Lage bei Fili­gran­de­cken schon ab Werk bewehrt ist.

Im Erd­ge­schoss sind weni­ge tra­gen­de Ele­men­te ver­baut wor­den, damit eine offe­ne Küche den moder­nen Cha­rak­ter des Hau­ses for­men kann. Ein Unter­zug – d. h. ein in die Decke inte­grier­ter Stahl­be­ton-Bal­ken zur Last­wei­ter­ga­be an die Außen­wän­de – war aus opti­schen Grün­den nicht gewünscht und auch vom Archi­tektbü­ro nicht vor­ge­se­hen. Die Las­ten, die von oben kom­men, lan­den als Lini­en­last auf der Erd­ge­schoss­de­cke und wer­den von die­ser getra­gen bzw. an die jewei­li­gen Außen­wän­de und tra­gen­den Innen­wän­de über­tra­gen. Durch die Holz­bal­ken­de­cke im Ober­ge­schoss ist das Gewicht/​Last jedoch über­schau­bar. Des­halb muss­te die Decke nicht wesent­lich ver­stärkt werden.

Bei dem in der Decke inte­grier­te Vor­dach ist beson­ders der Wär­me­schutz zu beach­ten. Das Außen­bau­teil muss von dem Inne­ren getrennt sein, so dass die Käl­te nicht ins Haus­in­ne­re zieht. Es wur­de hier­bei Schö­ck Iso­korb als Lösung gewählt.

Das Dach hat eine Nei­gung von 28°. Die damit ein­her­ge­hen­den Schrä­gen brin­gen hori­zon­ta­le Las­ten auf die Außen­wand. Um den Druck und eine Sprei­zung des Daches zu ver­mei­den, ist ein Ring­bal­ken mit zusätz­li­chen inne­ren Rin­gen auf dem obers­ten Geschoss­wän­den bewehrt wor­den. Aus den dar­aus her­aus­ra­gen­den Gewin­de­stan­gen ist die Holz­bal­ken­de­cke befes­tigt wor­den. Alter­na­tiv wäre auch eine Beton­de­cke mit Träm­pel­stüt­zen mög­lich gewesen.

Um die Last des Daches bes­ser abzu­fan­gen, wur­de ein Pfet­ten­kranz vor­ge­schla­gen und in der Bau­pha­se auch plan­ge­treu umge­setzt. Die Last wird dabei durch den Kranz von einem ein­zel­nen Punkt auf vier Stüt­zen ver­teilt. Dar­über hin­aus wer­den die Stützwei­ten der vier Gratspar­ren (Dia­go­na­len, die die Dach­flä­chen von­ein­an­der tren­nen) zur Ent­las­tung verringert.

Der nach­träg­li­che Wunsch zur Über­prü­fung des Pfet­ten­kran­zes zwecks Ein­satz eines Dach­flä­chen­fens­ters wur­de zeit­nah erfüllt, so dass die Grund­la­ge für die Zim­mer­leu­te und der Erstel­lung des Dach­stuh­les schnell gelegt war.