Prüfstatik: Sinn und Zweck

Prüfstatik ist sinnvoll und erfüllt einen Zweck

Neu zu errich­ten­de Gebäu­de, Immo­bi­li­en vor einem grö­ße­ren Umbau, benö­ti­gen den Nach­weis der Stand­fes­tig­keit, ver­bun­den mit einer Trag­werks­pla­nung. Aus die­sem Grund beauf­tragt der Bau­herr einen Sta­ti­ker (Trag­werks­pla­ner, Archi­tekt, Bau­in­ge­nieur). Mit dem Ein­satz die­ses Fach­man­nes ist gesi­chert, dass durch das Bau­werk kei­ne Gefähr­dung zu erwar­ten ist. Wann und in wel­chem Umfang ist eine Prüf­sta­tik zu beauf­tra­gen? Was ist die Auf­ga­be des Prüf­sta­ti­kers?

Das Aufgabengebiet des Prüfstatikers

Ein Prüf­sta­ti­ker ersetzt nicht den Sta­ti­ker, son­dern über­prüft die vor­lie­gen­den Berech­nun­gen auf Ihre Rich­tig­keit. Es han­delt sich um einen Prüf­in­ge­nieur für Bau­sta­tik, der im Regel­fall von der Bau­be­hör­de (Bau­auf­sichts­amt) oder vom Bau­herrn (ver­ein­fach­tes Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren) für die Prüf­sta­tik beauf­tragt wird. Im Wesent­li­chen hängt es von der Art, der Grö­ße, der Beson­der­heit des Gebäu­des ab, ob eine Prüf­sta­tik not­wen­dig ist. Um die­se erstel­len zu dür­fen, ist eine staat­li­che Aner­ken­nung (Ein­trag auf der Lis­te) erfor­der­lich.

Suchen Sie einen Prüfstatiker? Jetzt kostenlos und unverbindlich unser Netzwerk nutzen!

Schritt 1 von 3
SSL gesicherte Übertragung

Worin liegt der Vorteil für den Einsatz eines Prüfstatikers

Jede sta­ti­sche Berech­nung, jede Trag­werks­pla­nung, die erstellt wird, ist über­wie­gend wirk­lich­keits­nah abge­bil­det. Die Zusam­men­ar­beit des Sta­ti­kers mit dem Bau­herrn ist durch das Auf­trags­ver­hält­nis defi­niert, die Berech­nun­gen nähern sich in vie­len Fäl­len einem Ide­al­zu­stand an.

Die Ent­wick­lung auf dem Bau­sek­tor bedingt per­ma­nen­te Berück­sich­ti­gung von aktua­li­sier­ten Nor­men, Vor­schrif­ten, Geset­zen. Ein Risi­ko, dass sich durch den Ein­satz eines Prüf­sta­ti­kers mini­mie­ren lässt.

Das 4‑Augen Prinzip reduziert das Risiko

Es ist kei­ne Neu­ig­keit, dass vier Augen mehr sehen wie zwei. Das 4‑Au­gen-Prin­zip gilt auch bzw. vor allem auch für eine Prüf­sta­tik. Unter Beach­tung aller Vor­schrif­ten, der mecha­ni­schen und phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten der ver­wen­de­ten Bau­stof­fe und Mate­ria­li­en, nebst der Eig­nung, wird eine rea­li­täts­na­he Abbil­dung des sta­ti­schen Sys­tems des Gebäu­des erstellt. Ein ele­men­ta­rer Bestand­teil ist die Prü­fung der Beweh­rungs- und Kon­struk­ti­ons­plä­ne. Damit hat der Bau­herr einen Nach­weis über die wirk­sa­me Qua­li­täts­si­che­rung hin­sicht­lich Pla­nung und Aus­füh­rung sei­nes Bau­vor­ha­bens. Ein nicht unwe­sent­li­cher Umstand, wenn das Gebäu­de in spä­te­rer Zeit einer ande­ren Bestim­mung zuge­führt wird (Ver­kauf).

Ist eine Prüfstatik Pflicht?

Die recht­li­che Grund­la­ge bil­det das jewei­li­ge Bau­recht der Bun­des­län­der. Es ist nicht ein­heit­lich gere­gelt. Rech­te und Pflich­ten aller am Bau Betei­lig­ten, sind in den ein­zel­nen Lan­des­bau­ord­nun­gen beschrie­ben. So auch, ob und wie der Stand­si­cher­heits­nach­weis von Gebäu­den zu über­prü­fen ist.

Neben der Stand­si­cher­heit prüft der Prüf­in­ge­nieur die Feu­er­wi­der­stands­dau­er bei Son­der­bau­ten und abhän­gig von der gel­ten­den Bau­ord­nung auch den Wär­me- und Schall­schutz.

Frei­staat Bay­ern: Ein Prüf­in­ge­nieur ist vor­ge­schrie­ben bei Bau­ten mit hohem Gefähr­dungs­ri­si­ko (öffent­li­che Gebäu­de, Schu­len, Kran­ken­häu­ser, bestimm­te Hoch­häu­ser, etc.). In die­sen Fäl­len beauf­tragt das Bau­amt einen Prüf­in­ge­nieur. Ande­re Bau­vor­ha­ben sind mit einem zu erfül­len­den Kri­te­ri­en­ka­ta­log hin­ter­legt. Abhän­gig von der Schwie­rig­keit der Bau­si­tua­ti­on ist die Prüf­pflicht dar­in fest­ge­hal­ten. In die­sen Fäl­len beauf­tragt der Bau­herr den Prüf­sta­ti­ker, um der Prüf­pflicht nach­zu­kom­men.

Nord-Rhein-West­fa­len (NRW): Um die öffent­li­che Sicher­heit, in der Haupt­sa­che Leben und Gesund­heit nicht zu gefähr­den, hat die Bau­be­hör­de für Gefah­ren­ab­wehr zu sor­gen. Im Zuge der Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren über­trägt sie Prüf­auf­ga­ben an eigens aus­ge­bil­de­te Sach­ver­stän­di­ge. Sie legen ihre Gut­ach­ten der Bau­be­hör­de vor. Nicht unter die Prüf­pflicht fal­len:

  • Wohn­ge­bäu­de mit bis zu zwei Woh­nun­gen und gerin­ger Höhe, inkl. evtl. Neben­ge­bäu­de und Neben­an­la­gen
  • frei­ste­hen­de land­wirt­schaft­li­che Betriebs­ge­bäu­de mit bis zu zwei Geschos­sen, auch wenn ein Wohn­teil inte­griert ist
  • ein­ge­schos­si­ge Gebäu­de mit einer Grund­flä­che bis zu 200 m²
  • Son­der­bau­ten, wie Gewächs­häu­ser, Gara­gen, Aus­stel­lungs- und Ver­kaufs­stän­de, Wer­be­an­la­gen und ähn­li­ches (im Ein­zel­fall zu prü­fen)

Bau­ord­nung Ber­lin: Die Stand­si­cher­heit ist bei Gebäu­de­klas­sen 4 und 5 zu prü­fen. Bei den Gebäu­de­klas­sen 1 bis 3 ledig­lich dann, wenn sich dies aus dem Kri­te­ri­en­ka­ta­log ablei­ten lässt.

Kosten der Prüfstatik

Die Leis­tun­gen des Prüf­sta­ti­kers sind in der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re (HOAI) gere­gelt und fal­len unter die Bau­neben­kos­ten. Abhän­gig von der Gebäu­de­art und Umfang der Prüf­sta­tik und ‑berich­te ist mit einem Betrag ab 800 Euro zu rech­nen.

Zusammenfassung und Fazit

Eine effi­zi­en­te Qua­li­täts­si­che­rung am Bau berück­sich­tigt die unter­schied­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Die wich­tigs­ten Punk­te sind:

  • Berech­nung der Prüf­sta­tik
  • Plä­ne für die Kon­struk­ti­on und Beweh­rung
  • kon­kre­te Aus­füh­rung auf der Bau­stel­le

Umfas­sen­des und aktu­el­les Wis­sen ist die Basis, die Kennt­nis der Nor­men, Zulas­sun­gen, Ver­ord­nun­gen und Geset­ze die grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung, die ein Prüf­sta­ti­ker mit­zu­brin­gen hat. Der Vor­teil für den Bau­herrn liegt auf der Hand: geprüf­te Qua­li­tät und die ver­läss­li­che Sicher­heit der bau­li­chen Anla­ge.

Scroll to top