Kann mein Nach­bar den geplan­ten Dach­aus­bau ver­hin­dern?

Dachausbau ohne den Nachbar zu fragen

Sie pla­nen einen Dach­aus­bau und fra­gen sich, was zu beach­ten ist? Müs­sen Sie den Nach­barn um sei­ne Zustim­mung fra­gen?

Dach­aus­bau Vor­schrif­ten unter­schei­den sich grund­sätz­lich je nach Bun­des­land inner­halb Deutsch­lands von­ein­an­der. Es gilt im All­ge­mei­nen die Faust­re­gel: Sobald sich etwas an der Archi­tek­tur eines Gebäu­des ändert, ist eine Geneh­mi­gung fäl­lig.

Bau­li­che Maß­nah­men betref­fen bei einem Dach­aus­bau vor allem den Ein­bau von Dach­gau­ben oder das Ein­hal­ten der Abstän­de zum Nach­bar­grund­stück. Eben­so spielt die Pri­vat­sphä­re eine Rol­le. Das gilt beson­ders, wenn Fens­ter im Dach­gie­bel geplant sind.

Geneh­mi­gun­gen und Zustim­mun­gen für einen Dach­aus­bau – das ist zu beach­ten!

Beim Aus­bau des Daches kommt es auf die Details an. Es macht dem­nach einen Unter­schied, ob zusätz­li­cher Wohn­raum – womög­lich mit einem sepa­ra­ten Ein­gang – geplant wird oder ob ledig­lich Fens­ter erneu­ert wer­den sol­len. Spe­zi­ell die Sicher­heit ist ein wesent­li­ches Merk­mal bei Bau­ge­neh­mi­gun­gen. Die Stand­si­cher­heit des Gebäu­des darf in kei­ner Wei­se durch den Aus­bau oder Umbau beein­träch­tigt sein. Die Sicher­heits­aspek­te beinhal­ten eben­falls die direk­te Nach­bar­schaft. Denn die angren­zen­den Nach­barn dür­fen durch die Umbau­maß­nah­men am Dach nicht gefähr­det sein.

Grund­le­gen­des für die Bau­ge­neh­mi­gung zum Dach­aus­bau

Das Ver­hält­nis zu den lie­ben Nach­barn sehen vie­le Bau­her­ren schnell gefähr­det. Sie fra­gen sich oft, inwie­fern Sie den Nach­barn um die Erlaub­nis für den Dach­aus­bau fra­gen müs­sen. Tat­sa­che ist jedoch, dass sel­ten der Nach­bar ein Mit­spra­che­recht hat. Viel­mehr sind die fol­gen­den Aspek­te bei einer Bau­ge­neh­mi­gung für Dach­aus­bau­ten oder Umbau­ten rele­vant:

  • schad­freie Bau­sub­stanz
  • aus­rei­chen­de Raum­hö­he
  • genü­gend Stell­plät­ze für Autos vor­han­den

Manch einer fragt sich, was der PKW-Stell­platz mit einem Dach­aus­bau zu tun hat. Eine Bau­ge­neh­mi­gung schei­tert unter Umstän­den an der Fra­ge, ob aus­rei­chen­de Stell­plät­ze für die Bewoh­ner vor­han­den sind. Beson­ders, wenn unter dem Dach ein wei­te­rer Wohn­raum ent­ste­hen soll, kann die Stell­platz-Fra­ge bedeut­sam sein. Zugleich kommt es dar­auf an, dass die Raum­hö­he aus­rei­chend für einen Wohn­raum ist.

Grund­sätz­lich soll­te ein Zim­mer nicht bloß in der Raum­mit­te eine aus­rei­chen­de Höhe auf­wei­sen. Nicht zuletzt kommt es auf die Bau­sub­stanz selbst an, ob die Behör­de eine Bau­ge­neh­mi­gung erteilt. Für den Dach­aus­bau ist die Sicher­heit zu gewähr­leis­ten. Des­halb ist es rat­sam, dass das Gebäu­de kei­ne Schä­den auf­weist. Die Nach­bar­schaft ist dabei vor einem Ein­sturz oder ähn­li­chen gefähr­li­chen Situa­tio­nen zu bewah­ren.

Die Rol­le des Nach­barn beim Dach­aus­bau

Prin­zi­pi­ell ist es eine Fra­ge der Höf­lich­keit, das direk­te Umfeld auf anste­hen­de Bau­maß­nah­men am Dach hin­zu­wei­sen. Dadurch erlebt kei­ner der betrof­fe­nen Par­tei­en eine Über­ra­schung. Der Nach­bar bekommt Gele­gen­heit, sich auf die mög­li­che Ruhe­stö­rung durch Bau­lärm ein­zu­rich­ten. Zwin­gend nötig ist dies aber nicht.

Müs­sen Sie Ihren Nach­barn für den Dach­aus­bau um Erlaub­nis fra­gen? Die Zustim­mung des Nach­barn ist im Regel­fall nicht erfor­der­lich. Ledig­lich wenn es um eine Dop­pel­haus­hälf­te oder einen Teil eines Rei­hen­hau­ses han­delt, kann die Zustim­mung rele­vant wer­den. Denn sobald das Dach nicht voll­stän­dig dem Bau­her­ren gehört, wird es kom­pli­ziert.

Ein Bei­spiel an die­ser Stel­le: Der Nach­bar besitzt eine Hälf­te vom Dop­pel­haus und die Bau­lei­tung besitzt die ande­re Hälf­te. Sobald das Dach aus­ge­baut wird, stel­len sich Fra­gen nach Dach­zie­geln und Regen­rin­nen. Eben­so spie­len Abfluss­roh­re in die­ser Hin­sicht eine Rol­le. Sind all die­se Din­ge getrennt von­ein­an­der gere­gelt (z. B. durch sepa­ra­te Regen­rin­nen und Abläu­fe), ist die Zustim­mung des Nach­barn wenig rele­vant.

Fazit – Kann der Nach­bar den Aus­bau vom Dach ver­hin­dern?

In der Regel ist der Aus­bau von Dächern, die das archi­tek­to­ni­sche Aus­se­hen des Hau­ses ver­än­dern, geneh­mi­gungs­pflich­tig. Es kommt somit auf das eigent­lich Bau­vor­ha­ben an. Soll das Dach durch Dach­gau­ben ver­än­dert wer­den? Sol­len zusätz­li­che Fens­ter ent­ste­hen? Oder soll ledig­lich der Dach­bo­den zu neu­en Wohn­raum umge­baut und moder­ni­siert wer­den?

Im Rah­men des Bau­an­tra­ges wer­den gemäß Bau­ord­nung die neur­al­gi­schen Punk­te geprüft; somit auch die Berüh­rungs­punk­te mit den Nach­barn. Wird dem Bau­herrn die Erlaub­nis erteilt, steht dem Aus­bau nichts mehr im Wege … auch nicht ein ver­är­ger­ter Nach­bar.

Bei Dächern, die meh­re­ren Par­tei­en gehört und nicht ein­deu­tig zu tren­nen sind, kann die Erlaub­nis des Nach­barn jedoch fäl­lig sein.

Hin­weis: In weni­gen Grau­zo­nen-Fäl­len, in denen die Bau­ord­nung nicht ein­deu­tig ist, ver­weist das Bau­amt den Bau­herrn eben­falls an den Nach­barn zwecks Zustim­mung.