Brauche ich für den Bau einer Gaube einen statischen Nachweis?

Gaube nach Dachausbau

Frei­er Blick in die Land­schaft, mehr Wohn­raum, opti­sche Ver­schö­ne­rung des Gebäu­des: Es gibt vie­le gute Grün­de, eine Gau­be ein­zu­bau­en. Doch es gibt auch eini­ge Din­ge zu beach­ten. Dazu gehört die Fra­ge, ob ein Stand­si­cher­heits­nach­weis vom Sta­ti­ker erfor­der­lich ist. Wie so oft im Bau­be­reich lau­tet die Ant­wort: je nach­dem …

Was ist ein Standsicherheitsnachweis?

Der Stand­si­cher­heits­nach­weis umfasst eine Rei­he von sta­ti­schen Berech­nun­gen, die sicher­stel­len, dass ein Gebäu­de sta­bil ist. Beim Neu­bau ist die­ser Nach­weis, der im Bau­jar­gon ger­ne auch ein­fach nur Sta­tik genannt wird, daher ver­pflich­tend. Er ist als ein Bestand­teil des Bau­an­trags vor­zu­le­gen. Auch wer spä­ter eine bau­li­che Ver­än­de­rung vor­nimmt, etwa eine Geschoss­auf­sto­ckung, benö­tigt einen ent­spre­chen­den Nach­weis. Dabei geht es nicht nur dar­um, recht­li­che Vor­ga­ben zu erfül­len. Eine kor­rek­te Bau­sta­tik gibt den Bewoh­nern das siche­re Gefühl, dass ihr Haus selbst bei Sturm und unter Schnee­last ein­sturz­si­cher ist.

Im Fall von klei­nen Ein­grif­fen ist ein Stand­si­cher­heits­nach­weis hin­ge­gen nicht nötig. Im All­ge­mei­nen gilt das für alle Bau­maß­nah­men, wel­che die Sta­tik nicht ver­än­dern. Dazu gehört zum Bei­spiel der Ein­bau eines Dach­fens­ters oder die Mon­ta­ge einer Mar­ki­se.

Nachträglicher Einbau einer Gaube: Ist der statische Nachweis Pflicht?

Doch wie ist die recht­li­che Lage beim Ein­bau einer Gau­be? In den meis­ten Fäl­len ist eine sta­ti­sche Berech­nung vor­ge­schrie­ben. Zudem müs­sen Bau­her­ren einen ent­spre­chen­den Bau­an­trag stel­len.

Doch wie so oft heißt es auch hier: kei­ne Regel ohne Aus­nah­me. Bau­recht ist Län­der­sa­che und die Gau­be wird in den Lan­des­bau­ord­nun­gen unter­schied­lich betrach­tet. Wäh­rend in Nord­rhein-West­fa­len immer ein Bau­an­trag nötig ist, sind klei­ne Gau­ben in Bay­ern ver­fah­rens­frei. Ham­burg wie­der­um bie­tet die Mög­lich­keit eines ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens. Zusätz­lich gel­ten je nach Bun­des­land bestimm­te Grenz­wer­te in Bezug auf die Grö­ße. Wer einen Dach­ge­schoss­aus­bau über die hal­be Dach­län­ge als Gau­be defi­niert, wird selbst in Bay­ern nicht um einen Stand­si­cher­heits­nach­weis her­um­kom­men. Die bes­te Lösung für Bau­herrn ist des­halb, im Vor­feld der Pla­nung beim Bau­amt oder bei einem Sta­ti­ker um Rat zu fra­gen.

Gut zu wis­sen: Wird eine Gau­be in jedem Fall geneh­migt? Theo­re­tisch besteht die Mög­lich­keit, dass ein Bau­an­trag abge­lehnt wird. Das liegt dann in aller Regel nicht an der Sta­tik, son­dern zum Bei­spiel am Bebau­ungs­plan, der bestimm­te Bau­maß­nah­men ver­bie­ten kann. Eine Gau­be ist in die­ser Hin­sicht jedoch meist unpro­ble­ma­tisch.

Darum ist die Statik beim Dachumbau so wichtig

Wer sich näher mit dem Gau­ben­ein­bau beschäf­tigt, erkennt, war­um ein sta­ti­scher Nach­weis hier meist ange­bracht ist. So müs­sen übli­cher­wei­se Dachspar­ren ent­fernt wer­den, um das senk­recht ste­hen­de Fens­ter zu ermög­li­chen. Gege­be­nen­falls muss das Dach dann auf ande­re Wei­se abge­stützt wer­den. All das kann die Stand­si­cher­heit des gesam­ten Dach­stuhls poten­ti­ell gefähr­den. Hier ist es in jedem Fall siche­rer, die Sta­tik prü­fen zu las­sen.

Wer erstellt die Statik für eine Gaube?

Grund­sätz­lich gibt es ver­schie­de­ne Per­so­nen­grup­pen, die zur Erstel­lung einer Sta­tik für die Dach­gau­be berech­tigt sind. Dazu gehö­ren in jedem Fall Archi­tek­ten und Sta­ti­ker (Bau­in­ge­nieu­re, die in der jewei­li­gen Lan­des­kam­mer ein­ge­tra­gen sind). Fer­ner sind in eini­gen Bun­des­län­dern Hand­werks­meis­ter wie Zim­me­rer vor­la­ge­be­rech­tigt, wenn es um spe­zi­el­le Bau­maß­nah­men wie Gau­ben geht.

Eine Gaube richtig planen

Damit die Gau­be am Ende alle an sie gestell­ten Erwar­tun­gen erfüllt, ist eine pro­fes­sio­nel­le Pla­nung uner­läss­lich. Wich­ti­ge Kri­te­ri­en wie Grö­ße, Aus­rich­tung und Höhe sind dabei nicht nur von den Wün­schen der Haus­be­sit­zer abhän­gig. Oft­mals gibt die Sta­tik bestimm­te Dimen­sio­nen vor. Andern­falls wür­de der Aus­bau unver­hält­nis­mä­ßig teu­er – etwa, wenn neue Trä­ger erfor­der­lich wer­den. Des­halb ist es rat­sam, mög­lichst früh mit einem Pla­ner wie einem Sta­ti­ker zusam­men­zu­ar­bei­ten.

Ein ganz wich­ti­ger Aspekt ist außer­dem die Däm­mung der Dach­gau­be. Grund­sätz­lich besteht die Gefahr, dass der Auf­bau eine Wär­me­brü­cke bil­det. Das ist ener­ge­tisch ungüns­tig und kann zu Feuch­tig­keit an und hin­ter den Wän­den füh­ren. Ist die Gau­be als Wohn­be­reich geplant (und das ist im All­ge­mei­nen der Fall), wird zudem ein Nach­weis gemäß EnEV (Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung) ver­langt. Bau­her­ren, die mit einem Archi­tek­ten oder Sta­ti­ker zusam­men­ar­bei­ten, haben hier eben­falls den Vor­teil, dass der Exper­te die Wahl einer geeig­ne­ten Däm­mung über­nimmt.

Nach­ge­hakt: Dach­gau­be und Dach­form – ist der Ein­bau immer mög­lich? Wohl kein Sta­ti­ker oder Archi­tekt der Welt wür­de sich auf „immer“ fest­le­gen wol­len. Aller­dings ist der Dach­gau­ben­ein­bau fast immer mög­lich, denn es gibt für nahe­zu jedes Haus die pas­sen­de Vari­an­te: Die­bel­gau­be, Walm­dach­gau­be, Spitz­dach­gau­be, Schlepp­gau­be und vie­le mehr.

Ist eine komplette Dachsanierung sinnvoll?

Wer eine Dach­gau­be ein­bau­en lässt, ent­schei­det sich für eine ver­gleichs­wei­se gro­ße Bau­stel­le unter dem Dach. In die­sem Zusam­men­hang kann es rat­sam sein, wei­te­re Umbau­ten in einem Abwasch zu erle­di­gen. Eine sinn­vol­le Maß­nah­me ist zum Bei­spiel eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung des Dach­stuhls, die ins­be­son­de­re bei Alt­bau­ten ein hohes Ener­gie­spar­po­ten­ti­al ver­spricht. Eben­falls bie­tet es sich an, das Dach­ge­schoss kom­plett aus­zu­bau­en und dafür Wän­de her­aus­neh­men oder ein­zie­hen zu las­sen. Oft­mals sind die Kos­ten für einen umfas­sen­den Umbau gerin­ger als für meh­re­re Ein­zel­pro­jek­te.

Was kostet eine Dachgaube?

Die Prei­se für eine Dach­gau­be hän­gen von zahl­rei­chen Fak­to­ren ab. Ent­schei­dend sind selbst­ver­ständ­lich Grö­ße und Mate­ri­al. Dane­ben soll­ten Bau­her­ren über­le­gen, ob Sie eine Ein­zel­an­fer­ti­gung vom Zim­me­rer wün­schen oder auf ein vor­ge­fer­tig­tes Modell zurück­grei­fen möch­ten. Das hat eben­falls einen ent­schei­den­den Ein­fluss auf den End­preis. Die Kos­ten für den Sta­ti­ker sind hin­ge­gen über­schau­bar.

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Tipp: Es besteht eine Chan­ce auf För­de­rung beim Bau einer Gau­be. Wenn im Zusam­men­hang mit dem Ein­bau eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung erfolgt, gibt es die Mög­lich­keit, För­der­gel­der zu erhal­ten und damit die Bau­kos­ten für die Gau­be zu sen­ken. Bspw. Köln oder Müns­ter. Optio­nal besteht auch die Chan­ce auf güns­ti­ge Kre­di­te bei der KfW.

Bei einer ener­ge­ti­schen Sanie­rung ist eine Vor-Ort-Bera­tung im Vor­feld sinn­voll. Die­se wird eben­falls geför­dert und beinhal­tet einen Sanie­rungs­fahr­plan für den Eigen­tü­mer.

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