Vom Fun­da­ment­plan bis zum Posi­ti­ons­plan. Was ist was?

Fundamentplan bis zum Positionsplan

Bevor ein Bau­pro­jekt rea­li­siert wer­den kann, müs­sen im Vor­feld diver­se Plä­ne, wie bspw. der Fun­da­ment­plan oder die ver­schie­de­nen Aus­füh­rungs­plä­ne, erstellt wer­den. Die­se beinhal­ten die Berech­nun­gen, Geneh­mi­gun­gen und Nach­wei­se, die bei den zustän­di­gen Behör­den vor­ge­legt wer­den müs­sen, damit sie das O.K. für den Haus­bau geben.

Sämt­li­che Bau­un­ter­la­gen die­nen dabei als Nach­weis dar­über, dass die Geset­ze und Auf­la­gen den Bau betref­fend ein­ge­hal­ten wur­den. Dar­über hin­aus die­nen die kor­rek­ten und maß­stabs­ge­treu­en Plä­ne wäh­rend der Bau­pha­se als wich­tigs­ter Anhalts­punkt für die im Pro­jekt invol­vier­ten Mit­ar­bei­ter und Sach­ver­stän­di­ge, um den Über­blick dar­über zu behal­ten, wel­ches Bau­teil wo hin­ge­hört und wel­che Lei­tun­gen wie zu ver­lau­fen haben.

Der Fun­da­ment­plan – auch beim Bau­en im Bestand wich­tig!

Des wei­te­ren sind die Bau­plä­ne hilf­reich, wenn nach­träg­lich Moder­ni­sie­run­gen, Umbau­ten oder Ände­run­gen am Grund­riss durch­ge­führt wer­den sol­len. Um einen Über­blick über die ver­schie­de­nen Plä­ne zu bekom­men, die vor der Bau­pha­se erstellt wer­den müs­sen, wer­den sie hier im Fol­gen­den auf­ge­führt und erklärt.


Sie benö­ti­gen einen Sta­ti­ker? Jetzt in 2 Min. kos­ten­lo­ses Ange­bot vom Exper­ten sichern!

Schritt 1 von 4
SSL gesicherte Übertragung

Der rich­ti­ge Fun­da­ment­plan für das Bau­pro­jekt

Im Fun­da­ment­plan sind die Maße des geplan­ten Objekts ver­zeich­net. Län­ge und Brei­te des Bau­vor­ha­bens bil­den das Grund­ele­ment die­ses Bau­plans. Dar­über hin­aus wer­den im Fun­da­ment­plan die Abfluss­lei­tun­gen für die Sani­tär­an­la­gen, die im Fun­da­ment ver­lau­fen, ein­ge­zeich­net. Glei­ches gilt für die Elek­tro­an­la­gen. Die Posi­ti­on des hier­für not­wen­di­gen, umlau­fen­den Fun­da­men­ter­ders, des­sen Anschluss­fah­ne sowie die spä­te­re Lage des Zäh­ler­schran­kes wer­den im Fun­da­ment­plan ein­ge­tra­gen. Sol­len spä­ter in der Außen­an­la­ge des Gebäu­des Was­ser- und Elek­tro­lei­tun­gen ver­lau­fen, gehö­ren sie eben­falls auf den Fun­da­ment­plan. Wich­tig bei der Pla­ner­stel­lung ist, dass maß­stabs­ge­treu und genau gezeich­net wird, denn ist der Fun­da­ment­plan erst ein­mal erstellt und geneh­migt, sind nach­träg­li­che Ände­run­gen nicht mehr mög­lich.

Ein kor­rek­ter Fun­da­ment­plan ist uner­läss­lich, um die Grund­la­ge eines stand­fes­ten Bau­werks zu gewähr­leis­ten. Jede Abwei­chung könn­te wäh­rend der Bau­pha­se zu Män­geln, Schä­den, Ver­zö­ge­run­gen des Baus und vor allem einen Mehr­kos­ten­auf­wand für den Bau­her­ren bedeu­ten. Wäh­rend bei klei­ne­ren Bau­vor­ha­ben wie einem Gar­ten­häus­chen der Bau­herr selbst einen ent­spre­chen­den Plan erstel­len kann, wird bei­spiels­wei­se beim Haus­bau ein Exper­te mit der Erstel­lung des Fun­da­ment­plans beauf­tragt, um die kor­rek­te Zeich­nung beim Bau­amt für den Bau­an­trag ein­rei­chen zu kön­nen.

Den Ent­wäs­se­rungs­plan für das Bau­vor­ha­ben erstel­len

Bei jedem Neu­bau ist das Erstel­len eines Ent­wäs­se­rungs­plans für das geplan­te Gebäu­de von Nöten, auf dem zeich­ne­risch die Details zur Regen­was­ser- und Schmutz­be­sei­ti­gung des Grund­stücks und des dar­auf errich­te­ten Objekts dar­ge­stellt sind. Auf dem Lage­plan wer­den eben­falls die Ent­wäs­se­rungs­lei­tun­gen sowie der Kanal­an­schluss ver­zeich­net. Wei­ter­hin sind ein Ent­wäs­se­rungs­längs­schnitt und ein Grund­stücks­ent­wäs­se­rungs­plan für den Antrag beim Bau­amt vor­zu­le­gen. Dies regelt in Deutsch­land die DIN EN 12056 und die DIN 1986-100 bis zur Gren­ze des Grund­stücks, im öffent­li­chen Bereich greift die DIN EN 752. Die benö­tig­ten Vor­ga­ben für den Ent­wäs­se­rungs­be­such fin­det der Bau­herr in den Abwas­ser­sat­zun­gen der zustän­di­gen Gemein­de.



Hier fin­den Sie ein Bei­spiel: Die Ent­wäs­se­rungs­sat­zung der Stadt Müns­ter


Aus­füh­rungs­plä­ne: Die ele­men­ta­ren Plä­ne für das Bau­vor­ha­ben

In den Aus­füh­rungs­plä­nen wer­den alle wesent­li­chen Bestand­tei­le des Bau­vor­ha­bens skiz­ziert. Dar­in ent­hal­ten sind dem­nach sowohl Einzel‑, Teil,- als auch Son­der­an­ga­ben, damit es beim Bau zwi­schen den Fach­leu­ten, Archi­tek­ten, Inge­nieu­ren, Her­stel­lern von ein­zel­nen Mate­ria­li­en und dem Bau­un­ter­neh­men nicht zu Miss­ver­ständ­nis­sen wäh­rend der Bau­pha­se kommt. Je genau­er und detail­lier­ter die Aus­füh­rungs­plä­ne erstellt wur­den, des­to ver­ständ­li­cher sind sie für alle in den Bau invol­vier­ten Per­so­nen. Damit ist das Risi­ko einer Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on des Plans mini­miert und die Gefahr spä­te­rer Bau­schä­den deut­lich ein­ge­dämmt.

Wei­ter­hin sind die Aus­füh­rungs­plä­ne Teil des Bau­an­trags, ohne die­se wird vom Bau­amt kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung erstellt. Denn aus den Plä­nen geht genau her­vor, wel­che Maß­nah­men zum Errich­ten bzw. Umbau­en eines Gebäu­des geplant sind. Dazu zäh­len:

  • die Maße des Gebäu­des, sowie Grund­ris­se, Schnit­te, Ansich­ten und Detail­zeich­nun­gen
  • die Anga­ben zum ver­wen­de­ten Mate­ri­al
  • Art, Beschaf­fen­heit und Ver­ar­bei­tungs­hin­wei­se
  • Auf­lis­tung von Men­gen (z.B. die Anzahl an Türen, die ein­ge­baut wer­den sol­len)

In den Aus­füh­rungs­plä­nen fin­den sich unter ande­rem auch die Plä­ne der Lei­tungs­füh­rung und der Gebäu­de­an­schlüs­se im Detail auf­ge­führt wie­der. Dabei sind die Bau­in­ge­nieu­re als Sta­ti­ker für die Zeich­nun­gen der Trag­werks­pla­nung, der Schal­plä­ne sowie der Beweh­rungs­plä­ne zustän­dig, Fach­in­ge­nieu­re erstel­len die Plä­ne für Hei­zung, Lüf­tung, Elek­tro und Sani­tär.

Zudem sind die Aus­füh­rungs­plä­ne bei der Kos­ten­ab­rech­nung für die nach der Fer­tig­stel­lung des Bau­pro­jekts fol­gen­den Abrech­nungs­plä­ne ein wesent­li­cher Bestand­teil.

Schal­plä­ne für Beton­tei­le des Gebäu­des

Unter einem Schal­plan ver­steht man die Aus­füh­rungs­plä­ne für Tei­le am Haus, die ent­we­der ganz oder teil­wei­se aus Beton bestehen. Sie bil­den die Form, in die der Beton gegos­sen wird, um das benö­tig­te Bau­teil her­zu­stel­len. Gere­gelt wer­den die Pro­zes­se zur Her­stel­lung in der DIN 1356–1.

Für Stahl­be­ton­tei­le wer­den Beweh­rungs­plä­ne erstellt

Die Beweh­rungs­plä­ne wer­den meist auf Grund­la­ge der Schal­plä­ne vom Bau­zeich­ner oder Bau­tech­ni­ker gefer­tigt. In ihnen wird fest­ge­hal­ten, in wel­che Form die Stahl­be­ton­tei­le gebo­gen und schließ­lich auf der Bau­stel­le ver­legt wer­den sol­len.


Wir als bun­des­weit nach­weis­be­rech­tig­te Bau­in­ge­nieu­re mit 15 Jah­ren Berufs­er­fah­rung bie­ten Sta­tik­be­rech­nun­gen häu­fig zum Fest­preis an. Die Sta­tik für ein Ein­fa­mi­li­en­haus mit weni­ger als 150 m² Brut­to­grund­flä­che und inkl. Wär­me­schutz­nach­weis kos­tet bspw. 2.150 Euro (inkl. MwSt.) und dau­ert 30 Werk­ta­ge – per »Express« sogar nur 15 Werk­ta­ge. Die eben­falls im Ange­bot ent­hal­te­nen Beweh­rungs­plä­ne lie­fern wir inner­halb von 40 Werk­ta­ge. Alle oben genann­ten Lie­fer­ter­mi­ne gel­ten natür­lich ab Auf­trags­ein­gang und tech­ni­scher Klä­rung.

Sie kön­nen natür­lich auch nur die Beweh­rungs­plä­ne bei uns anfra­gen:




Gebäu­de­sta­tik im Posi­ti­ons­plan

In den Posi­ti­ons­plä­nen wird das Trag­werk des Gebäu­des skiz­zen­haft dar­ge­stellt und dient der Erläu­te­rung zur sta­ti­schen Berech­nung der ein­zel­nen Posi­tio­nen. Die Posi­ti­ons­plä­ne basie­ren auf den Ent­wurfs­zeich­nun­gen und ent­hal­ten unter ande­rem fol­gen­de Punk­te:

  • die Haupt­ma­ße der tra­gen­den Bau­tei­le und des Trag­werks
  • die Spann­rich­tung bei plat­ten­ar­ti­gen Bau­tei­len
  • die Kenn­zeich­nung der ein­zel­nen Bau­tei­le zusam­men mit ihren Posi­tio­nen und sta­ti­schen Berech­nun­gen, sowie ggf. ihre Bereichs­gren­zen
  • bei tra­gen­den Bau­tei­len die Anga­ben über die Fes­tig­keits­klas­se der ent­spre­chen­den Bau­stof­fe

Wei­te­re Arti­kel, die Sie inter­es­sie­ren könn­ten

Bewehrte Bauteile für Zug- und Druckspannung

Was sind bewehr­te Bau­tei­le?

Sie wol­len ein Ein­fa­mi­li­en­haus bau­en? Dann wer­den Sie noch öfter den Begriff »bewehr­te Bau­tei­le« hören. Doch was ist das und wo kom­men Sie zum Ein­satz?…