Eigen­leis­tun­gen beim Haus­bau – Ein­spar­po­ten­tia­le im Praxis-Check

eigenleistung

Immobilieneigentümer:innen, die auf ihrem Grund­stück ein Haus bau­en möch­ten, kön­nen bis auf die Bau­an­trags­stel­lung und die ört­li­chen Bau­kon­trol­len, alle Pla­nungs- und Bau­leis­tun­gen bis zur Fer­tig­stel­lung des Hau­ses, in Eigen­leis­tung über­neh­men. Vor­aus­set­zung ist, dass Sie sich dabei an die Vor­ga­ben aus der Bau­ge­neh­mi­gung, sowie den aner­kann­ten Regeln der Tech­nik beim Bau­en hal­ten. Unse­re eige­nen Erfah­run­gen, sowie die Erfah­run­gen von Handwerker:innen, als auch Ban­ken zei­gen, dass Arbeits­auf­wand von Eigen­leis­tun­gen sowie das not­wen­di­ge Know­how, regel­mä­ßig unter­schätzt wer­den. Mit die­sem Rat­ge­ber möch­ten wir ange­hen­den Bauherr:innen kos­ten­frei eini­ge wich­ti­ge Hin­wei­se in Bezug auf die Umset­zung eines Do-It-Yourself Haus­bau­pro­jek­tes mit auf den Weg geben.

Wie viel Eigen­leis­tung kann ein:e Bauherr:in erbringen?

Vie­le Bau­herr­schaf­ten mit einem gerin­gen Eigen­ka­pi­tal­an­teil ver­su­chen durch Eigen­leis­tun­gen Kos­ten zu spa­ren und so die Finan­zier­bar­keit des Eigen­heims sicher­zu­stel­len. Der Eigen­leis­tungs­an­teil wird bei Ver­hand­lun­gen mit den Kreditgeber:innen ver­ein­bart. Die Bau­herr­schaft ver­spricht, einen Teil der Bau­ar­bei­ten in Eigen­leis­tung zu über­neh­men umso die finan­zi­el­le Mach­bar­keit sicher­zu­stel­len. Man geht davon aus, dass 10 bis 15 % der Bau­ar­bei­ten in Eigen­leis­tung zu erbrin­gen sind. Bauherr:innen müs­sen mit ca. 1.000 Arbeits­stun­den auf der Bau­stel­le rech­nen. Die 1.000 Arbeits­stun­den her­un­ter­ge­bro­chen ent­spre­chen 125 Arbeits­ta­gen von 8 Stun­den. Die Arbeits­stun­den kön­nen dabei auch von meh­re­ren Fami­li­en­mit­glie­dern erbracht werden.

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Anga­ben zur Projektart

Wel­che Bau­ar­bei­ten trau­en sich ande­re Bauherr:innen in Eigen­leis­tung zu?

Wenn die Bau­en­den Zeit und Lust haben, kön­nen Sie bei vie­len Arbei­ten als eine Art Handlanger:in hel­fen. Eigen­leis­tun­gen wer­den nach Anwei­sung einer fach­kun­di­gen Per­son mit ent­spre­chen­der Exper­ti­se über­nom­men. Bei Auf­ga­ben im Eigen­heim, kann das bei Elek­tro­ar­bei­ten (Stemm­ar­bei­ten) und Tisch­ler­ar­bei­ten (Fens­ter, Türen, Tro­cken­bau) sein. Aus unse­rer Sicht beginnt das wirk­sa­me Spa­ren jedoch erst dann, wenn Sie selbst oder Fami­li­en­mit­glie­der beruf­lich als Hand­wer­ker tätig sind. Gelern­te Handwerker:innen über­neh­men in ihrem Bereich (Bspw. Sani­tär­in­stal­la­tio­nen, Maurer‑, und Zim­me­rer­ar­bei­ten) wei­te­re Arbei­ten in Eigenleistung.

Was spricht gegen die Eigen­leis­tung der Bauherrschaft?

Dage­gen spricht die in der Regel die begrenz­te Zeit. Neben dem Beruf bleibt meist nur abends und am Wochen­en­de Zeit. Nicht jedes Hand­werks­un­ter­neh­men begrüßt es, wenn Bauherr:innen selbst neben­be­ruf­lich ins Bau­ge­sche­hen mit ein­grei­fen. Sie erschwe­ren die Kal­ku­la­ti­on und den zeit­li­chen Gesamt­ab­lauf, weil ein­zel­ne Gewer­ke bspw. auf die Fer­tig­stel­lung der Tro­cken­bau­ar­bei­ten war­ten. Auch die Haf­tung und Gewähr­leis­tung, der nach erbrach­ter Eigen­leis­tung beauf­trag­ten Arbei­ten, ist gefähr­det. Die Arbei­ten am Eigen­heim kön­nen wei­ter­hin dazu füh­ren, dass pri­va­ten Stress­si­tua­tio­nen ent­ste­hen. Auch gesund­heit­li­che Schä­den durch Über­be­las­tung oder außer­ge­wöhn­li­chen (Rücken-)Belastungen sind zu berück­sich­ti­gen. Auch wenn gera­de die Tro­cken­bau­ar­beit ziem­lich ein­fach klingt, gibt es gera­de in Anschluss- und Eck­be­rei­chen immer wie­der Details, bei denen ein ent­spre­chen­des Know-How zu emp­feh­len ist. Ihre Fliesenleger:innen, bzw. Maler:innen freu­en sich über hand­werk­lich, ordent­lich aus­ge­führ­te Vorarbeiten.

Fazit: Soll ich oder soll ich nicht helfen?

Wir emp­feh­len der Bau­herr­schaft, sich eine Mei­nung Drit­ter über den Auf­wand und die eige­nen Fähig­kei­ten ein­zu­ho­len. Viel­leicht haben Sie schon­mal bei einem Ver­wand­ten gehol­fen. Wir emp­feh­len allen Bau­en­den, die nicht selbst im Hand­werk berufs­tä­tig sind oder Handwerker:innen in der Fami­lie haben, lie­ber auf ein paar Extras in der Aus­stat­tung, bei der Gesamt­flä­che oder der archi­tek­to­ni­schen Gestal­tung zu ver­zich­ten und dafür ein bau­kon­struk­tiv hoch­wer­ti­ges Eigen­heim, durch meh­re­re Hand­werks­un­ter­neh­men oder einem Gene­ral­un­ter­neh­mer, erstel­len zu las­sen. So kann die Gewähr­leis­tungs­dau­er von 4, bzw. 5 Jah­ren (je nach Ver­trags­art; VOB/​BGB) auch ein­deu­tig zuge­ord­net werden.