Trag­werks­pla­nung vom Dop­pel­haus

Statik vom Doppelhaus

Beson­der­hei­ten, Auf­ga­ben und Kos­ten beim Dop­pel­haus

Die Sta­tik vom Dop­pel­haus weicht von der geson­dert ste­hen­der Häu­ser ab. Der Sta­ti­ker hat bei sei­ner Berech­nung gemein­sa­me Ele­men­te, wie Fun­da­ment, Dach­kon­struk­ti­on und Trenn­mau­er zu berück­sich­ti­gen.

Die Trag­werks­pla­nung (häu­fig ver­ein­facht Sta­tik genannt) ist ein erfor­der­li­cher Nach­weis für die Zuver­läs­sig­keit und Sicher­heit eines Bau­werks. Es gilt die unter­schied­li­chen Kräf­te, die dar­in wir­ken, in einem sta­bi­len Gleich­ge­wicht – in Balan­ce – zu hal­ten. Aus die­sem Grund wird Sta­tik als Pla­nung, Bemes­sung und Kon­struk­ti­on der Trag­wer­ke, in Bezug auf Dimen­sio­nen, Abmes­sun­gen und Quer­schnit­te, defi­niert.


Was ist unter einem Dop­pel­haus zu ver­ste­hen?

Wie es der Name Dop­pel­haus aus­drückt, han­delt es sich um zwei Häu­ser, die an einer Sei­te zusam­men­sto­ßen. Im Prin­zip haben die Bau­ten ein iden­ti­sches (ach­sen­sym­me­tri­sches) Aus­se­hen. Fens­ter­an­ord­nung, Stil der Fas­sa­de, Dach­for­men und Beda­chung sind – in den meis­ten Fäl­len – deckungs­gleich. Für die Sta­tik ist die bau­recht­li­che Situa­ti­on (getrenn­tes oder gemein­sa­mes Grund­stück) hin­sicht­lich der Grün­dung, des Fun­da­men­tes und der Feu­er­schutz­wand von Belang.

Die Raum­auf­tei­lung im Inne­ren obliegt, bis auf die tra­gen­den Wän­de und Decken­durch­brü­che, einer indi­vi­du­el­len Gestal­tungs­op­ti­on durch die Bewoh­ner. Da Dop­pel­häu­ser zwei getrenn­te Ein­gän­ge und im Inne­ren kei­ne Ver­bin­dun­gen haben, ist der Ver­gleich mit einem frei­ste­hen­den Ein­fa­mi­li­en­haus zuläs­sig. Als Her­aus­for­de­rung gel­ten zusätz­li­che Maß­nah­men zum Lärm- und Brand­schutz.

Wel­che Bedeu­tung hat die Trag­werks­pla­nung im Haus­bau gene­rell?

Erstellt wird die Trag­werks­pla­nung von einem Bau­sta­ti­ker, im offi­zi­el­len Sprach­ge­brauch Trag­werks­pla­ner. Das Ergeb­nis einer sta­ti­schen Berech­nung sind Min­dest­wer­te und Min­dest­quer­schnit­te der ein­zel­nen Kon­struk­tio­nen. Begin­nend mit der Boden­plat­te, über die tra­gen­den Wän­de, die Decken, bis zum Dach­stuhl. Grund­la­ge hier­für ist der vom Archi­tek­ten erstell­te Bau­plan.

Nach einem ers­ten Abgleich erfolgt die Erstel­lung der detail­lier­ten Plä­ne, die Bemes­sun­gen der Kon­struk­tio­nen und die Defi­ni­ti­on der Bau­stof­fe, die zu ver­wen­den sind.

In den meis­ten Fäl­len fällt dem Sta­ti­ker die Auf­ga­be des Brand- und Lärm­schut­zes und ande­rer Berei­che zu, die sich direkt oder indi­rekt auf die Sta­tik des Bau­wer­kes aus­wir­ken.

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Was hat ein Sta­ti­ker bei einem Dop­pel­haus vor­dring­lich zu beach­ten?

Es kommt vor, dass ein Dop­pel­haus nicht am Stück erbaut wird. Oft lie­gen Jah­re zwi­schen den ein­zel­nen Errich­tun­gen. Für den Sta­ti­ker bedeu­tet dies, dass er sich mit den sta­ti­schen Gege­ben­hei­ten des ers­ten Hau­ses ver­traut machen muss.

Jedes Haus steht in aller Regel auf einer Fun­da­ment­plat­te. Die Sohl­plat­te – bzw. jede ande­re Form des Fun­da­ments – ist abhän­gig von der Grün­dung, dem Unter­grund und der Unter­kel­le­rung. Der Trag­werks­pla­ner hat die gleich­mä­ßi­ge Last­ver­tei­lung auf den Plat­ten zu berück­sich­ti­gen. Ein boden­me­cha­ni­sches Gut­ach­ten für bei­de Häu­ser kann erfor­der­lich sein.

Schall- und Brand­schutz stel­len zusätz­li­che Anfor­de­run­gen hin­sicht­lich der sta­ti­schen Pla­nung. Schall über­trägt sich über eine ver­bun­de­ne Boden­plat­te eben­so, wie über durch­ge­hen­de Decken­ele­men­te. Die Aus­füh­rung der Zwi­schen­wän­de hat eben­falls erhöh­ten Schall­schutz zu sichern.

Hin­sicht­lich des Brand­schut­zes benö­tigt jedes Gebäu­de eine, über das Dach hoch­ge­zo­ge­ne eige­ne Abschluss­wand, die der gül­ti­gen Feu­er­schutz­klas­se ent­spricht und brand­schutz­tech­nisch eigens zu bewer­ten ist (unab­hän­gig vom Nach­bar­haus).

Mit wel­chen Kos­ten ist die Trag­werks­pla­nung ver­bun­den?

Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Aus­sa­ge ist hin­sicht­lich der Kos­ten nicht zu tref­fen, da jedes Objekt spe­zi­fi­sche Eigen­hei­ten hat, die zu berück­sich­ti­gen sind. Das Hono­rar des Trag­werks­pla­ners ist in der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re (HOAI) gere­gelt und fällt unter die Bau­neben­kos­ten.

Grad­mes­ser für die Höhe der Ver­gü­tung sind der Schwie­rig­keits­grad (Hono­rar­zo­ne in der HOAI), die Auf­ga­ben­stel­lung, die anre­chen­ba­ren Kos­ten und die kon­kret erbrach­ten Leis­tun­gen. Die Hono­rar­zo­nen haben eine Schwan­kungs­brei­te von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch).

Die Neben­kos­ten hän­gen stark vom Gebäu­de und des­sen Beson­der­hei­ten ab und sind im § 50 Abs. 1 HOAI gere­gelt. In der Regel sind 55 % der Bau­kon­struk­ti­ons­kos­ten und 10 % der Kos­ten der Tech­ni­schen Anla­gen anre­chen­bar.

Grund­la­ge für die Kon­struk­ti­ons­kos­ten ist die DIN 276 (Kos­ten im Hoch­bau, Kos­ten­grup­pe 300 fol­gen­de).

Wel­che Detail­auf­ga­ben oblie­gen dem Trag­werks­pla­ner?

Abhän­gig von den indi­vi­du­el­len Ver­ein­ba­run­gen wird der Bau­sta­ti­ker in die­sen Leis­tungs­pha­sen für den Bau­herrn tätig:

  • Ermitt­lung der Grund­la­gen
  • Vor­pla­nung
  • Entwurfs‑, Geneh­mi­gungs- und Aus­füh­rungs­pla­nung
  • Vor­be­rei­tung und Mit­wir­kung bei der Ver­ga­be
  • Objekt­über­wa­chung und ‑Betreu­ung

Die Bei­zie­hung eines Sta­ti­kers (oder eines aner­kann­ten Exper­ten für Trag­werks­pla­nung) ist in der Regel für nicht geneh­mi­gungs­freie Bau­vor­ha­ben gesetz­lich vor­ge­schrie­ben.

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