Die Aus­füh­rungs­zeich­nung

Ausführungszeichnung

Cha­os auf der Bau­stel­le?

Auf wel­che Sei­te gehört das Trep­pen­ge­län­der? Wohin kom­men die Was­ser­an­schlüs­se? Wo ist Platz für die Dämm­schicht unter dem Dach? Die Aus­füh­rungs­zeich­nung hilft hier.

Wer obi­ge oder ähn­li­che Fra­gen auf der Bau­stel­le hört, soll­te sich Gedan­ken machen. Anschei­nend bestehen hier Pro­ble­me, die Pla­nung des Archi­tek­ten oder Bau­in­ge­nieurs in die Tat umzu­set­zen. Damit das nicht pas­siert, gibt es ein ganz wich­ti­ges Doku­ment: die Aus­füh­rungs­zeich­nung. Was genau ist dar­in erfasst und wer sorgt für die ord­nungs­ge­mä­ße Auf­stel­lung? Die­se und wei­te­re Fra­gen rund um die Aus­füh­rungs­zeich­nung wer­den hier beant­wor­tet.

Was ist die Aus­füh­rungs­zeich­nung?

Ganz nüch­tern und for­mell: Die Aus­füh­rungs­zeich­nung ent­hält alle bau­tech­nisch rele­van­ten Infor­ma­tio­nen in einer detail­lier­ten Dar­stel­lung. Etwas locke­rer aus­ge­drückt: Die Aus­füh­rungs­zeich­nung ist so etwas wie die Bau­an­lei­tung für die Hand­werks­be­trie­be, die ein Gebäu­de errich­ten. Sie wird oft als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel zwi­schen Pla­nern (Archi­tek­ten, Sta­ti­kern) und Aus­füh­ren­den (Mau­rern, Zim­mer­leu­ten etc.) betrach­tet. Sie umfasst die nöti­gen Anwei­sun­gen, um das Objekt nach Plan zu bau­en. So erklärt sich auch, war­um die Zeich­nung unver­zicht­bar ist: Solan­ge die Bau­ar­bei­ter nicht wis­sen, was zu tun ist, ste­hen alle Maschi­nen still. Dabei ist es egal, ob es sich um das Ein­fa­mi­li­en­haus oder den Super­markt han­delt. Still­stand wie­der­um möch­te selbst­ver­ständ­lich kein Bau­herr.

Wer erstellt die Zeich­nung?

Die Aus­füh­rungs­zeich­nung ist Teil der Aus­füh­rungs­pla­nung. Die­se Leis­tungs­pha­se wird meist vom Trag­werks­pla­ner aus­ge­führt. Inso­fern ist der Sta­ti­ker häu­fig auch für die Aus­füh­rungs­zeich­nung ver­ant­wort­lich, in jedem Fall in Bezug auf die Kon­struk­ti­on des Trag­werks. Aller­dings gibt es auch Archi­tek­tur­bü­ros, die die Aus­füh­rungs­zeich­nung oder Tei­le davon selbst anfer­ti­gen. In wie­der ande­ren Ver­fah­ren wen­den sich die Pla­ner an ein spe­zia­li­sier­tes Büro für Bau­zeich­nung. Das ist häu­fi­ge Pra­xis für gro­ße Bau­pro­jek­te.


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Was steht im Detail drin?

Wer wis­sen möch­te, was die Aus­füh­rungs­zeich­nung im Detail beinhal­tet, soll­te zunächst wis­sen, dass der Name ein wenig irre­füh­rend ist. Die Zeich­nung ent­hält näm­lich in aller Regel meh­re­re ein­zel­ne Zeich­nun­gen, und zwar im Maß­stab von 1:50 bis 1:1. Prin­zi­pi­ell soll­ten alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zum Bau ent­hal­ten sein. Die­se las­sen sich in vier Kate­go­rien unter­tei­len:

  • Grund­ris­se
  • Schnit­te
  • Ansich­ten
  • Detail­zeich­nun­gen

Dazu gehö­ren unter ande­rem (übli­cher Maß­stab in Klam­mern):

  • Grund­ris­se des Mau­er­werks (1:50)
  • Öff­nun­gen im Mau­er­werk für Fens­ter etc. (1:50)
  • Trep­pen, Trep­pen­ge­län­der (1:50)
  • Ver­ma­ßung der Geschoss­hö­hen (1:50)
  • Details wie Trau­fe, Tür­an­schluss, Bal­ko­nauf­bau­ten (1:20 oder 1:1)

Grund­sätz­lich ent­hält die Aus­füh­rungs­zeich­nung nicht nur maß­stäb­li­che Zeich­nun­gen, son­dern auch die jeweils zuge­hö­ri­gen Maße als Zif­fern. Die Aus­füh­rungs­plä­ne umfas­sen außer­dem Anga­ben zu den Mate­ria­li­en und Aus­füh­rungs­ar­ten

Noch mehr Details: Rea­li­siert wird eine ver­ständ­li­che Aus­füh­rungs­zeich­nung durch (idea­ler­wei­se) ein­heit­li­che Schraf­fu­ren und Lini­en im Plan. Um das zu gewähr­leis­ten, gibt es zum Bei­spiel für die Lini­en­ty­pen und ‑stär­ken mit der DIN 1356 eine eige­ne Richt­li­nie. Eben­so wer­den Schnit­te übli­cher­wei­se schraf­fiert dar­ge­stellt. Den Umgang mit die­sen Plä­nen ler­nen nicht nur Bau­in­ge­nieu­re und Archi­tek­ten, son­dern auch Hand­wer­ker im Rah­men ihrer Aus­bil­dung.

Wann ent­steht die Aus­füh­rungs­zeich­nung?

Die Aus­füh­rungs­zeich­nung ent­steht in aller Regel nach der Ent­wurfs- und Geneh­mi­gungs­pla­nung. Der Grund ist nahe­lie­gend: Bei den Plä­nen han­delt es sich um end­gül­ti­ge Vor­ga­ben zur Aus­füh­rung. Dabei ist es jedoch nicht not­wen­dig, dass sämt­li­che Plä­ne vor Bau­be­ginn ent­ste­hen. Im Gegen­teil ist es sogar üblich, dass sich Bau­be­ginn und Erstel­len der Zeich­nun­gen über­schnei­den. So ist es mög­lich, das Bau­pro­jekt mög­lichst zügig vor­an­zu­trei­ben.

Kos­ten spa­ren?

Es gibt ver­schie­de­ne Ansät­ze, die Kos­ten für die Aus­füh­rungs­zeich­nung zu spa­ren. Da das Hono­rar für Sta­ti­ker und Archi­tek­ten in der HOAI fest­ge­legt ist, bedeu­tet eine Ein­spa­rung hier jedoch immer einen Ver­zicht. So las­sen eini­ge Bau­her­ren oder Bau­lei­ter zum Bei­spiel kei­nen Schal­plan mehr erstel­len. Die Sinn­haf­tig­keit ist jedoch umstrit­ten: Im Zwei­fels­fall lei­det die Qua­li­tät der Aus­füh­rung, wenn die Bau­un­ter­neh­mer vor Ort nicht mit hin­rei­chen­den Aus­füh­rungs­zeich­nun­gen ver­sorgt wer­den. Aller­dings kann es bei grö­ße­ren Pro­jek­ten loh­nens­wert sein, Spe­zi­al­auf­ga­ben zu dele­gie­ren und Details wie den Schal­plan sepa­rat aus­zu­schrei­ben. Das ist jedoch eher für Bau­lei­ter inter­es­sant als für Bau­her­ren.

Je bes­ser die Aus­füh­rungs­zeich­nung, des­to bes­ser wird das Ergeb­nis?

Kurz geant­wor­tet: Ja. War­um ist das so? Die Aus­füh­rungs­zeich­nung ist das wich­tigs­te Bin­de­glied zwi­schen Ent­wurf und Umset­zung. Ist sie nicht gelun­gen, kann es zu Miss­ver­ständ­nis­sen kom­men. Das min­dert ent­we­der die Qua­li­tät des Baus oder es erge­ben sich unnö­ti­ge Arbei­ten, weil Maß­nah­men rück­gän­gig gemacht oder nach­träg­lich ver­bes­sert wer­den müs­sen. Das wie­der­um treibt die Kos­ten für den Bau in die Höhe. Des­halb ist es wich­tig, dass die Aus­füh­rungs­pla­nung pro­fes­sio­nell und detail­liert abläuft.

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