Die Aus­füh­rungs­pla­nung als Grund­leis­tung bei der Objekt­pla­nung nach Teil 3 der HOAI

Die Ausführungsplanung

In der HOAI (der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re) fällt die Aus­füh­rungs­pla­nung eines Bau­vor­ha­bens unter die fünf­te Leis­tungs­pha­se. Die­se Pha­se nimmt Bezug auf die Leis­tungs­pha­sen 3 und 4, in denen die Objekt­pla­nung in gro­ben Zügen skiz­ziert wur­de. In der fünf­ten Leis­tungs­pha­se geht es schließ­lich an die detail­lier­te Aus­ar­bei­tung der ein­zel­nen Berei­che, damit wäh­rend der Bau­pha­se jeder Invol­vier­te selbst genau able­sen kann, wel­che ein­zel­nen Schrit­te wie und wann zu erfol­gen haben.



Die­ser Arti­kel wur­de vor dem EuGH-Urteil zur HOAI geschrie­ben. Die Hono­ra­re für Sta­ti­ker sind inzwi­schen nicht mehr an das Min­dest­ho­no­rar der HOAI gebun­den, kön­nen sich aber wei­ter­hin an die­sen ori­en­tie­ren. Durch das Urteil sind Fest­prei­se unter dem Min­dest­satz der HOAI mög­lich. Die EuGH-Vor­ga­ben sind mit dem in Kraft tre­ten der HOAI-Novel­le zum 01.01.2021 in natio­na­les Recht umge­setzt wor­den.

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Über­sicht der Grund­leis­tun­gen bei der Ausführungsplanung

  • Durch­ar­bei­tung der Ergeb­nis­se von den Leis­tungs­pha­sen 3 und 4
  • Erstel­lung der Ausführungspläne
  • Kon­struk­ti­ons- und Detailzeichnungen
  • Ein­ar­bei­tung von Fach­pla­nun­gen

Beson­de­re Leis­tun­gen der Pla­nungs­pha­se 5

  • Detail­lier­te Objekt­be­schrei­bung in Form eines Raumbuches
  • Erstel­len von Detailmodellen
  • Prü­fung und Aner­ken­nung von Plä­nen Dritter

Was gehört im Ein­zel­nen zur Ausführungsplanung?

Waren die Ent­wür­fe in den vori­gen Leis­tungs­pha­sen noch gro­be Skiz­zen, die der Ori­en­tie­rung und einer ers­ten Ein­schät­zung des Bau­vor­ha­bens gal­ten, geht es bei den Aus­füh­rungs­plä­nen in Leis­tungs­pha­se 5 nun an die exak­te Dar­stel­lung der ein­zel­nen Ele­men­te. Hier­zu fer­tigt der Archi­tekt Aus­füh­rungs- und Detail­zeich­nun­gen sowie Plä­ne zur Gebäu­de­kon­struk­ti­on an. In den detail­lier­ten Aus­füh­rungs­plä­nen sind alle bau­li­chen Ein­zel­hei­ten auf­ge­führt, damit alle am Bau betei­lig­ten Per­so­nen genau nach­voll­zie­hen kön­nen, wo wäh­rend der Bau­pha­se wel­che Innen­wän­de und Instal­la­tio­nen plat­ziert wer­den sol­len und zu wel­chem Zeit­punkt jeder Schritt voll­zo­gen wer­den soll. Bei der Detail­dar­stel­lung wer­den auch die Hand­wer­ker her­an­ge­zo­gen, um dem Bau­her­ren pra­xis­na­he Tipps bei­spiels­wei­se bei der Wahl der Beleuch­tung oder den Arten und Posi­tio­nen der Steck­do­sen bera­tend zur Sei­te zu ste­hen. Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist inso­fern wich­tig, weil nach der Doku­men­ta­ti­on aller Ein­zel­hei­ten kei­ne nach­träg­li­che Ände­rung mehr mög­lich ist, sobald das Bau­amt für die Plä­ne grü­nes Licht gege­ben hat.

Zusätz­li­che Inhal­te der Ausführungspläne

Der Archi­tekt koor­di­niert die beauf­trag­ten Fach­be­trie­be sowie deren Leis­tun­gen beim Bau­pro­jekt. Auch die­se Aspek­te fin­den sich in den Raum­bü­chern des Archi­tek­ten wie­der und wer­den stets vom Archi­tek­ten fort­ge­schrie­ben und aktua­li­siert, damit im Nach­hin­ein jeder Arbeits­schritt nach­ver­folgt wer­den kann.

Wei­te­re Funk­ti­on der Ausführungsplanung

Bei der soge­nann­ten Mas­sen­er­mitt­lung wer­den sämt­li­che das Bau­vor­ha­ben betref­fen­de Unter­la­gen und Ergeb­nis­se aus den vor­an­ge­gan­ge­nen Pha­sen als Grund­la­ge für die genaue Berech­nung der Bau­stoff­men­gen genutzt. Berück­sich­tigt wer­den dabei die Aspek­te der Funk­tio­na­li­tät, sowie wirt­schaft­li­che, ener­gie­wirt­schaft­li­che, tech­ni­sche, bau­phy­si­ka­li­sche, städ­te­bau­li­che und gestal­te­ri­sche Fak­to­ren. Durch die detail­lier­te Skiz­zie­rung wer­den zum einen not­wen­di­ge Ände­run­gen im Vor­feld schnel­ler sicht­bar und las­sen sich vor der Vor­la­ge bei den Bau­äm­tern kor­ri­gie­ren, zum ande­ren kann durch die exak­ten Aus­füh­rungs­plä­ne eine prä­zi­se­re Kos­ten­auf­stel­lung erfol­gen, da man nun genau weiß, wie vie­le Fens­ter, Steck­do­sen, Türen etc. für das Objekt nötig sein wer­den. Dar­über hin­aus spielt die Wahl der pas­sen­den Mate­ria­li­en, die beim Bau ver­wen­det wer­den, in Sachen Kos­ten­pla­nung eine wich­ti­ge Rolle.

In wel­chem Maß­stab erfolgt die Fer­ti­gung der Ausführungspläne?

Bei der Aus­füh­rungs­pla­nung erstellt der Archi­tekt die exak­ten Objekt­zeich­nun­gen im all­ge­mein vor­ge­ge­be­nen Maß­stab (bei Gebäu­den gilt der Maß­stab 1 : 50 bis 1 : 1, bei Innen­räu­men 1 : 20 bis 1 : 1). Die Wahl des pas­sen­den Maß­sta­bes rich­tet sich dabei an den Bereich, der im Fokus steht. Sol­len z. B. bestimm­te Details wie die genaue Plat­zie­rung von Licht­schal­tern in dem zu bau­en­den Objekt zeich­ne­risch her­vor­ge­ho­ben wer­den, wird der Archi­tekt eher auf einen 1 : 1 Maß­stab zur Ver­an­schau­li­chung wählen.

Absi­che­rung bei Män­geln durch prä­zi­se Ausführungspläne

Zu den Detail­an­ga­ben in zeich­ne­ri­scher Form wer­den alle Bestand­tei­le des Aus­füh­rungs­plan noch ein­mal vom Archi­tek­ten in text­li­cher Form fest­ge­hal­ten. Dies geschieht vor­ran­gig, um einen rei­bungs­lo­sen Ablauf der ein­zel­nen Bau­pha­sen bei der Rea­li­sie­rung des Bau­vor­ha­bens zu gewähr­leis­ten. Wei­ter­hin bewahrt es den Archi­tek­ten vor mög­li­chen Haf­tungs­an­sprü­chen, falls es auf der Bau­stel­le zu unvor­her­ge­se­he­nen Pro­ble­men kommt. Grund­sätz­lich steht der Archi­tekt in der Pflicht, die Aus­füh­rungs­plä­ne recht­zei­tig für alle am Haus­bau betei­lig­ten Per­so­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len, damit es nicht zu Ver­zö­ge­run­gen kommt. Geschieht dies nicht im vor­ge­ge­be­nen Zeit­fens­ter, kann der Archi­tekt haf­tungs­recht­lich belangt werden.

Der Anteil am Gesamthonorar

Fest­ge­legt für die Aus­füh­rungs­pla­nung in der Leis­tungs­pha­se 5 nach der HOAI sind die Kos­ten von 25 % des Gesamt­ho­no­rars für den Architekten.



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