Dach­gau­ben – Pla­nung, Kos­ten, Ausführung

dachgaube

Als Dach­gau­be wird ein Aus­bau in der Dach­flä­che bezeich­net. Der Dach­aus­bau ver­grö­ßert die beheiz­te Wohn­flä­che und sorgt gleich­zei­tig für eine hohe Behag­lich­keit in einem räum­lich erdrü­cken­den Dach­ge­schoss. Bevor Sie den Zim­mer­mann anru­fen und mit der Umset­zung begin­nen wol­len, sind bei der Pla­nung aller­dings bau­recht­li­che und wirt­schaft­li­che Fra­gen zu klä­ren. Bauherr:innen fra­gen zudem häu­fig nach den Kos­ten und dem Ablauf bei der Aus­füh­rung. Wir fas­sen in die­sem Arti­kel eini­ge, häu­fig gestell­te Fra­gen zum The­ma Pla­nung, Kos­ten und Aus­füh­rung zusammen.

Wel­che Arten einer Dach­gau­be gibt es?

Für Dach­gau­ben (auch Gau­pen oder Kap­fer genannt) gibt es unter­schied­li­che Bezeich­nun­gen. Ihre Form stellt ein gestal­te­ri­sches Ele­ment in der Archi­tek­tur dar. Eini­ge Fach­be­grif­fe für ver­schie­de­ne For­men sind nach­fol­gend aufgeführt:

  • Flach­dach­gau­ben
  • Spitz­dach­gau­ben (Walm‑, Sattel‑, Trapezdach)
  • Ton­nen­dach­gau­be
  • Fle­der­maus­gau­ben
  • Pult­dach­gau­ben
  • Schlepp­gau­ben
  • Zwerch­gie­bel Gaube
  • Dach­rei­ter

Neben dem gestal­te­ri­schen Aspekt, schaf­fen die unter­schied­li­chen For­men mehr oder weni­ger Flä­che und Raum­ge­fühl. Sie sind außer­dem unter­schied­lich auf­wen­dig in der Pla­nung und Montage.

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Anga­ben zur Projektart

Wie groß kann eine Dach­gau­be dimen­sio­niert werden?

Die Grö­ße der Dach­gau­be ist meist ent­we­der aus archi­tek­to­ni­schen Grün­den (städ­te­bau­li­che Wir­kung im Außen­raum, stö­ren­de Zwi­schen­wän­de im Innen­raum) oder aus bau­kon­struk­ti­ven Grün­den (v. a. Sta­tik, Brand­schutz) begrenzt. Damit im Fal­le eines Bran­des das Feu­er nicht über­schla­gen kann, ist ein Sicher­heits­ab­stand zu Nach­bar­ge­bäu­den, sowie ande­ren Nut­zungs­ein­hei­ten in Ihrem Gebäu­de zu beach­ten. Wer­den Dach­gau­ben sehr nah an das Nach­bar­ge­bäu­de her­an geplant, ent­ste­hen höhe­re Brand­schutz­an­for­de­run­gen an die Gau­ben­kon­struk­ti­on. Dadurch kön­nen bei Ihnen u. U. höhe­re Bau­kos­ten ent­ste­hen, als das was teil­wei­se im Inter­net nach­zu­le­sen ist.

Wel­chen Ein­fluss haben Dach­gau­ben auf die Umgebung?

Das Bau­recht sieht ein Ver­un­stal­tungs­ge­bot vor. Des­halb müs­sen sich auch Dach­gau­ben in die Umge­bung ein­pas­sen. Neben der Form, spie­len dabei eben­falls die Grö­ße, die Far­be, die Mate­ri­al­wahl und die Lage eine Rol­le. So sind Dach­gau­ben an der Stra­ßen­sei­te oft auf­fäl­li­ger als eine rück­sei­ti­ge Gaube.

Wie kön­nen Bauherr:innen vor­ab ein­schät­zen, ob eine Dach­gau­be geneh­mi­gungs­fä­hig ist?

Recht­lich zäh­len bei der Geneh­mi­gung die kom­mu­na­len Vor­ga­ben, län­der­spe­zi­fi­schen Bau­ord­nun­gen und wei­te­re bun­des­spe­zi­fi­sche Vor­ga­ben (sie­he BauN­VO, Bau­GB, BGB). Ein guter Indi­ka­tor, ist ein Blick auf die Nach­bar­ge­bäu­de in Ihrer direk­ten Umge­bung: Stel­len Sie fest, dass meh­re­re, ver­gleich­ba­re Wohn­häu­ser eine Gau­be besit­zen, kön­nen Sie dies als gutes Zei­chen bewer­ten. Die Ein­zel­hei­ten kön­nen in Abhän­gig­keit der vor­han­de­nen Gebäu­de­struk­tur (Auf­tei­lung, Grö­ße, Mate­ria­li­en, Denk­mal­schutz, etc.) und der exis­tie­ren­den Bau­ge­neh­mi­gung jedoch unter­schied­lich sein. Bei Dach­gau­ben auf Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern sind Brand­schutz­an­for­de­run­gen zu beach­ten. Eine kos­ten­lo­se Aus­kunft kön­nen Ihnen u. a. die zustän­di­gen Bau­be­hör­den geben. Auch Hand­werks­be­trie­be bie­ten kos­ten­lo­se Bera­tun­gen an. Natür­lich in der Hoff­nung einen Auf­trag zu erhalten.

Wir benö­ti­gen eine Bau­ge­neh­mi­gung. Was tun?

Wen­den Sie sich an eine:n bauvorlageberechtigte:n Architekt:in oder Ingenieur:in. In eini­gen Bun­des­län­dern sind auch Zimmermannsmeister:innen bau­vor­la­ge­be­rech­tigt. Mit Hil­fe der bau­vor­la­ge­be­rech­tig­ten Per­son, kön­nen Sie gemein­sam einen Bau­an­trag stel­len. Je nach­dem wo sich ihr Haus befin­det und inwie­fern das Dach­ge­schoss aus­ge­baut bzw. ein Aus­bau bei einer vor­han­de­nen Bau­ge­neh­mi­gung bereits Berück­sich­ti­gung gefun­den hat, kön­nen wei­te­re Kos­ten für den Ent­wurf, die Sta­tik, den Wär­me­schutz, den Schall­schutz und den Brand­schutz ent­ste­hen. Eine Rück­spra­che mit den zustän­di­gen Bau­be­hör­den ist daher ratsam.

Wie läuft der hand­werk­li­che Ein­bau einer Dach­gau­be ab?

Zunächst wird im Bereich der Dach­gau­be wird die Dach­haut ent­fernt, die Trag­kon­struk­ti­on ver­än­dert und eine neue Dach­gau­be auf­ge­setzt. Zuvor sind Gerüst­bau­ar­bei­ten not­wen­dig. Die Dach­gau­be selbst, kann in Fer­tig­teil­bau­wei­se oder vor Ort ver­zim­mert wer­den. Mög­li­cher­wei­se ist bei der Fer­tig­teil­bau­wei­se an eine Ver­kehrs­si­che­rung (u. a. Kran-Stell­platz) inklu­si­ve Bean­tra­gung zu den­ken. Nach­dem die Gau­be auf­ge­setzt wor­den ist, wer­den die Anschluss­be­rei­che außen durch eine:n Dachdecker:in, sowie innen z. B. durch Trockenbauer:in oder Maler:in, aus­ge­bil­det. Das Dach wird wie­der ein­ge­deckt und die plan­mä­ßi­ge Ent­wäs­se­rung sicher­ge­stellt. Dach­gau­ben wer­den von Dach­de­cker- und Zim­me­rei­be­trie­ben ver­zim­mert und gerich­tet. Auch die Fens­ter wer­den zum Teil vom Zim­me­rei­be­trieb ein­ge­baut. Die Durch­füh­rung der Tro­cken­bau­ar­bei­ten erfolgt von einem Bau­tisch­ler. Wei­ter­hin fal­len Spachtel‑, bzw. Putz- und Maler­ar­bei­ten an. Gege­be­nen­falls kön­nen auch Elek­tro­ar­bei­ten anfal­len, bspw. durch Elek­tro-Roll­la­den­käs­ten oder Licht­in­stal­la­tio­nen. Teil­wei­se kommt es auch zu Boden­be­lags­ar­bei­ten. Durch die Umbau­maß­nah­men fal­len natür­lich auch Abfall und Schutt an. Die anfal­len­den Auf­wen­dun­gen sind eben­falls einzuplanen.

Was kos­tet eine Dach­gau­be im Bestand?

Mit Anga­ben von Preis­span­nen kann man bei Bau­maß­nah­men im Gebäu­de­be­stand ohne Infor­ma­tio­nen zur vor­ge­se­he­nen Maß­nah­me aus unse­rer Sicht kei­ne sinn­vol­len Aus­sa­gen tref­fen. Für die Bau­ar­bei­ten wer­den Sie von den Gewer­ken in der Regel ein indi­vi­du­el­les Preis­an­ge­bot erhal­ten. Um Preis­an­ga­ben aus dem Inter­net grob abglei­chen zu kön­nen, legen Sie doch ein­fach ein­mal einen Stun­den­lohn­an­satz von ca. 35 – 50 Euro/​Std. für eine:n ausgebildete:n Handwerker:in zu Grun­de. Hin­zu kom­men anfal­len­de Mate­ri­al- und Lie­fer­kos­ten, Pla­nungs­kos­ten, sowie Kos­ten für die Bau­ge­neh­mi­gung, die die zustän­di­ge Behör­de oder das Archi­tek­tur­bü­ro ver­lan­gen wer­den. Berück­sich­ti­gen Sie dabei auch die An- und Abfahrts­we­ge und Ent­sor­gungs­kos­ten, sowie spe­zi­el­le Wün­sche wie bspw. sicht­ba­re Bal­ken­la­ge oder beson­de­re Ver­bret­te­rung. Kal­ku­lie­ren Sie des­halb lie­ber groß­zü­gig oder fra­gen bei einer Fachexpert:in nach. Um gut vor­be­rei­tet zu sein, suchen Sie vor­ab die exis­tie­ren­den Plan­un­ter­la­gen her­aus und erstel­len aktu­el­le Fotos des Gebäu­des und der Umgebung.

Fazit: Nach­ver­dich­tungs­po­ten­ti­al durch Dachgauben

Dach­gau­ben sind in Zei­ten der Nach­ver­dich­tung eine sinn­vol­le Vari­an­te um mehr Wohn­flä­che zu schaf­fen. Gleich­zei­tig stel­len sie ein gestal­te­ri­sches Ele­ment dar. Damit ein­her gehen Fra­gen zur Bau­ge­neh­mi­gung und den Kos­ten, die im Vor­feld oft schwie­rig zu beant­wor­ten sind. Wir emp­feh­len Ihnen daher einen Fach­ex­per­ten aufzusuchen