Brand­schutz­ordnung nach DIN 14096 – Was ist das?

Brandschutzordnung nach DIN 14096

Vor­schrif­ten im Brand­fall kön­nen in Gebäu­den über Leben ent­schei­den. Durch pas­sen­de Hin­wei­se an den rich­ti­gen Stel­len las­sen sich Brän­de in Gebäu­de schnell erken­nen und wich­ti­ge Maß­nah­men ergrei­fen. Des­halb ist eine Brand­schutz­ord­nung nach DIN 14096 im Rah­men des orga­ni­sa­to­ri­schen Brand­schut­zes auch (in Ergän­zung zum Brand­schutz­kon­zep­te/​-nach­weis) für vie­le Gebäu­de gesetz­lich vor­ge­schrie­ben.

Die Vor­schrif­ten sind grund­sätz­lich mit einer Haus­ord­nung u. Ä. ver­gleich­bar. Es han­delt sich dabei um ver­bind­li­che Vor­schrif­ten, die im Ernst­fall zu befol­gen sind. Was ent­hält eine Brand­schutz­ord­nung? Wie ist sie geglie­dert und für wen bzw. wel­che Gebäu­de­ty­pen sind sie erfor­der­lich?

Brand­ver­hü­tung im Haus mit Brand­schutz­ord­nung nach DIN 14096

Die Brand­schutz­ord­nung ist gemäß der DIN 14096 prä­zi­se gere­gelt. Aber wel­chen Zweck erfüllt die­se Ord­nung und was muss drin­ste­hen? Für Deutsch­land sind die Regeln für solch eine Ver­hü­tungs­vor­schrift im Brand­fall nicht bun­des­ein­heit­lich fest­ge­legt. Die indi­vi­du­ell vor­lie­gen­den Bedin­gun­gen sind in dem Fall maß­ge­bend für die Erstel­lung.

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Da die Brand­schutz­ord­nung kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Vor­la­ge dar­stellt, ist indi­vi­du­ell zu prü­fen, ob und wann eine sol­che zu erstel­len ist. Ins­be­son­de­re öffent­lich zugäng­li­chen Gebäu­de (z. B. auch Ver­kaufs- und Ver­samm­lungs­stät­ten) und Eigen­tü­mer von Gewer­be­ge­bäu­den bzw. Unter­neh­mer (bzgl. sei­ner Arbeits­stät­ten) soll­ten sich daher früh­zei­tig, d. h. im Ide­al­fall schon wäh­rend der Pla­nung des Bau­vor­ha­bens und des­sen Geneh­mi­gung, über den Brand­schutz Gedan­ken. Damit sind sie am Ende (in jeg­li­cher Hin­sicht) auf der siche­ren Sei­te.

Der Umfang der Brand­schutz­ord­nung wird oft erst von der Geneh­mi­gungs­be­hör­de fest­ge­legt.


Erstel­lung von Brand­schutz­ord­nun­gen nach DIN 14096

Das Ziel jeder Brand­schutz­ord­nung besteht dar­in, Per­so­nen auf­zu­klä­ren und anzu­lei­ten. Dadurch ist es im Fall eines Bran­des inner­halb von Gebäu­den mög­lich, umsich­tig und sinn­voll zu han­deln. Zugleich die­nen die Vor­schrif­ten zur Ver­hü­tung von Brän­den dem All­ge­mein­wohl im Gebäu­de. Denn sie legen fest, wie sich ein Feu­er im Haus am bes­ten ver­mei­den lässt bzw. wor­auf beson­ders zu ach­ten ist, damit kein Brand ent­steht.

Bei der Erstel­lung einer Brand­schutz­ord­nung gemäß der DIN 14096 sind 3 Glie­de­rungs­be­rei­che aus­schlag­ge­bend. Dem­nach ent­hält eine kor­rek­te Brand­schutz­ord­nung ins­ge­samt 3 Tei­le: A, B und C. Die­se Bestand­tei­le rich­ten sich an unter­schied­li­che Per­so­nen­grup­pen und haben dem­entspre­chend ver­schie­de­ne The­men zum Brand­schutz zum Inhalt. Was bedeu­tet das im Detail?

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Brand­schutz­ord­nun­gen (DIN 14096) glie­dern: Teil A

Der grund­le­gen­de Bestand­teil einer Brand­schutz­ord­nung ent­spricht den Min­dest­an­for­de­run­gen bei Brän­den in Gebäu­den. Frü­her ent­sprach der heu­ti­ge Teil A der DIN 14096–1. Die­ser Teil rich­tet sich an alle Per­so­nen im Gebäu­de. Da sich die Brand­schutz­ord­nun­gen vor allem in Betriebs­ge­bäu­den fin­den, ist Teil A also sowohl an Betriebs­an­ge­hö­ri­ge als auch an Betriebs­frem­de gerich­tet. Das heißt, sie spricht Bewoh­ner, Arbeit­neh­mer/-geber und Besu­cher glei­cher­ma­ßen an.

Da die­ser Teil beson­ders wich­tig im Brand­schutz ist, ist es erfor­der­lich, ihn gut sicht­bar auf­zu­hän­gen. Es han­delt sich außer­dem um eine Vor­ga­be, die das DIN-A4-For­mat nicht über­schrei­tet. Sie ent­hält für den Brand­fall die wich­tigs­ten Ver­hal­tens­re­geln. Dabei sind leicht ver­ständ­li­che Pik­to­gram­me zusätz­lich zu schrift­lich dar­ge­leg­te Ver­hal­tens­re­geln zu nut­zen. Wel­che Regeln ent­hält Teil A?

  • Ruhe bewah­ren, Brand mit­tei­len
  • Sich in Sicher­heit brin­gen; inklu­si­ve wich­ti­ger Hin­wei­se zur eige­nen Ret­tung und einen Hin­weis auf ent­spre­chen­de Sam­mel­stel­len und Flucht­we­ge
  • Ver­such unter­neh­men, den Brand löschen (d. h. im Aus­hang ist ein Hin­weis für Wand­hy­dran­ten und Feu­er­lö­scher ent­hal­ten)

Brand­schutz­ord­nung (DIN 14096) glie­dern: Teil B

Im Gegen­satz zu Teil A ist Teil B ziel­ge­rich­te­ter ver­fasst. Teil B rich­tet sich vor­ran­gig an Arbeit­neh­mer/-geber des jewei­li­gen Betrie­bes. Dabei han­delt es sich um Per­so­nen, die sich regel­mä­ßig und/​oder lang­fris­tig im Haus auf­hal­ten. Daher sind betriebs­in­ter­ne und kon­kre­te Vor­schrif­ten ent­hal­ten. Auf­grund des­sen erhal­ten sämt­li­che Mit­ar­bei­ter des Betrie­bes eine schrift­li­che Aus­füh­rung von Teil B. Dane­ben erfor­dern das Arbeits­schutz­ge­setz und die Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrif­ten eine jähr­li­che Unter­wei­sung.

Im Detail sind wich­ti­ge Ver­hal­tens­re­geln dar­ge­legt, wie sich Flucht- und Ret­tungs­we­ge frei­hal­ten las­sen. Zusätz­lich gibt die­ser Teil vor, wie sich die Rauch- und Brand­aus­brei­tung ver­mei­den las­sen. Auch die Alar­mie­rung mit den nöti­gen Regeln im Brand­fall ist ent­hal­ten. Kon­kret bedeu­tet dies, Teil B ent­hält die fol­gen­den Vor­ga­ben und Erklä­run­gen:

  • Alarm­si­gna­le inkl. Anwei­sun­gen
  • Brand-/Rauch­aus­brei­tung
  • Brand­ver­hü­tung und Brand­mel­dung
  • Flucht-/Ret­tungs­we­ge
  • Ver­hal­ten im Brand­fall und beson­de­re Ver­hal­tens­re­geln
  • Sich selbst in Sicher­heit brin­gen
  • Mel­de­ein­rich­tun­gen für Brän­de und Lösch­mög­lich­kei­ten (Feu­er­lö­scher, Hydran­ten)
  • Lösch­ver­su­che vor­neh­men

Wich­tig für den Teil B ist die Anpass­bar­keit an die indi­vi­du­el­len Umstän­de. Nicht jeder Betrieb erfor­dert zwangs­läu­fig die glei­chen Vor­ga­ben. Daher sind die Brand­schutz­ord­nun­gen bei Bedarf an das Unter­neh­men anzu­pas­sen. Das betrifft z. B. Betrie­be, die leicht brenn­ba­re Sub­stan­zen lagern.

Brand­schutz­ord­nung (DIN 14096) glie­dern: Teil C

Im Gegen­satz zu Teil A und B der Brand­schutz­ord­nung rich­tet sich der drit­te Teil an Per­so­nen mit spe­zi­el­len Auf­ga­ben zum Brand­schutz. Das sind bei­spiels­wei­se Brand­schutz­hel­fer, Sicher­heits­be­auf­trag­te und Beauf­trag­te für den Brand­schutz. Teil C ent­spricht der frü­he­ren DIN 14096–3.

Die­ser Teil der Vor­schrif­ten wid­met sich haupt­säch­lich der Durch­füh­rung spe­zi­fi­scher Brand­schutz­maß­nah­men. Er regelt außer­dem, wer für wel­che Maß­nah­men ver­ant­wort­lich ist. Auch Eva­ku­ie­rungs­ab­läu­fe gehö­ren zu die­sem Teil. Was genau ent­hält Teil C der Brand­schutz­ord­nung?

  • Alar­mie­rung und Mel­dung von Brän­den
  • Maß­nah­men zur Brand­ver­hü­tung
  • Maß­nah­men zum Löschen von Brän­den
  • Maß­nah­men für die Sicher­heit von Tie­ren, Per­so­nen, der Umwelt und Gegen­stän­den
  • Maß­nah­men, die den Feu­er­wehr­ein­satz vor­be­rei­ten
  • Maß­nah­men zur Nach­sor­ge bei Brand­fäl­len

Fazit – Brand­schutz­ord­nung (DIN 14096)

Der Brand­schutz spielt nicht nur beim Bau des Eigen­heims eine wich­ti­ge Rol­le. Die Brand­schutz­ord­nung nach DIN 14096 regelt alle erfor­der­li­chen Ver­hal­tens­re­geln in vor­wie­gend gewerb­lich genutz­ten Gebäu­den. Dabei glie­dert sich die Schutz­ord­nung in 3 Tei­le (A, B und C). Die Erstel­lung der Brand­schutz­ord­nung erfor­dert spä­tes­tens alle zwei Jah­re eine Über­prü­fung durch eine sach­kun­di­ge Per­son. Auf die­se Wei­se bleibt die Aktua­li­tät der Vor­ga­ben gewähr­leis­tet und es gibt kei­ne Pro­ble­me für den jewei­li­gen Eigen­tü­mer.

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