Berufs­haft­pflicht des Sta­ti­kers ist für den Bau­herrn wich­tig

Berufshaftplicht ist für Statiker vorgeschrieben

Was tun, wenn das Haus einen Bau­scha­den erlei­det? Dann gilt es die Schuld­fra­ge zu klä­ren, denn gege­be­nen­falls ist der Sta­ti­ker in der Haf­tung. In dem Fall ist es gut, wenn eine ent­spre­chen­de Ver­si­che­rung den Scha­den regu­liert. Auch wenn nie­mand beim Haus­bau an ris­si­ge Wän­de oder unzu­läs­si­ge Raum­hö­hen den­ken mag – Bau­her­ren soll­ten für alle Even­tua­li­tä­ten vor­sor­gen und prü­fen, ob der Trag­werks­pla­ner umfas­send abge­si­chert ist. Sonst kann es pas­sie­ren, dass die Schuld an einem Man­gel zwar aner­kannt wird – die finan­zi­el­len Mit­tel des Betriebs aber nicht aus­rei­chen, um die resul­tie­ren­den For­de­run­gen zu beglei­chen. Doch woher weiß der Auf­trag­ge­ber, ob ein Inge­nieurs­bü­ro ver­si­chert ist? Wel­che Scha­dens­fäl­le deckt eine Berufs­haft­pflicht für Sta­ti­ker ab? Die Ant­wor­ten gibt es hier.

Wann haf­tet der Sta­ti­ker?

Die tra­gen­de Wand stürzt ein und das gan­ze Haus geht zu Bruch. Das pas­siert zum Glück so gut wie nie. Vie­le Bau­her­ren gehen des­halb davon aus, dass Sta­ti­ker immer per­fekt arbei­ten – doch selbst dem bes­ten Inge­nieur kann ein­mal ein Feh­ler unter­lau­fen. Die­se zei­gen sich dann in der Regel weni­ger offen­sicht­lich als bei einem ein­ge­stürz­ten Haus. Män­gel, die mög­li­cher­wei­se auf einer feh­ler­haf­ten Sta­tik beru­hen, sind zum Bei­spiel:

Je nach Situa­ti­on erge­ben sich dar­aus zum Teil teu­re Fol­ge­schä­den.

Was deckt die Berufs­haft­pflicht für Sta­ti­ker ab?

Bei der Abwick­lung von Schä­den, die aus einer feh­ler­haf­ten Sta­tik resul­tie­ren, gibt es eine ganz wesent­li­che Unter­schei­dung zwi­schen Per­so­nen- und Sach­schä­den. Letz­te­re betref­fen Män­gel am Bau­werk und gege­be­nen­falls an Ver­mö­gens­wer­ten im Haus. Per­so­nen­schä­den durch eine feh­ler­haf­te Sta­tik kom­men sel­ten vor. Als Bei­spiel dafür dient ein hypo­the­ti­scher Fall, der bereits ange­deu­tet wur­de: Eine Wen­del­trep­pe ist falsch kon­stru­iert, eine Per­son stürzt und ver­letzt sich. Dafür kann der Sta­ti­ker haft­bar sein! Aus die­sem Grund deckt eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Bau­in­ge­nieu­re alle Risi­ken ab, die sich durch die Aus­übung des Berufs erge­ben.

Ganz wich­tig für den Bau­herrn: die Deckungs­sum­me

Scha­den­fall ist nicht gleich Scha­den­fall: Wur­de die Sta­tik für ein Ein­fa­mi­li­en­haus feh­ler­haft erstellt? Dann ist der ent­stan­de­ne Scha­den mög­li­cher­wei­se über­schau­bar. Ist hin­ge­gen ein gan­zes Dop­pel­haus oder ein Kin­der­gar­ten betrof­fen, lie­gen die Kos­ten für die Instand­set­zung deut­lich höher. Die Deckungs­sum­me der Sta­ti­ker-Haft­pflicht soll­te des­halb so hoch gewählt sein, dass sie sämt­li­che Risi­ken abdeckt, denen sich ein Betrieb aus­setzt. Mit ande­ren Wor­ten: Ein Inge­nieur­bü­ro, das öffent­li­che Gebäu­de plant, braucht eine ande­re Absi­che­rung als ein Spe­zia­list für den Dach­aus­bau. Ent­schei­dend sind hier die Roh­bau­kos­ten für das Gebäu­de. Je höher sie sind, des­to höher muss die Deckungs­sum­me lie­gen. Für die Bau­her­ren bedeu­tet das: Sie soll­ten vor der Ver­ga­be prü­fen, bis zu wel­cher Sum­me die Ver­si­che­rung für den Betrieb ein­springt.

Übri­gens: Bei Bedarf kann der Sta­ti­ker eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung pro­jekt­be­zo­gen abschlie­ßen. So hat ein Büro die Mög­lich­keit, die Arbei­ten für ein beson­ders teu­res Gebäu­de sepa­rat mit höhe­ren Deckungs­sum­men zu ver­si­chern.

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Höhe der Deckungs­sum­me bei der Berufs­haft­pflicht

Nach der Theo­rie zum kon­kre­ten Fall: Wie hoch soll­te die Deckungs­sum­me einer Sta­ti­ker-Berufs­haft­pflicht sein? Dazu gibt es eige­ne Emp­feh­lun­gen der Inge­nieur­kam­mern. Als Richt­wer­te gel­ten:

  • Sach- und Ver­mö­gens­schä­den: 250.000 Euro
  • Per­so­nen­schä­den: 1.500.000 Euro
  • gege­be­nen­falls sons­ti­ge Schä­den: 150.000 Euro

Die­se Anga­ben sind als Min­dest­wer­te zu ver­ste­hen. All­ge­mein gilt: Je höher die Deckungs­sum­me einer Ver­si­che­rungs­po­li­ce ist, umso siche­rer kann sich der Bau­herr füh­len.

Was pas­siert in einem Scha­den­fall?

Wenn es zu einem Scha­den gekom­men ist, stellt sich eine Fra­ge: Wer ist dafür ver­ant­wort­lich? Es ist kei­nes­falls gesagt, dass der Sta­ti­ker für einen Riss in der Wand haf­tet. Eben­so ist zum Bei­spiel denk­bar, dass das Bau­un­ter­neh­men den Bau falsch aus­ge­führt hat. Zu klä­ren ist außer­dem, ob die Bau­lei­tung den Man­gel über­se­hen hat. Im Fall eines Bau­scha­dens erfolgt daher in aller Regel die Prü­fung durch einen Gut­ach­ter. Der weist nach, ob die Schä­den aus einer feh­ler­haf­ten Bau­sta­tik resul­tie­ren oder nicht.

Wie prüft der Bau­herr die Berufs­haft­pflicht eines Sta­ti­kers?

Fest steht: Für den Bau­herrn ist es wich­tig, dass der Sta­ti­ker gut haft­pflicht­ver­si­chert ist. Doch woher weiß eine Pri­vat­per­son, ob der Inge­nieur eine Poli­ce abge­schlos­sen hat? Der ein­fachs­te Weg besteht dar­in, Ein­sicht in den Ver­si­che­rungs­schein zu erbit­ten. Es gibt dane­ben noch eine zwei­te Vari­an­te mit einem indi­rek­ten Nach­weis: Um in die Inge­nieur­kam­mer ein­ge­tra­gen zu wer­den, muss der Sta­ti­ker eine Ver­si­che­rung nach­wei­sen. Wer mit ein­ge­tra­ge­nen Inge­nieu­ren zusam­men­ar­bei­tet, genießt damit immer die­se Sicher­heit – aller­dings bleibt die Höhe der Deckungs­sum­me unbe­kannt.

Ein­bli­cke in die Pra­xis: Auch öffent­li­che Auf­trag­ge­ber haben ein gro­ßes Inter­es­se dar­an, dass der Sta­ti­ker ver­si­chert ist. Des­halb ist es mitt­ler­wei­le üblich, dass Bau­her­ren wie Städ­te, Län­der und Gemein­den in der Aus­schrei­bung eines Auf­trags Min­dest-Deckungs­sum­men vor­ge­ben.

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Tipp für die Wahl des Sta­ti­kers

Ist die Deckungs­sum­me sehr gering oder scheint das Ange­bot eines Inge­nieur­bü­ros beson­ders teu­er? Bau­her­ren sind nicht an einen bestimm­ten Sta­ti­ker gebun­den – auch nicht, wenn der Archi­tekt ihn vor­schlägt. In Hin­blick auf die Stand­si­cher­heit und die Kos­ten für die Trag­werks­pla­nung emp­feh­len Bran­chen­ken­ner des­halb, die Ange­bo­te eines Sta­ti­kers vor Auf­trags­ver­ga­be zu prü­fen. Gege­be­nen­falls soll­ten Bau­her­ren bei nied­ri­gen Deckungs­sum­men ein ande­res Büro wäh­len, denn die Ver­si­che­rung ist unver­zicht­bar. Mög­li­ches Spar­po­ten­ti­al bie­tet hin­ge­gen der Vor-Ort-Ter­min – der ist dank moder­ner com­pu­ter­ge­stütz­ter Plä­ne meist nicht mehr nötig. Hier ist jedoch die jewei­li­ge Bau­ord­nung zu beach­ten.

Wir füh­len uns bei der ERGO mit unse­rer Berufs­haft­pflicht gut ver­si­chert. Ger­ne stel­len wir unse­ren Kun­den die Deckungs­sum­men und wei­te­re Unter­la­gen auf Anfra­ge zur Ver­fü­gung.


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Grund­sätz­lich ist das Gehalt bzw. Hono­rar eines Trag­werks­pla­ners oder Sta­ti­kers in der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re, kurz HOAI, fest­ge­schrie­ben.