Bau­satz­haus: Ist die Sta­tik inbegriffen?

Bausatzhaus inklusive der Statik

Es gibt vie­le ver­schie­de­ne Arten der Bau­wei­se für ein Eigen­heim. Die ein­fachs­te, aber auch teu­ers­te Vari­an­te ist ein schlüs­sel­fer­ti­ges Haus. Dabei kann sich der Bau­herr zurück­leh­nen, das Bau­un­ter­neh­men arbei­ten und bei Fer­tig­stel­lung »den Schlüs­sel über­ge­ben« las­sen und danach ein­fach nur einziehen.

Ähn­lich schnell (oder sogar schnel­ler) und in der Regel deut­lich güns­ti­ger ist der Kauf eines Fer­tig­hau­ses. Für enga­gier­te und hand­werks­be­gab­te Häus­le­bau­er gibt es jetzt eine moder­ne Vari­an­te – das Bau­satz­haus. Ein wenig erin­nert der Name an die Kind­heit, wo Sie bestimmt aus Holz oder mit Lego­stei­nen aus einem Bau­satz Bur­gen oder Feu­er­wehr­häu­ser gebas­telt haben. Eigent­lich kommt ein Bau­satz­haus die­sen Kind­heits­er­in­ne­run­gen ziem­lich nahe – nur etwas größer.

Das Bau­satz­haus – Ein Haus sel­ber bauen

Wenn Sie Ihr Haus ger­ne selbst bau­en wol­len und ein Heim­wer­ker-Pro­fi sind, dann kön­nen Sie sich ein Bau­satz­haus kau­fen. Aus den Mate­ria­li­en, die Ihnen nach Bau­fort­schritt ange­lie­fert wer­den, bau­en Sie Ihr Haus selbst. Die nöti­gen Bau­plä­ne und die tech­ni­sche Bera­tung gibt es eben­falls dazu. Eini­ge Fir­men bie­ten sogar spe­zi­el­le Schu­lun­gen für die Käu­fer an. Zur Aus­wahl gibt es etli­che ver­schie­de­ne Haus­ty­pen, die ange­bo­ten wer­den. Stadt­vil­len und Holz­häu­ser sind eben­so im Ange­bot wie Häu­ser im Cubus-Stil oder klei­ne Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. Die­se vor­de­fi­nier­ten Häu­ser kön­nen aber jeder­zeit im Detail an die eige­nen Wün­sche ange­passt wer­den. Grund­sätz­lich ist es immer ein Bau­satz­haus, wenn alle Tei­le vom Anbie­ter gelie­fert wer­den.

Lie­fe­ran­ten von Fer­tig­häu­sern lie­fern in der Regel ab »ober­halb der Boden­plat­te«. Die Boden­plat­te und der Kel­ler müs­sen vom Bau­her­ren häu­fig sepa­rat orga­ni­siert wer­den.

Unse­re Dipl.-Bauingenieure (FH) mit mehr als 15 Jah­ren Berufs­er­fah­rung und jähr­lich über 700 Pro­jek­ten erstel­len einen geneh­mi­gungs­fä­hi­gen Stand­si­cher­heits­nach­weis inkl. Beweh­rungs­plä­ne für die Boden­plat­te eines Fer­tig­hau­ses bun­des­weit ab 1.400 Euro (inkl. MwSt.) – die Erstel­lung dau­ert 40 Werk­ta­ge, per »Express« sogar nur 20 Werk­ta­ge. Alle oben genann­ten Lie­fer­ter­mi­ne gel­ten ab Auf­trags­ein­gang und tech­ni­scher Klä­rung.

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Mate­ria­li­en und Bau­wei­sen beim Bausatzhaus

Bei einem Bau­satz­haus ist grund­sätz­lich alles mög­lich. Der Bau­herr ent­schei­det über den Stil des Hau­ses und aus wel­chem Mate­ri­al es bestehen soll. Dies sind die belieb­tes­ten Systeme:

Mas­siv­bau­wei­se

In der Mas­siv­bau­wei­se wer­den die meis­ten Häu­ser in Deutsch­land erstellt. Zur Aus­wahl an Mate­ria­li­en für den Roh­bau gibt es bei dem Bau­satz­haus Poro­ton­zie­gel, KS-Plan­stei­ne (Kalk­sand­stei­ne) und Poren­be­ton. Alle anfal­len­den Arbei­ten wie die Her­stel­lung des Zements zum Mau­ern und Ver­put­zen über­nimmt der Bau­herr selbst.

Holz­rah­men­bau­wei­se

Die Holz­rah­men­bau­wei­se ist weni­ger gebräuch­lich, aber den­noch mög­lich. Die Ele­men­te für die Innen- und Außen­wän­de, für das Dach und die Decken wer­den kom­plett gelie­fert. Hier kann der Bau­herr wenig Eigen­leis­tung erbrin­gen, da die­se Tei­le so schwer sind, dass für das Auf­stel­len ein Kran not­wen­dig ist. Auch das Zusam­men­fü­gen der ein­zel­nen Ele­men­te bedarf einer Fach­kraft. Aller­dings steht der Roh­bau inner­halb eines Tages. Den Innen­aus­bau kann der Bau­herr nun in Eigen­re­gie erledigen.

Wohn­block­haus

Ein Wohn­block­haus als Bau­satz­haus hat eine sta­bi­le und gemüt­li­che Ansicht. Die Holz­boh­len wer­den mit dem rich­ti­gen Maß gelie­fert und num­me­riert. Auch pas­sen­de Leis­ten, Schrau­ben und Beschlä­ge sind im Lie­fer­um­fang dabei. Die Num­mern­fol­ge erleich­tert dem Bau­herrn das rich­ti­ge Zusam­men­set­zen. Soll­te der Anfang ein wenig schwer erschei­nen, kann der Bau­herr in der Regel für die ers­ten Tage einen so genann­ten Richt­meis­ter zur Unter­stüt­zung anfordern.

Bläh­ton­ele­men­te

Wie bei der Holz­rah­men­bau­wei­se sind die Bläh­ton­ele­men­te eben­falls ziem­lich groß. Auch hier wer­den ein Kran und ein Richt­meis­ter zum Auf­stel­len des Gebäu­des benö­tigt. Eini­ge Arbei­ten kann der Bau­herr trotz­dem erle­di­gen – wie das Beto­nie­ren der Boden­plat­te, Iso­lier­ar­bei­ten an den Fer­tig­ele­men­ten oder Aus­füh­rung der Drai­na­ge. Beim Innen­aus­bau ist auch noch genü­gend Arbeit übrig: Flie­sen ver­le­gen, Wän­de strei­chen oder tape­zie­ren und Fuß­bö­den verlegen.

Holz­span­dämm­stei­ne

Das Bau­satz­haus mit Holz­span­dämm­stei­nen zu errich­ten ist eine belieb­te Vari­an­te. Holz­span­dämm­stei­ne besit­zen eine Hül­le aus Holz­spä­nen und sind innen hohl. Die­se leich­ten Ele­men­te wer­den nur anein­an­der gestellt oder auf­ein­an­der geschich­tet. Ein Mör­tel oder ein ande­rer Kle­ber ist nicht not­wen­dig. Nur die ers­te Rei­he wird auf ein Mör­tel­bett ver­legt. Wenn die Wän­de ste­hen, wer­den sie mit Beton auf­ge­füllt. Der Vor­teil der Holz­span­dämm­stei­ne ist das gerin­ge Gewicht. Indi­vi­du­ell kann jede Form mit einer Säge zuge­schnit­ten werden.

Man­tel­be­ton

Ähn­lich wie den Holz­span­dämm­stei­nen wer­den bei der Man­tel­be­ton­bau­wei­se die ein­zel­nen Ele­men­te zusam­men­ge­fügt und mit Beton auf­ge­füllt. Nur bei die­ser Vari­an­te ist die Hül­le aus Sty­ro­por oder Neo­por. Durch Nop­pen und Nuten grei­fen die ein­zel­nen Bau­stei­ne inein­an­der und ras­ten ein. Neo­por ist ein moder­nes Mate­ri­al, das eine wesent­lich bes­se­re Dämm­leis­tung als Sty­ro­por besitzt. Bei der Man­tel­be­ton­wei­se sind die Ele­men­te Scha­lung und Wär­me­däm­mung zugleich.

Bau­satz­haus und des­sen Vor- und Nachteile

Nicht für jeden Bau­herrn ist ein Bau­satz­haus geeig­net. Hand­werk­li­ches Talent gehört eben­so dazu wie ein gro­ßes Durch­hal­te­ver­mö­gen. Nach­ste­hend sehen Sie die Stär­ken und Schwä­chen eines Bausatzhauses:

Vor­tei­le

  • Mit einem Bau­satz­haus kann viel Geld gespart wer­den, da etli­che Eigen­leis­tun­gen in der Hand des Bau­herrn liegen.
  • Es gibt eine gro­ße Aus­wahl an ver­schie­de­nen Haus­mo­del­len, die indi­vi­du­ell abge­än­dert wer­den können.
  • Ganz allei­ne braucht der Bau­herr das Pro­jekt Eigen­heim nicht stem­men. Die meis­ten Anbie­ter von Bau­satz­häu­sern bie­ten eine kom­pe­ten­te Hilfe.

Nach­tei­le

  • Der wich­tigs­te Fak­tor ist Zeit. Die wenigs­ten kön­nen sich wegen ihrem Neu­bau für Mona­te beur­lau­ben las­sen. Dann muss in den Regel­ur­laub, in die Wochen­en­den und in die Zeit nach der Arbeit inves­tiert wer­den. Das erfor­dert Durchhaltevermögen.
  • Durch die hohe Eigen­in­itia­ti­ve ver­län­gert sich natür­lich die Bauzeit.
  • Eine hand­werk­li­che Bega­bung soll­te trotz aller Unter­stüt­zung und Schu­lung den­noch vor­lie­gen. Wer so gar nicht weiß, wo der Anfang und das Ende lie­gen, ver­liert bald die Lust an sei­nem Bausatzhaus.

Gut zu wissen!

  • Wer sich ein Bau­satz­haus kauft, erhält vom Anbie­ter die kom­plet­ten Bau­un­ter­la­gen samt Sta­tik. Sie müs­sen somit in der Regel kei­nen Sta­ti­ker mehr beauf­tra­gen. Den Plan muss der Bau­herr jedoch selbst bei der Bau­be­hör­de einreichen.
  • Auch um die Bau­neben­kos­ten Bau­strom und Bau­was­ser muss sich der Bau­herr im Vor­feld selbst kümmern.
  • Die meis­ten Anbie­ter von Bau­satz­häu­sern bie­ten ein Haus ab Ober­kan­te Boden­plat­te an. Wer einen Kel­ler oder eine Boden­plat­te bzw. bei­des wünscht, muss dafür extra zah­len. Die Kos­ten für den Erd­aus­hub, wenn ein Kel­ler gewünscht wird, sind meist eben­falls nicht im Kauf­preis enthalten.
  • Die Anbie­ter­fir­men für Bau­satz­häu­ser stel­len in der Regel eine Beschei­ni­gung für die Eigen­leis­tung aus. Sie kann sich güns­tig bei der Finan­zie­rung aus­wir­ken. Alle Eigen­leis­tun­gen die erbracht wer­den, sind ein Teil des Eigenkapitals.
  • Im Vor­feld soll­te abge­klärt wer­den, wel­che Unter­stüt­zung der Ver­käu­fer eines Bau­satz­hau­ses bie­tet. Eini­ge Fir­men bie­ten vor dem Bau kom­pe­ten­te Schu­lun­gen an und stel­len einen Bau­lei­ter bei Bedarf zur Ver­fü­gung. Auch ob eine tele­fo­ni­sche Hot­line für die Bau­her­ren zur Ver­fü­gung steht, soll­te abge­klärt wer­den. Fra­gen Sie auch danach, wie oft Sie den Bau­lei­ter kos­ten­los in Anspruch neh­men können.
  • Soll­ten Freun­de oder Ver­wand­te beim Auf­stel­len eines Bau­satz­hau­ses mit­hel­fen, müs­sen Sie bei der Bau-Berufs­ge­nos­sen­schaft eine Unfall­ver­si­che­rung abschlie­ßen. Bevor es an die Arbeit geht, muss der Bau­herr sein Bau­vor­ha­ben und die Hel­fer nament­lich ein­tra­gen. Arbei­ten unter 40 Stun­den müs­sen nicht ange­ge­ben werden.
  • Für alle Eigen­leis­tun­gen des Bau­herrn, egal ob er sie allei­ne oder mit Hil­fe von Freun­den und Ver­wand­ten leis­tet, gibt es kei­ne Gewährleistung.

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